Autor: olaf

Abenteuer Borneo 2017

 

Abenteuer Borneo 2017

Das Abenteuer kann beginnen

19. März 2017. So, seit gestern bin ich aus Asien zurück. Mein Ziel war Borneo, genauer gesagt Sarawak. Dort wollte ich in den Bako Nationalpark. Was heißt wollte, ich bin. Was gibt es da? Nasenaffen und Regenwald und vieles noch mehr. Bevor wir aber in den Bako Nationalpark ankamen ging es für ein paar Tage nach Kuala Lumpur, von dort per Flugzeug nach Kuching, der Hauptstadt von Sarawak. In Kuching haben wir uns die Stadt angeschaut, vor allem das alte Chinatown. Dann ging es per Kleinbus in den Regenwald und später zum erholsamen Teil nach Damai Beach. Wir hatten über die gesamte Zeit ein herrliches Wetter. Durchgehend 33 Grad und viel Sonne bei gefühlten 200% Luftfeuchtigkeit.

Folgende Fotoausrüstung hatte ich in meinen Lowepro Flipside 400 AW gepackt. Als Kamera kam die Canon EOS 6D mit. Als Objektive gingen mit aus Reise das Canon EF 50mm STM, Canon EF 17-40mm USM L und das Tamron 70-300mm. Ein paar Filter (ND + Cokin) & Akkus und ein paar SD Karten. Alles hat die Hitze und die Feuchtigkeit gut überstanden. 3 Mal musste ich aber große Putz- und Flickstunde einlegen. Ich hatte schon mal die EOS 500D mit in KL, nur muss ich sagen, dass die EOS 6D viel besser mit der Wärme und dem Rauschverhalten klar gekommen ist. Insgesamt habe ich an die 2000 RAW´s auf meinen Karten. So nach und nach werde ich dann hier einige Bilder zeigen. Nur gebt mir etwas Zeit, das ganze dauert.

Zwischenstopp Kuala Lumpur

Unsere Asien-Tour 2017 beginnt in KL. Kuala Lumpur liegt 35 km von der Westküste der malaysischen Halbinsel entfernt. Das Klima ist tropisch. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt um die 33 °C. Nachts „kühlt“ es sich dann auch schon mal auf 24 °C ab. Die Niederschläge kommen unregelmäßig aber heftig. Wenn es regnet ist es besser ein Dach über den Kopf zu haben. Wir waren aber nur für zwei Tage in der Stadt und an diesen beiden Tagen blieb es trocken. Die Stadt besitzt ca. 1,6 Mio Einwohner. Malaysia ist ein Einwanderungsland, das bekommt man hier in KL besonders gut mit. Die Bevölkerung besteht aus Chinesen, Malaien, Indern, Araber, Sri Lanker, Europäer, Indonesier und Philippiner. So bringt auch jeder seine Religion mit, sowie die Tempel und Kirchen in denen gebetet wird. Diese Multi-Religionen machen das Stadtbild bunt und spannend.

Kuala Lumpur ist eine Baustelle. Überall wird gewerkelt und geschaffen. Schade im Bezug auf dem Besuch einiger Tempelanlagen, die wir nicht besichtigen konnten. Aber schön dann wieder, dass Neues entsteht. Da werden in der nächsten Zeit wieder einige Gebäude in die Höhe wachsen. Die Fotos der Skyline von 2008 unterscheiden sich doch schon in einigen Gebäuden von den diesen Jahres.

Warum wieder Kl. Ich war doch schon dort? Wir brauchten für unsere Borneo Tour einen Startpunkt und den hatten wir nach KL verlegt. Unser Hotel lag direkt in Chinatown. Besser ging es nicht um KL noch etwas genauer kennen zu lernen. Im Nachhinein hatten wir uns gesagt, es hätten doch ruhig zwei Tage mehr sein können. Was unternimmt man also in 2 Tagen in KL?

Wir sind gegen 23 Uhr im Hotel angekommen. Der Flug ging von Berlin Tegel über Doha nach KL. Wir waren also schon einige Stunden unterwegs. Die Uhren haben wir 7 Stunden vorgestellt (Winterzeit).Nachdem um 23:20 Uhr die Zimmer bezogen waren , passten wir uns der immer noch herrschenden Hitze an und zogen hungrig in die große Stadt hinaus. Na gut. Soweit ging es in dieser Nacht nicht. Wir beschlossen uns nicht weit vom Hotel zu entfernen. Irgendwie kam alles mir doch so bekannt vor. Die Ecke, da war ich schon mal und hier das kennst du auch. Schön den Blick wieder einmal zu haben. Ganz in der Nähe des Hotels wurden wir fündig. Eine leckere Straßenküche lud zum verweilen ein. Es gab Saté-Spieße in allen Variationen. Mit Entenfleisch, Hühnerfleisch, Rind- und Schweinefleisch und auch mit einer Menge Gemüse. Geschmeckt hat es hervorragend. Neben unseren Saté-Spießen gab es einen Eimer mit Eis und 4 Flaschen Tiger Bier. Der Hammer. In der Hitze der Nacht hat der Getränkevorrat leider nicht lange gehalten. Nur noch einen kleinen Spaziergang durch nächtliche Chinatown und dann war Zapfenstreich. Der nächste Tag konnte kommen.

Ein wundervoller Tag. Sonne, kaum Wolken und viel Elan. Es konnte losgehen. Als wir zum Frühstück gingen und einen Blich nach draußen geworfen hatten, kam der zweite Hammer. Hitze und Luftfeuchte im obersten Bereich. Das wird anstrengend. Der Fotorucksack war gepackt. In Anbetracht der Hammer-Hitze war mir nicht sehr wohl dabei. Na ja, zum Resultat später.

Wir wollten heute in das Zentrum. Ein wenig bummeln. Tempel suchen, finden und besuchen und ein wenig mit dem Rapid KL und dem Monorail fahren. Wir haben viel geschafft, einiges blieb auf der Strecke und ich habe viele bekannte Ecken wiedererkannt. Die Hitze war barbarisch. Viele Pausen, vor allem Trinkpausen waren nötig um den Tag gut zu überstehen. Wir waren an den Twin Towers, dem KLLC mit den viele Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, wir sind Zug gefahren und auch Taxi. Wir haben uns über den Tag hinweg bestens unterhalten. Zum Höhepunkt haben wir uns das beste aufgehoben: den Menara Kuala Lumpur. Er ist mit 421 Metern der höchste Fernsehturm Malaysias und der siebt höchste der Welt. Er bietet auf über 300 Meter Höhe eine 360 Grad Aussichtsplattform mit zwei gläsernen Sky-Walks. Hier hat man nichts mehr unter sich als eine Glasplatte mit einer fantastischen Durchsicht. Auch der Rundgang um den Turm. Atemberaubend. Man hat keine dicken Glasplatten vor der Nase. Man kann die Skyline von KL ohne störende Spiegelungen bestaunen und Fotografieren. Allerdings es hat auch seinen Preis. Ein Besuch der Plattform kostet 105 RM pro Nase. Möchte man noch zwei Fotos als Erinnerung mitnehmen, bucht man dafür noch einmal 100 RM (1€ ca. 4,7 RM Ringgit). Aber es ist ja Urlaub.

Fotografiert habe ich übrigens auch. Ist ja ein Fotoblog, also wird hier nicht nur geschrieben sondern es wird auch fotografiert. Der Rucksack brannte höllisch auf dem Rücken. Ich hatte dort die Canon EOS 6D und drei Objektive zur Auswahl. Dazu hatte ich einleitend im ersten Beitrag schon einmal etwas erwähnt. Das lichtstarke 50er hatte ich bis jetzt nur einmal zum Nachtspaziergang drauf. Am meisten, zu 90% habe ich das Canon EF 17-40 mm L USM benutzt. Die Skyline Aufnahmen ausschließlich mit 17 mm, dann habe ich zu 70 Prozent die 28 mm gebraucht ungefähr 20 Prozent die 35 mm und der Rest verteilt sich über die gesamten Brennweiten. Das interessante für mich ist, ich hätte eigentlich nur ein Objektiv gebraucht. Dann wäre auch die Fototasche eine gute Alternative. Man schwitzt den ganzen Tag und die Belüftung an meinem Flipside 400pro ist doch nicht ganz so top wie in der Werbung beschrieben. So gab es zum nassen Rücken auch einen feuchten Rucksack. Am nächsten Tag verzichtete ich auf den Rucksack, nahm eine kleine Fototasche, wo nur die Kamera und ein Objektiv reinpasste. Von der riss mir dann noch der Riemen. Vor dem Fall konnte ich noch alles auffangen. Lowepro. Dieser Firma dürfte solch Lapsus nicht passieren. Einen Riemen bekam ich für 70 RM im Central Market. 6 Fotos hatte ich bis jetzt mit dem 70-300 Tele geschossen, der schwersten Kanone von allen. Als für Städtetouren in tropischen Gefilden reicht eine Kamera mit einem Objektiv, Ersatzakkus und ein paar Filtern. Das passt locker in eine Fototasche mit der es sich in der Stadt viel besser händeln lässt. Nur so falls einer mal fragt, was soll ich mitnehmen.

Wir wollten am ersten Tag das alte KL und am nächsten das Neue Kennenlernen. Letzten Endes haben wir alles vermischt. Altes und Neues, irgendwie war der Plan über den Haufen geschmissen. Macht aber nichts. Es kommt so wie es kommt. Eines hatte ich aber noch auf dem Plan, das durfte nicht ausfallen. Langzeitbelichtungen an den Twin Towers mit den farbigen Wasserspielen. Aber das kommt etwas später.

Der zweite Tag beginnt wie der erste. Heiß. Heute ging es noch einmal in die Innenstadt. Zum höchsten Fahnenmast der Welt (95m), zur Jamek Mosque die leider wegen Baustelle gesperrt war und dann Little India das indische Zentrum in Kuala Lumpur. Dazu nutzten wir die Beine, die Bahnen, Taxis und den Hopup Bus. Ich war noch nicht in Indien, aber so stelle ich mir ein aufgeräumtes Indien vor. Bunt, grell und laut, nicht nur ein bisschen sondern ganz schön laut. Es ist nicht unangenehm, vielleicht eher spannend und neu. Man begegnet vielen düster drein schauenden Indern. Das war ich aus dem Rest von KL oder Chinatown nicht gewohnt. Der Unterschied zu Chinatow ist vielleicht, die Leute sind nicht so aufdringlich wie in CT, sie animieren dich nicht so stark ihre Waren zu kaufen. Man hat also mehr Luft zum kucken. Zum Essen in Little India sollte man sich bewusst sein, es gibt nirgends ein Bier. Egal, frisch gepresste Fruchtsäfte sind hier ein Highlight wie im Rest der Stadt, wie im Rest des Landes. Nirgend im Leben habe ich solch leckeren frisch gepressten Saft getrunken wie in Malaysia. Wir waren den ganzen Tag unterwegs. Ein Höhepunkt stand noch aus. Das Licht und die Tower. Genau dafür lohnt es sich die Strapazen noch einmal auf sich zu nehmen.

Ich hatte aus D ein Reisestativ mitgebracht. Diese zierte zusätzlich am Abend meinen Fotorucksack. Eigentlich hätte ich soweit auch alles im Hotel lassen können. die 6D , der Fernauslöser und das Stativ hätte gereicht. Aber so hatte man den ganzen Werkzeugkasten am Mann und wer weiß. Die Lichtspiele begannen um 19:30 Uhr und dauerten ca. 1 Stunde an. Der Platz vor den Towers war gut mit Menschen gefüllt. Ich suchte mir meine Perspektive, baute auf und schoss Fotos. Darauf hatte ich schon lange gewartet, ich hatte bisher keine Möglichkeiten bei meinen Malaysia Besuchen die Tower bei Dunkelheit zu sehen. Ein farbiges Licht- und Wasserspektakel versetzte die Umwelt in einen Hauch aus Tausend und einer Nacht. Dazu machten die Twin Towers eine sehr gute Figur. Mit ISO 100 Blende 13 und dem Fernauslöser machte ich eine Menge schöner Fotos. Die Tower noch von vorne und dann ging auch unser letzter Abend in KL dem Ende entgegen.

Aber es geht weiter die nächste Station wird Kuching sein, die Hauptstadt Borneos. Dann geht einige Tage in den Bako Nationalpark zu den Nasenaffen und in den Semenggoh Nationalpark zu den Orang Utans, bevor es dann zum Entspannen nach Damai Beach Sarawak zu einem der schönsten Strände Malaysias an das Südchinesische Meer geht.

Kuching – Malaysias Katzenstadt

Nach KL folgte nun die zweite Etappe unserer Borneo Abenteuer Tour. Schade war, dass wir nicht ein wenig mehr Zeit in KL eingeplant hatten. 2 Tage sind einfach zu kurz. Trotz meiner zwei Male die ich schon hier war, gibt es noch eine Menge neues zu entdecken. Vielleicht komme ich ja noch einmal zurück.

Doch nun geht es erst einmal nach Borneo. Genauer ausgedrückt war unser Ziel Kuching. Möchte man von KL nach Borneo ist Kuching das erste Anlaufziel. Doch wir hatten ein Problem. Kurz vor der Abreise stellten wir mit Erschrecken fest, wir hatten ja gar kein Transfer zum Flughafen in Deutschland mit gebucht. Die Mitarbeiter des Swiss Inn haben uns dann beim Buchen des Transfers hilfreich zur Seite gestanden. Es konnte losgehen.

Am Tag der Abreise regnete es. Nicht nur ein bisschen. Es goss in Strömen. Das Wasser stand auf den Straßen und man sah kaum 10 Meter weit hinter dem Lenkrad. So verlängerte sich auch unsere Fahrt zum Flughafen. Zusätzlich zum Regen herrschte reger Verkehr. Eigentlich ist mir kein Tag in Malaysia bekannt, an dem hier nicht reger Verkehr herrschte.

Am Flughafen stellten wir fest. Der Flug ging eine halbe Stunde früher. Also eigentlich hatten wir kaum noch Zeit. Wir mussten erst wieder durch die Immigration. Das ist hier in Malaysia ein ewig andauernder Prozess. Da gilt es recht freundlich in die Kamera zu schauen. Nach dem Foto darf man seine Fingerabdrücke hinterlassen, dann wird wieder geschaut und irgend wann geht es dann weiter. Das kann zwischen 5-10 Minuten dauern. So nun das Terminal suchen. Hier läuft alles über Automaten, keine Schalter. Mit unseren Tickets stimmte etwas nicht. Wir suchten uns eine Hilfe. Ein nettes Fräulein versuchte es am Terminal für uns einzuchecken. Aber auch das ging nicht. Sie nahm die Tickets und verschwand. Nach zwei Minuten war sie wieder da und siehe da, es funktionierte.
Nun ging es in die Maschine. Nach nicht ganz 2 Stunden landeten wir auf dem Airport Kuching. Dann ging es wieder durch die leidige Immigration. Koffer abholen und raus. Der Flughafen war klimatisiert. Draußen gab es dann wieder eine Klatsch.Nicht ganz Sauna, aber dicht dran. Hier wartete schon unser Transfer ins Lime Tree Hotel. Auf der Tour zum Hotel bekamen wir einen kleinen Crash-Kurs in Sachen Kuching.

Kuching ist das malaiische Wort für Katze. Kuching ist die Hauptstadt des malaysischen Bundesstaats Sarawak auf Borneo. Aber wie ist Kuching zu seinen Namen gekommen? Da gibt es eine kleine Geschichte. Als der Abenteurer James Brooke 1841 hierherkam fragte er nach dem Namen des Ortes und zeigte unabsichtlich auf eine vorbei laufende Katze. Ein Einheimischer er wollte den Namen des Tieres erfragen und sagte: Kuching, was in der malaiischen Sprache Katze heißt. So bekam dann der Ort den Namen den er noch heute trägt: Kuching.
Das Klima in Kuching ist tropisch, durchgängig heiß mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Hier ist es sehr regnerisch. Die meisten Niederschläge fallen in den Monaten Januar und Februar. Wir hatten Glück. Meistens hatte es nach 17 Uhr angefangen zu regnen. Und auch dann dauerte es nicht lange bis es wieder aufgehört hatte.

Das Lime Tree Hotel war ein sehr modernes Hotel. Etwas abseits der bekannten Hotelketten hätte man es sich auch nur mit Insider Wissen gefunden. Das Einchecken ging problemlos. Wir bezogen die schönen Zimmer und gleich ging es auch auf Schnupper Tour.

Wir wollten zum Fluss Sarawak. Dazu nahmen wir den kürzesten Weg. Er führte über zwei Firmengelände am alten Fischereihafen vorbei über zwei überschwemmte Wiesen, nahmen unbefestigte Wege und waren da. Sicher kam man auch besser zum Sarawak, aber wir waren neu hier. Am Sarawak angekommen, warf ich einen ernüchternden Blick auf das Wasser des Flusses. Hier schwamm Dreck in allen Größen. Plastiktüten und Abfall, tonnenweise Flaschen und alte Netze, Planen und was weiß . Das hatte ich nicht erwartet. Ich dachte ein Völkchen so nah an den fantastischsten Nationalparks des Landes war Natur- und Umweltbewusst. Aber weit gefehlt. Wo es in KL nichts zu bemängeln gab, was den Dreck betrifft, ist es hier in Kuching ganz anders. Überall liegt Dreck. Tüten, Becher und Flaschen. Weggeworfen und Liegengelassen. Na ja, hier hat man noch viel Arbeit mit den Menschen vor sich. Hoffentlich ändert sich hier mit der Zeit etwas, betreffs der Einstellung zur Umwelt.

Auf unserer ersten kleinen Tour sahen wir sehr viel. Alte Fischerboote lagen vor Anker. Wir sahen einige Tempelanlagen und auch viele kleine Gassen mit alten Häuschen, wie man sie in jedem Chinatown vorfindet. Wir gingen die Water-Front ab. Eine Amüsiermeile am Ufer des Sarawak. Abends beleuchtet und bis 16 Uhr tot. Denn sie öffnet erst nach 16:00 bis 17:00Uhr. Das scheint hier jeden Tag anders geregelt zu sein. Hier bekommt man etwas Handwerkliches zum Kauf angeboten, viel Kitsch ist dabei. Aber für kleines Geld kann man doch den einen oder anderen Einheimischen glücklich machen. Oder man bekommt kalte Getränke, davon kann man nicht genug bekommen. Manchmal bringt ein kaltes Bier die höchsten Glücksgefühle herbei. Über den Tag habe ich noch nie so viel getrunken wie hier auf Borneo. Aber trotz alledem, die Hitze tat mir gut. Ich fühlte mich gut. Das T-Shirt war zwar durch, aber ich hatte ja zum wechseln noch einige dabei. Heute denke ich gerne an die wohlige Wärme zurück und wäre gerne wieder dort.

Nun hatten wir einen ganzen Tag zur freien Verfügung, bevor es dann weitergeht in den Bako Nationalpark, dem eigentlichen Abenteuer Borneo. Nach dem Frühstück ging es wieder in die Stadt. Erst an der Water-Front entlang und später in das quirlige Chinatown abgebogen. Wir machten aber erst einmal eine kleine Pause. Dazu besuchten wir das James Brooke Bistro & Cafe , direkt am Sarawak gelegen. Hier bekommt man exzellente frisch gepresste Säfte und einen sehr guten Kaffee. Darum denke ich kann man das James Brooke Bistro & Cafe unbedingt empfehlen.

Mit einem Boot, oder einer kleinen Fähre, kommt man in wenigen Minuten auf die andere Seite des Sarawak. Dort warten dann noch einmal einige Sehenswürdigkeiten. Diese Tour haben wir aber erst nach dem Bako Nationalpark unternommen. Wir entschieden uns aber für eine Tour auf dem Sarawak. Dazu wählten wir uns das Boot mit einem Hornbill vorne drauf. Die Tour dauerte knapp 2 Stunden. Wir fuhren den Fluss eine halbe Stunde hinauf bevor es dann für die Restzeit in die andere Richtung ging. Auf dem Sarawak kam uns eine Menge Müll entgegen. Plötzlich gab es einen Ruck. Wir standen und trieben Antriebslos auf dem Sarawak. Unser Bootsmann öffnete eine Luke im Boden und stellte fest, dass sich eine alte Plane um die Antriebswelle des Motors gewickelt hatte. Er entfernte diese , schmiss sie wieder über Bord und weiter ging es. Diese Aktion sollte die einzige dieser Art bleiben. Bloß gut auch. Denn im Sarawak gibt es Krokodile. Es wird auch auf vielen Schildern davor gewarnt. Wir fuhren vorbei an den Fragmenten der Golden Bridge. Die Brücke soll einmal die Astana mit der anderen Seite verbinden. Die Bauzeit der Brücke war auf 24 Monate kalkuliert. Die Fertigstellung sollte im Februar 2017 erfolgen. Im März sieht sie so aus wie auf meinen Fotos. Ich konnte hier Parallelen zum BER erkennen, nur dass die Brücke nicht ganz so teuer werden wird. Neben der Brücke stehen die Betonfundamente einer neuen Moschee. Auch diese sieht so aus, als wenn sie nie fertig werden würde. Vorbei geht es an vielen Häusern, einem großen Trockendock und der Masjid Bahagian , einer Moschee mit goldenen Türmchen und einem kleinen Friedhof davor. Später würden wir diese Moschee noch von der anderen Seite aus sehen.. Nun wendet das Boot, wir fahren in die andere Richtung. Nun haben wir auch noch eine wasserseitige Skyline der Stadt Kuching. Vorbei an den ganzen Luxushotels, fuhren wir in Richtung Hafen. Hier lagen eine Menge Fischerboote vor Anker. Auch eine private Wohnanlage bekamen wir zu sehen. Die luxuriösen Wohnungen sollen um die 300 000 Euro kosten. Was uns ständig begleitete, war der Müll der seelenruhig den Sarawak entlang schwamm.

Nach zwei Stunden war die Bootsfahrt vorbei und wir bogen ab nach Chinatown. Da ich schon einige Chinatowns in Malaysia gesehen habe, war für mich das kein Neuland. Bunt, grell und laut. Die Chinesen habe es nicht so mit der Ruhe. Ob auf der Straße oder im Restaurant, sie verhalten sich immer laut, das nervt ein wenig. Wir besuchten einen Tempel. Der Tua Pek Kong Tempel
ist der älteste chinesische Tempel in Kuching. Ganz in der Nähe des Tempels wohnen die reichsten chinesischen Familien der Stadt. Wir suchten uns ein Cafe um ein wenig zu verweilen. Zum Abendessen suchten wir uns ein nettes chinesisches Restaurant direkt gelegen in Chinatown. Leider habe ich den Namen vergessen, aber es hat dort hervorragend geschmeckt. Den Abend nach dem Essen verbrachten wir auf der Hotel-
Terasse. Hier hatte man einen herrlichen Blick über die Stadt. Nun kam auch mein Reisestativ zum Einsatz. Ich machte eine Reihe von Langzeitbelichtungen, dann genossen wir noch einige kühle Drinks und Morgen checken wir dann schon wieder aus in Richtung Bako Nationalpark.

Erst kommt der Reisebericht vom Bako Nationalpark, dann geht es hier im Text weiter. Alles schön der Reihe nach.

 

Abenteuer Regenwald

 

Nun war es wieder einmal soweit Abschied zu nehmen. Aber nur für ein paar Tage. Wir mussten aus dem Lime Tree trotzdem aus checken. In zwei Tagen sind wir wieder da und müssen wieder einchecken. Gut, wir müssen dann die zwei Tage die Zimmer nicht bezahlen, aber der Sackgang. Na gut. Die Koffer kamen in das Kofferzimmer. Die Sachen für den Regenwald hatten wir im Rucksack. Die Fotoausrüstung war klar, die Akkus geladen. Vormittags wurden wir abgeholt. Mit einem Kleinbus ging es in Richtung Bako National Park Terminal. Dort war eine zentrale Ablegestation von Booten, die dich dann in Richtung Ziel Destination brachten.

Der Tag war grau. Es regnete und je weiter wir dem Ziel kamen, goss es wie aus Kannen. Die Fahrt zum Bako National Park Terminal dauerte fast eine Stunde. Dort angekommen, hatten wir noch einen kurzen Aufenthalt. Man konnte noch was trinken, denn die Hitze und die Feuchtigkeit bildeten zusammen eine furchtbare Gemeinschaft. Man wusste nicht ob es das Regenwasser oder der Schweiß war, der einen hinablief. Aber letzten Endes war das egal, es ging ja allen so. Der Fotokram war wasserdicht verpackt. Nun konnte ich endlich auch mal die Spritzwassertauglichkeit meiner 6D und dem EF 17-40mm L unter realen Bedingungen testen. Mal sehen ob sie die Feuerprobe bestehen. Die Tour mit dem Boot dauerte noch einmal eine halbe Stunde. Als wir ablegten sah ich ein großes Warnschild, auf dem man vor Krokodile warnte. Jetzt in dem wackelnden Boot, auf dem undurchsichtigen Sarawak, wagte ich es nicht mehr die Hand im Wasser schleifen zu lassen. Vorbei an Reusen und vielen Fischerhütten ging es langsam auf die offene See hinaus. Die Kamera in der Hand, versuchte ich einige Fotos zu schießen. Das schwankende Boot wollte das aber irgend wie nicht. Der Regen tat mir auch einen Strich durch die Rechnung ziehen. Ich habe einige Fotos geschossen, wovon ich auch eines in der Galerie mit eingestellt habe. Die Fotoausbeuten war nicht so toll. Aber die Kamera hat diese extrem feuchte Situation mit Bravour bestanden.Na einem kurzen Reinigen war alles wieder ok und ohne Schäden oder Mängel. Auch das GPS der Kamera hat durchgängig funktioniert. Wir näherten uns der Anlegestelle. Hier gibt es auch Gezeiten. Da geht das Meer dann doch schon mal um fast 500 Meter zurück. Dann geht hier nichts mehr mit Booten. So mussten wir schnell raus, damit sie noch mit ausreichend Wasser unter´m Kiel zurückfahren konnten. Der Regen hatte auch aufgehört, so nutzte ich diesen Moment erst einmal um mich ausgiebig umzuschauen.

Ich war begeistert. Der Regenwald reichte fast bis ans Ufer. Sonst gab es hier einige abgestorbene Bäume und Mangroven. Sicher ein Lieblingsort für Krokodile.Ich denke mir, ab jetzt sollte man ein wenig mehr acht geben auf die Umgebung. Ich hatte lange Wanderhosen und meine Lowa Wanderschuhe an. Oben war ich mit einer Regenjacke verschlossen. Der schwarze Cullmann hing mir am Rücken. Ab jetzt hatte ich immer eine Kamera in der Hand, ich wollte ja nichts versäumen. Bis zu unserem Lager war eine viertel Stunde Fußmarsch angesagt. Als wir das erste Mal in den Regenwald eintauchten, beeindruckte mich das sehr. Die Luft war feucht aber gut, die Geräuschkulisse klang spannend und aufregend zugleich und die Vegetation das war der Hammer. Ich glaube so habe ich mir das auch vorgestellt.Ein dichter Palmenvorhang ließ den Blick nicht in die Weite schweifen. Aber ich wollte ja nun auch mal wilde Tiere sehen, Schlangen und Spinnen und Käfer. Also begann mein Blick wild in der Gegend umherzuschweifen. Nur sah ich nichts. Ein paar Winkerkrabben die sich gerade eingruben, weil das Wasser weg war, eine Libelle und ein „wildes“ Schwein, das waren meine ersten Begegnungen mit den Tieren hier vor Ort. Mittlerweile hatten wir das Lager erreicht. Wir konnten uns ausruhen, da die Zimmerschlüssel zu unserem Bungalow erst um 14 Uhr zur Verfügung standen. Das Ausruhen war aber nur von kurzer Dauer, denn es stand unsere erste Tour im Regenwald an. Es sollte eine leichte Tour über eine Gehzeit von 3 Stunden sein, dabei überwand man einen Höhenunterschied von 200 Metern. Endlich bekam meine Kamera Arbeit.

Doch erst hatten wir eine halbe Stunde, in der wir noch ein wenig abhängen konnten und unsere Wasservorräte auffüllten. Wasser ist hier unheimlich wichtig. Man muss immer trinken und irgendwie hat man das Gefühl, so wie man trinkt, schwitzt man es wieder aus. Aber diese Tour ohne Wasser wäre nicht möglich gewesen. Wasser und andere Getränke bekommt man hier für wenig Geld im Lager zu kaufen. Gekühlt und in ausreichenden Mengen. Als der Durst gelöscht war gingen wir an den Strand. Dieser war von Palmen und anderen Bäumen gesäumt. Hier sah ich sie das erste Mal. Nasenaffen. Darum waren wir ja hier und nun schon sah man sie gleich am Beginn des Abenteuers. Sie waren oben in den Bäumen, fraßen Blätter und machten sich über uns lustig. Einmal gesehen, behielt ich sie im Blickfeld. Ich wechselte auf das Teleobjektiv. Dann machte ich meine ersten Fotos mit freilebenden Nasenaffen. Wir waren alle glücklich über diesen Moment, da sie jeder zu Gesicht bekam. Auch eine grüne Viper sah ich im Blätterwerk über uns. Nun war ich doch froh über meine Entscheidung das Tele-Zoom mitgenommen zu haben.

Nun war es an der Zeit, unsere erste Regenwald-Tour zu beginnen. Unser Guide sein Name war Lemon, informierte uns über eventuelle Gefahren. Schade das wir keinen deutschen Guide bekommen haben. Es ging los. Den Kamerarucksack auf dem Rücken die Kamera in der Hand stürzte ich mich in die Hitzeschlacht. Die erste Viertelstunde ging gut. Die Hitze und die Luftfeuchtigkeit machten zu schaffen. Es ging über mehrere Stege dann endlich in den Wald. Dann wurde es schwierig. Der Waldboden, ständig ansteigend war mit einem dichten Wurzelwerk übersät. Die Bäume wurzeln nicht tief sonder meistens überirdisch und im großen Radius. Das macht das Gehen nicht gerade einfacher. Die Steigungen und die Gefälle waren auch mit dichten Wurzeln übersät. Das Blätterdach war sehr dicht. Alles war nass und glatt. Es tropfte von oben herab. Man konnte und wollte sich nirgends festhalten. Oft rutschte man weg. Ich war froh die Wanderschuhe an zu haben. Ich schnürte sie sogar noch etwas höher. Hier in dieser Situation musste man höllisch auf der Hut sein. Die Kamera hatte ich in der rechten Hand. Mit der linken versuchte ich das Gleichgewicht zu regulieren. Das ging meistens schief. Ich hätte die Kamera wegstecken sollen und meine volle Konzentration auf den Weg richten sollen. Nach gut einer Stunde war es dann soweit. Es kam wie es kommen musste. Ich blieb mit einem Fuß im Wurzelwerk stecken und kippte vornüber. Um die Kamera nicht zu beschädigen nutzte ich beide Hände. So schlug ich etwas hart auf. Der Kamera war nichts passiert, aber mein Fuß. Ich war umgeknickt. Gut das ich diese Schuhe trug sonst hätte ich mir ganz sicher den Fuß gebrochen. Am Anfang ging es noch, doch die Schmerzen wurden stärker. Ich musste noch gut eine halbe Stunde durchhalten, dann machten wir eine längere Rast. Dazu erreichten wir einen Strandabschnitt. Ich sah ein paar Boote am Ufer. Hier war leider für mich die Tour zu Ende. Ich konnte kaum noch auftreten, die Schmerzen waren zu stark. Ich ließ mich mit dem Boot in unser Lager zurücktransportieren. Ich war fix und fertig. Die Tour hat mich geschlaucht.Ich bin nicht unbedingt sehr sportlich, spule am Tag aber doch so einige Kilometer ab. Aber diese Tour gleich zum Beginn das war Wahnsinn. Unser Guide lief auch, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her. Ich denke, hier sollte der Reiseveranstalter auch noch etwas nachbessern.

Nun wieder im Lager, wartete ich auf die anderen die noch an der Rücktour teilnahmen. Es sollte dann am Nachmittag noch eine Tour geben. Leider konnte ich an dieser nicht teilnehmen. Aber an der Nacht-Tour im Regenwald wollte ich unbedingt teilnehmen, auch wenn jeder Schritt schmerzen würde. Also erst mal ein wenig Kraft tanken und dann wollte ich ein wenig am Strand umhergehen, es gab ganz in der Nähe einige interessante Felsen. Nun kamen die anderen. Auch diese sahen fix und fertig aus, aber sie haben die Tour komplett geschafft, was ich ja eigentlich auch wollte. Nun habe ich den Fuss bandagiert, die Wanderschuhe fest geschnürt, den Fotorucksack abgeworfen und die Kamera mit dem 17-40mm mitgenommen. Es sollte zu den Felsen gehen. Die anderen kamen mit. An den Felsen angelangt war ich einfach überwältigt. So etwas hatte ich nicht erwartet. Es sah gigantische aus, die Texturen der Steine waren traumhaft schön. Im Hintergrund der Regenwald, so gab es einige schöne Fotos. Ich ließ mich ganz von der Magie der Steine anziehen und vergaß, dass man nicht zu weit sich vom Lager entfernen sollte. Ein Hinweisschild mit der Warnung vor Krokodilen, erinnerte mich daran. Wir machten uns wieder langsam auf zum Lager. Nun begann gleich die zweite Tour. Die anderen waren kaum weg, da sah ich wieder eine grüne Schlange. Eine Viper. Sie war um einen Ast geschlungen und schaute gelangweilt vor sich hin. Sicher war sie satt, denn sie bewegte sich keinen Millimeter und ließ mich sehr dicht an sich heran. Mittlerweile hatte ich das Telezoom wieder an meine Kamera gesetzt. Ein paar Fotos, so war ich für die entgangene Tour wenigstens ein wenig entschädigt worden.

Als die anderen wiederkamen erzählten wir uns von unserem Erlebten. Wir hatten nun einige Zeit zur freien Verfügung. Wir schauten uns das Lager an und genossen ein eiskaltes Tiger-Bier. Bier ist hier ca. viermal teurer als alkoholfreie Getränke. Es ist eben ein muslimisches Land und wenn es so ist, dann ist es halt so. Trotzdem tat das Bier gut. In der Gluthitze des Tages freut man sich immer über solche kleinen Annehmlichkeiten. Unsere Hütte in der wir schliefen hatte allen Komfort. Eigenes WC, eigene Dusche und drei Ventilatoren und last but not least eine Klimaanlage. Es gab nur zwei Hütten mit dieser Ausstattung. Eine davon hatten wir. Andere Hütten waren eher größere Schlafsäle mit vielen Betten und einer Sharing Toilete. Alles richtig gemacht, aber woran lag das. Wir hatten diese Tour fast ein Jahr zuvor gebucht, also war die Verfügbarkeit nicht begrenzt. Ich denke zeitig buchen sichert die guten Plätze. Es gab noch eine Reihe Hütten hinter uns. Nur waren diese von Tropenstürmen stark gezeichnet. Dächer waren abgedeckt und umgefallene Palmen haben den Rest erledigt. Passt man hier nicht auf, wenn man eine Büchse zum trinken ansetzt, hat man schnell die Makaken am Hals. Diese Affen nehmen alles was nicht niet- und nagelfest am Körper sitzt. Da kann es schon mal vorkommen, dass dein Teller vom Makaken entführt wird und auch deine Büchse Bier den Affen zum Opfer fällt. Aber davor hat man uns auch gewarnt.

Gegen Abend wurde es ruhiger. Die Touristen liefen mit der Ebbe aus und wir waren fast die Einzigsten, die noch im Lager verblieben sind. Außer das „wilde“ Schwein und die Makaken, ließ sich keiner blicken. Die Nasenaffen hatten sich in den dichten Regenwald zurückgezogen. Nun gab es Abendessen, alles im Preis mit enthalten. Unser Guide verteilte Wasser. Nach dem Mahl sollte die Nachtwanderung starten. Es wurde dunkel. Wir überprüften unsere Lampen. Zwei Stirnlampen und eine starke Taschenlampe, alles ok. Nun ging es los. Wir traten in den Regenwald und bewegten uns auf einem dünnen, in die Jahre gekommenen Holzsteg. Verließ man diesen, trat man in den modrigen Boden auf dem so einiges Getier nur darauf wartete mit uns in Kontakt zu treten. Zur Sicherheit, trug ich wieder meine Wanderstiefel. Es war finster, es war so finster, dass man die Hand vor Augen nicht sah. Nur der Schein unserer Stirnlampen gab den Blick auf ein wenig Regenwald frei. Es gab viele Stimmen die man wahr nahm aber nicht zuordnen konnte. Mal sah man ein paar Augen im Lichterschein, dann waren sie weg. Ein Pfeifen was von einem Vogel stammen konnte, waren die Töne von Fröschen. Unglaublich und auch ein wenig unheimlich. Sicher ging man mit uns keine gefährlichen Wege, aber Wildnis ist und bleibt nun mal wild. Es war eine fantastische Quadrophonie an Tönen und Geräuschen die die Spannung bis zum Äußersten trieb. Nach einer Stunde Nachtwanderung in den Regenwald machten wir kehrt und liefen zurück. Ich sah noch einige Käfer und kleine Frösche, so wie eine Rainforest Huntsman Spinne, die ich im Schein meiner Lampe fotografierte. Leider ist das Foto nicht super scharf geworden. Die Huntsman Spinne baut keine Netze sie jagt so ihre Beute. Ist zwar auch grauslich der Gedanke, aber man kann dann wenigstens nicht in ihr Netz laufen. Geplant war eine Wanderung von einer Stunde, wir waren nun schon wieder fast 2,5 Stunden unterwegs. So langsam wurden auch unsere Stirnlampen immer dunkler und bevor wir im Dunkel stehen, war es gut den Rückweg anzutreten. An der Wegbiegung zu unserer Hütte lief mir dann wieder das „wilde“ Schwein über den Weg. Wir saßen dann noch eine Weile an unserer Hütte, genossen ein paar Bier und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag sollte es dann wieder nach Kuching in das Lime Tree Hotel gehen. Bis dahin gute Nacht.

On the route to Santa Clara

On the route to Santa Clara

Die Tour nach Santa Clara buchten wir zur Hälfte des Urlaubes. Wir wollte eine Tour, selber zusammengestellt und ganz anders als alles angebotene. Dazu buchten wir wieder unsere cubanischen Freunde mit ihrem 57´er Pontiac. Wilhelm als Fahrer und Roland als Guide. Sie waren über unsere Anfrage recht erstaunt, denn diese Tour wollte bisher keiner, aber sie meinten auch, dass es keine schlechte Idee wäre.
Ich wollte auf dem Weg dorthin einige markante Fotos schiessen , die ich so in Varadero nie bekommen hätte. Wir fuhren gegen 8 Uhr in Varadero los. Es waren 500 Tageskilometer geplant, letzten Endes wurden es über 700km.In Anbetracht der Streckenlänge, konnten wir nicht überall halten, aber wegen der schlechten Strassen fuhr das Auto auch nicht zu schnell, so konnte ich mit dem Tele aus dem offenen Fenster meine Bilder schiessen.
Wir fuhren über Land, die kleinen Strassen, ich kann auch gar nicht mehr alle Orte bestimmen. Wir fuhren durch Santo Domingo und Esperanza bevor wir in Santa Clara aufschlugen. Warum Santa Clara? Die Frage stellten uns viele. Für mich war der Weg das Ziel, sie konnten sich nicht vorstellen, dass ich die Tour dorthin nur für´s Fotoschiessen gemacht habe um dann vor Ort nur die verschollenen Gebeine Che Guevaras in einem Mausoleum zu besuchen. Tja so ist das nun einmal Freunde, für die paar Fotos muss man auch ein wenig verrückt sein.
Santa Clara ist eine recht große Stadt mit fast 250 000 Einwohnern. Sie ist ein Verkehrsknoten und ein wichtiges Wirtschaftszentrum des Landes. Außerdem steht hier das Mausoleum in dem die Gebeine von Che Guevara und seinen engsten Vertrauten beigesetzt sind. Hier hat man auch ein Museum mit vielen Exponaten und Ausstellungsgegenständen für die Öffentlichkeit eingerichtet. In diesem Gebäude ist das Fotografieren streng untersagt, auch müssen alle Taschen und Rucksäcke draussen bleiben. Der Gebrauch von Mobilphones ist auch nicht gestattet.
Direkt am Mausoleum steht das Denkmal Che Guevaras. Ma kann es schon von weitem sehen. Hier habe ich einige Fotos mit der Cottbus-Tüte geschossen, welche ich eventuell zum Wettbewerb „Cottbus-weltweit“ mit eingereichen werden.
Die Fahrt nach Santa Clara war für mich spannend und interessant zugleich. Als Überraschung unseres kubanischen Guides ging es dann noch zur Schweinebucht, an der großen Krokodilfarm vorbei, zu einer exellenten privaten Gaststätte, in der es auch recht exotische Speisen gab. Es schmeckte hervorragend. Ich hatte vorher noch nie Krokodil oder Schildkröte gegessen.
Wegen dieses Umweges wurde dann aus den anfänglichen 500km schnell 700km.
Eines ist noch erwähnenswert, die Raststätte „259km“ unweit von Santa Clara. Der Kaffee war hervorragend. Wir kauften auch gleich 3 Liter Tomatensaft für Bloody Mary, weil es den im Hotel nicht mehr gab. Das kubanische analog Getränk dazu nennt sich Cuba Nito, hier wird statt Vodka nur Rum verwendet und somit schliesst sich dann der Kreis bei den Getränken.
An der Raststätte „259km“ konnte man wieder schöne alte Karren fotografieren, so das war dann auch wieder ein sehr gelungener Tag für mich und dem Fisheye.
Wir hatten in Kuba nicht immer das beste Wetter. Es war nie kalt, zumindest nicht am Tage, aber es herrschte über einen langen Zeitraum ein Sturmtief mit viel Regen und das schon seit Wochen. So waren dann auch die Bademöglichkeiten nicht immer gegeben. Die Kraft der Wellen sollte man nicht unterschätzen, sie ziehen dich schnell auf die offene See, so besteht sehr oft ein strenges Badeverbot, obwohl die Sonne scheint.

 

Matanzas-Kuba

 

Matanzas ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Kuba mit ca. 150 000 Einwohner. 120 km von La Habana entfernt brauchten wir nur 40 km von Varadero fahren. Besser fahren lassen und das in einem alten Oldtimer. Keinem grossen amerikanischen Boliden nein, ich hatte mir einen 61´er Renault 4 ausgesucht. Für die 40km brauchten wir fast eine 3/4 Stunde, denn der Kleinwagen war nicht mehr der Schnellste. Als wir ankamen hatte ich vor Schreck auch das Foto vergessen, so wird es von diesem Auto kein Erinnerungsbild geben. Irgend wie Schade.
Das erste was man in Matanzas mitkriegt ist der Geruch.Es riecht, nein besser es stinkt hier penetrant nach Russensprit. Wer die alten DDR Zeiten kennt, der weiss was ich meine. Die Strassen sind sehr eng und die Fusswege noch enger. Das Strassennetz ist hier rechtwinklig angelegt und besteht nur aus einem Netz von Einbahnstrassen, man hat also nur aus einer Richtung die „Fahrzeuge “ zu erwarten, meint man. Na ja, Ausnahmen bestätigen die Regel.
So kämpften wir uns fast 6 Stunden durch Matanzas, oft wurde die Luft sehr knapp und wir mussten dem Verkehr entfliehen. Nur wohin? In Matanzas hat man für diese Art der Flucht keinen Ausweg.
In Matanzas leben alle die auf Varadero, dem Ferien Luxus Paradies, arbeiten und das sind eine Menge Leute. Diese werden dann in eigens dafür geschafften Bussen oder LKW´s zu Bussen aufgearbeitet nach Varadero gefahren und dann auch wieder zurück. Der Alltag ist hier sehr geregelt. Die Arbeitslosenquote gleich Null. Na irgend woher kommt mir das bekannt vor.
Matanzas hat ein grosses Kraftwerk, welches das Land mit Strom versorgt. Hier in Matanzas wird der Zucker verladen , der dann einige km weiter zum Nationalgetränk des Landes verarbeitet wird. In Matanzas wird das minderwertige Erdöl verarbeitet, welches man hier in der Nähe des Wassers aus dem Boden holt. Dieses Erdöl ist äusserst Schwefelhaltig und irgendwie kann man das überall riechen. Gepaart mit den Abgasen der Autos ergibt das eine Mischung, die für einige Zeit unangenehm sich in der Lunge Platz verschaffte. Aber alles halb so schlimm, ich habe es ja überlebt. Es ist laut und schmutzig in Matanzas, irgendwie unangenehm und es gibt kaum Ruhepunkte in der Stadt. Trotzdem geht das Leben hier irgendwie gemächlich von statten.
Den Leuten denen ich begegnete, waren alle sehr nett, höflich und irgendwie zufrieden. Das waren dann die angenehmen Momente meines Ausfluges. Und das war für mich die Hauptsache, deswegen wollte ich diese Enge auch einmal verkosten. Es gab eine reichlige Menge von interessanten Fotos, von denen ich hier einige zeigen möchte.
Mein Fazit: Matanzas muss man nicht gesehen haben. Aber, möchte man das Leben hier auf Kuba einmal hautnah spüren, dann sollte man Matanzas sich anschauen, denn man erlebt es hier ehrlicher als z.B. in La Habana oder auf Varadero.

Viajar a La Habana

Heute nun ging es nach La Habana

Das Wetter bisher in Kuba war nicht so spannend. Es war nicht kalt aber ständig Regen und Sturm. Unser Tag in La Habana sollte aber recht schön werden. Gegen Mittag brannte dann auch die Sonne. Wir entschieden uns für eine Tour durch die Altstadt, dann einen Abstecher zum alten Friedhof um dann noch ein wenig am Malecon spazieren zu gehen.Wir fuhren von Varadero nach La Habana mit einem 57er Pontic. Ein Fahrer und ein deutsch sprechender Guide waren mit dabei. So konnten wir uns ganz auf die Tour konzentrieren. Die Fahrzeit betrug gut 3 Stunden. In La Habana angekommen lief dann erst mal alles nach Plan. Unser Gang durch die Altstadt war sehr interessant.Ich habe schon einige alte Städte gesehen aber hier in Kuba auch in La Habana war alles noch ein wenig schlimmer. Die Häuser machten auf dem ersten Blick keinen guten Eindruck, auf dem zweiten Blick wurde es noch furchtbarer und schaffte man sich einen Überblick von oben sah man das ganze Unheil. Dächer, wenn man das noch so nennen konnte waren alle notdürftig geflickt, mit allem was man hatte.
Kubaner sind Lebenskünstler, sie haben es überhaupt nicht leicht, sind aber zufrieden und eigentlich immer freundlich. So war diese Situation wenigstens einigermassen erträglich. Für die Tour durch die Altstadt brauchten wir gut 2,5 Stunden und es gab viel zu sehen. Dann ging es weiter. Leider war ein Besuch im Capitol nicht möglich. Dort wird schon seit gut 3 Jahren saniert und erneuert. Nun macht das dort eine deutsche Firma. Sie haben das Capitol komplett umzäunt, so war kein Blick möglich. Schade.Der Platz der Revolution mit dem Denkmal hatte eigentlich nichts besonderes, eher etwas bedrückendes. Aber man konnte hier gut vorbeifahrende Autos fotografieren, denn das stand auf meiner Agenda. Dann wurde es plötzlich immer dunkler und es fing an zu regnen, erst sachte dann immer stärker. So konnte ich den alten Friedhof vergessen, wir fuhren zwar dran vorbei, aber hielten nicht an. Auch Schade. Zum Mittagessen ging es dann in ein etwas verstecktes privates Lokal. Sehr gut. Das Lokal und das Essen. Dann hielten wir an der Festung um einen kleinen Einkauf im Laden mit der längsten Zigarre der Welt zu tätigen. Nun sollte es zum Malecon gehen aber bei dem Regen hielten wir auch dort nicht an.
Der Malecon war die letzten zwei Tage gesperrt, es herrschte Sturm und die Wellen peitschten 30 Meter über die Kaimauer, so war dort auch der Autoverkehr gesperrt. Malecon stand bei mir ganz oben, somit fing dann auch mein Herz an zu bluten. Es war schon später Nachmittag. Die Altstadttour dauerte länger als geplant und uns standen noch die 3 Stunden Rückfahrt zu Hotel bevor. Fazit: Die Tour in der alten Karre war lustig und machte riesigen Spass. Die Altstadt war spannend , anstrengend und zermürbend zugleich. Ich war über die Ausfälle (Malecon und Friedhof) sehr enttäuscht.Ich war froh einige schöne Strassenszenen im Kasten zu haben aber alles in allem hielt sich mmeine Begeisterung in Grenzen. Die Stadt ist alles andere als in einem guten Zustand. Um nur halbwegs einiges zu richten braucht man sehr viel Geld, Geld was Kuba sicher nicht hat. Eines ist mir aber bewusst, sollte sich Kuba in der nächsten Zeit nach aussen öffnen um dem Kapitalismus Tor und Angel zu öffnen, wird sich grundlegend alles ändern, bis hin zur Mentalität der Menschen und ob ich das dann noch einmal sehen möchte, das glaube ich eher nicht.

Varadero-Kuba

 

A pleasant life in Varadero

Die angenehmen Seiten des Lebens kann man hier in Varadero finden. Varadero nimmt einen Sonderfall auf Kuba ein. Varadero befindet sich an der Nordküste Kubas auf der Halbinsel Hicacos. Wie schon einmal erwähnt, liegt es ca. 120 km von La Habana entfernt. Varadero hat ungefähr 7000 Einwohner wird aber jährlich von einer halben Million Touristen besucht, mit steigender Tendenz.
Möchte man Kuba besuchen um das Leben hier kennenzu lernen und Land und Leute mal richtig abchecken, dann ist man hier total fehl am Platz. In Varadero sieht man nur den Glanz des Landes. Hotelanlagen und Traumstrände im Megapack. Fast alle Touristen die Varadero buchen sind All inclusive Touristen. Essen und Trinken in den Hotels bis der Arzt kommt. Keinesfalls wird hier auf die Spardrüse gedrückt, nein überhaupt nicht. Im Hotel gab es Büffets die habe ich selten in Europa gesehen, an der Bar wurde der gute 7 jährige Havanna Club ausgeschenkt. Die beste Wahl hat man mit dem Santiago de Cuba, dem ehemaligen Bacardi Rum, es gibt nichts besseres.
Und so trifft man die Wohlstands-Touristen auf der gesamten Halbinsel. Kanadier, Franzosen, Deutsche und Engländer und nun haltet euch fest Italiener. Machmal dachte ich ich wäre irgendwo in Italien. Die Italiener sind dabei sich einige Hotelanlagen zu vereinnahmen. Wohnt man in einer dieser italienischen Kubaner hat man Pech. Laut, egoistisch und geizig. Kaum ein Trinkgeld für die Bediensteten haben sie übrig, darum liebt man hier die Deutschen, die sind großzügiger. Aber bei 50 Euro Monatsverdienst, kann man sich nur mit Trinkgeld ein gutes Gewissen verschaffen.
In der Stadt Varadero kann man shoppen. Kunstgegenstände aus einheimischen Materiealien findet man hier an allen Ecken.Man kann sich mit alten Taxis durch die Gegend kutschen lassen und Varadero hat einen Hafen. Den baut man gerade aus. Es werden viele, unheimlich viele Liegeplätze für Yachten entstehen. Auch die letzten beiden Hotels der Halbinsel entstehen hier an der Marina Varadero. Dann besitz das Urlaubsparadies 79 Hotelanlagen die zur Verfügung stehen.
In der Marina Varadero kann man Katamaran Fahrten buchen oder man gönnt sich für mehr Geld einen Tagesausflug mit einer der vielen Yachten, Koch und Steuermann inbegriffen. Genau das taten wir und um es vorweg zu nehmen, dies wurde einer der schönsten Tage in meinem Leben.
Wir fuhren auf die offene See hinaus. Besuchten Delphine und Pelikane und auf dem Rückweg ging es in die Mangroven. Zu essen gab es frisch gefangene Lobster und Steaks und zu trinken gab es Rum, Wasser, Cola bis zum Abwinken.
Varadero ist ein herrlicher Ort wenn man das Wasser und den Strand ausgiebig geniessen möchte, bei Essen und Trinken was das Herz begehrt. Auf Varadero lernt man aber nicht Kuba und seine Menschen kennen, dazu muss man hinaus in das Land. Das ist jederzeit möglich. Man kann sich Oldtimer mit Fahrer und deutschem Guide mieten. So sieht man auch Ecken abseits der Reiseführer.

 

Roma City Tour – Veni vidi vici.

 

Roma City Tour 2013 – Veni vidi vici.

Roma City Tour 2013 – Veni vidi vici. Rom war das Ziel wie auch schon im Jahr 2009. Nur dieses Mal besuchten wir die Stadt im August, genau vom 30.07. – 10.08. 2013. Wir wussten das es der wärmste Monat war in dieser Stadt, was uns aber wirklich bevorstand, das haben wir nicht geahnt. Von den 12 Tagen Rom hatten wir 11 Tage wundervollen dunklen blauen Himmel und Temperaturen nicht unter 34 Grad im Schatten. Doch diese Plätze waren heiß umkämpft. Wasser war das Hauptnahrungsmittel. Ich weiß gar nicht, wie viel wir von diesem köstlichen Nass am Tag verbraucht haben, es könnten fast 6 Liter gewesen sein.

Wir flogen mit Lufthansa ab Berlin Tegel bis Rom Fiumicino, von dort sollte es mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt bis zum Hotel gehen. 2009 haben wir unbeleckt einem Taxifahrer 70 Euro für die Strecke gezahlt. Dieses Jahr wollte ich die Summe dann doch lieber in Bier anlegen. Wir fanden auch ohne lange Suchen einen Bustransfer bis zum Termini, dem größten Bahnhof in Rom. Von dort ging es per Pedes zum Hotel weiter. Für den Bustransfer haben wir 5 Euro pro Person bezahlt, in der Summe 60 Euro gespart.

Am Termini angekommen machten wir uns gleich auf den Weg. Weg? Na ja. Die Gehwegen am Termini sind sehr schmal und alle 100 Meter von Baustellen überzogen, so das es teilweise nur auf der Straße weiterging. Und die war stark befahren. Da hatte ich mein Abenteuer. Italiener sind eingebildete Menschen. Ihr müsst nicht glauben, dass sie auch nur 1mm Platz machen wenn die auf der Straße oder auf dem Gehweg stehen und quatschen, nein, ihr müsst einen großen Bogen drum machen. Kommt euch ein Italiener aber auf einem Fußweg entgegen und ihr wollt mit dem Gepäck weiter, vergesst es , er macht kein Platz. Unhöflich und ohne Manieren sind sie die Italiener, es sei denn du bist bei ihnen in der Pizzeria, dann bist du wieder der Größte. Na, dann hatten wir ja die erste Lektion schon einmal gelernt, und es sollte im gesamten Urlaub nicht besser werden. Ich dachte vielleicht, der erste Eindruck trübt , aber auch im Bus, in der Metro, im Museum und überall da wo man sich entgegenkommen konnte, wichen sie nicht aus.

Eines schien für sie aber heilig zu sein. Der Zebrastreifen. Am Anfang war er mir nicht geheuer, denn stand man an der Straße und wollte hinüber, es hielt einfach keiner an. Dann schaut man sich jedoch das Verhalten der Römer am Zebra an, merkte man, sie standen nicht, sie gingen einfach und genau das funktionierte , die Autos hielten an. Also wenn ein Zebrastreifen in der Nähe ist, benutzt ihn, schaut nicht lange, sondern geht hinüber. Keine Angst, es funktioniert. Na gut nicht immer, aber meistens.

Unser Hotel befand sich im Stadtviertel San Lorenzo. Im letzten Beitrag habe ich schon einige Eindrücke über San Lorenzo geäußert. Folgende Schwerpunkte umfasste in diesem Jahr unsere City-Tour: Ostia Antica, Caracalla Therme eine schöne Aussicht vom Parco Savallo, unbedingt einen Abstecher zum Piazza Navona wo wir gleich das Pantheon mitnehmen konnten sowie einen Abstecher zum Mittelmeer und einen Spaziergang auf der Via Appia Antica. Im Grunde genommen nicht viel, da sollte noch viel Zeit zum Erholen und Genießen bleiben. Aber meistens kommt es immer anders als gedacht.

Der erste Tag führte uns zur Basilica San Giovanni in Laterano und weil es so schön war ging es gleich weiter in Richtung Kolosseum ohne dieses jedoch zu besuchen. Nach einem wundervollem Mittagsessen ging es im angrenzenden Park eine Runde ums Areal und dann wieder per Pedes zum Hotel zurück. Vielleicht waren es gut 10 km, vielleicht auch mehr, mit vollem Fotorucksack auf dem Rücken und der Sonne im Nacken bei 34 Grad plus im Schatten, kam es doch schon eher einer Gewalttour sehr nahe. Nun sollten die nächsten Tage angenehmer verlaufen, einfacher und erholsamer für uns. Den Gefallen taten sie uns nicht, die Touren wurden noch länger und die Hitze noch unerträglicher. Nur die interessante Architektur und die direkte Nähe zur antiken Geschichte Roms, hielten den Motor am Laufen und literweise Wasser, welches auch schon mal in Bierform genossen wurde.

Die ersten zwei Tage absolvierten wir unsere Touren zu Fuß. Später schauten wir uns die Fahrpläne des öffentlichen Verkehrs an und nutzen den so gut es ging. Und es ging immer gut. Von San Lorenzo kommt man am besten mit dem Bus der Linie 3 überall ins Stadtgebiet wo man umsteigen kann nach belieben. Steigt man an der Haltestelle Piramide aus, kommt man über der Straße zur Metro, die einen nach Ostia Antica oder auch ans Mittelmeer bringt. Steigt man an der Haltestelle S.Giovanni aus und fährt mit der Metro bis nach Flaminio, kommt man in wenigen Minuten am Piazza del Popolo an. Dort gibt es meiner Meinung nach den schönsten Aussichtspunkt um Rom in seiner ganzen Herrlichkeit zu genießen. Auch kommt man von dort in kurzer Zeit zur Spanischen Treppe. Fahrscheine für den Öffentlichen bekommt man in speziellen Tabakläden, oder am Automaten im Bahnhof oder an Metrostationen. Der Fahrschein kostet 1,50 Euro und man kann so weit fahren wie man möchte, auch gilt er 100 Minuten nach dem Entwerten noch, das ist hilfreich, wenn man aus dem Bus in die Metro einsteigt. So spart man Zeit und Geld. Übrigens, die Fahrscheine für Bus und Metro und Straßenbahn sind alle die selben, auch das lernt man mit der Zeit.

Wie in vielen Ländern der Welt üblich, sind Busse und Bahnen im Sommer klimatisiert und die Fahrt mit ihnen wird zu einer Erleichterung. In Rom aber ist auch hier wieder alles anders. In Bussen funktioniert die Klimaanlage eher nicht und in der Metro nur in neuen Zügen, davon gibt es sicher aber nur einen. Es wird in den Verkehrsmitteln oft sehr , sehr eng und warm, nein, heiß. Trotzdem ist es eine Erleichterung sie zu benutzen. Die ersten zwei Tage bin ich in voller Montur, mit gepacktem Fotorucksack on Tour gegangen, später ist die Fototasche kleiner geworden , aber es kam ein Stativ dazu. Und so hatte man , wenn man fotografieren wollte, immer zu schleppen. Bei den Temperaturen ging das ganz schön an meine Substanz. Nicht nur an meine. Die Kamera hatte da auch ihre Probleme. Durch die hohen Temperaturen, die der Canon leider auch nicht erspart geblieben sind, bekam der Sensor wieder das Problem , was man in den Fotos als erhöhtes Rauschen wahrnahm. Ich hatte vor zwei Jahren in Asien schon einmal damit zu kämpfen. Nun kam aber hier auch die grelle Sonne dazu. Unsere Touren fanden gegen Mittag ihren Höhepunkt. Genau dann, wenn das Licht gleißend direkt von oben herab schießt. Es waren die ungünstigsten Bedingungen zum Fotografieren der letzten Jahre. Ich hoffe , wenigstens einige Bilder in meiner Galerie zum Besten zu geben. Aus dem Blickwinkel betrachtet, meine schwierigsten Locations der letzten 6 Jahre.

Wir haben alles geschafft was wir uns vorgenommen hatten und noch mehr. Die Caracalla Therme kam gleich zum Anfang dran. Hebt euch die Eintrittskarten zur Therme auf, man kann sie in vielen Museen und Ausstellungen noch verwenden. Die Eintrittskarten zur Therme dienten uns auch zum Besichtigen der Burganlage Caentani beim Cecilia-Metella Grabmal, sonst wären da auch noch einmal 7 Euro je Person fällig gewesen, nur in den S. Sebastiano ad Catacumbas (Katakomben) hatte sie keine Wirkung. Nun war der Rundgang in den Katakomben auch nicht so aufschlussreich , wie ich es mir erhofft hatte. Auch ist in den Katakomben das Fotografieren streng verboten. Als persönliches Highlight in Rom empfand ich die Touren nach Ostia Antica und zum Cimitero Monumentale Verano. Letzteres ist ein alter Friedhof, der älteste und größte in Rom. Nicht nur der größte in Rom sondern auch der größte den ich je gesehen habe. Ich war von der Anlage unheimlich stark beeindruckt, so stand diese Location zum Anfang und zum Ende der Tour auf unserem (meinem 😉 ) Zettel. Allerdings warnt man hier vor der Tiger-Mücke, welche sich in den Zypressen ansiedelt und für den Menschen gefährlich werden kann. Allerdings habe ich die Warnhinweise erst beim Verlassen des Friedhofes gelesen, so dass ich nicht sagen kann, ob sie mich erwischt hat, oder nicht. Aber da ich noch lebe , gehe ich ganz stark davon aus, dass sie mich nicht erwischt hat. Zu Ostia Antica fehlen mir einfach die Worte, so gewaltig ist die Anlage gewesen. Man hatte ständig den Verdacht, in der nächsten Gasse in ein anderes Jahrhundert zu gelangen. Kopfkino pur. Ostia Antica gehört unbedingt in jeden Touren plan für Rom Touristen. Hier sollte man sich einen ganzen Tag einplanen, da die Anlage von ihren Ausmaßen einfach nur gigantisch groß ist. Als kleine Aufgabe kann man sich stellen, dass Haus von Amor und Psyche zu finden (DOMVS DI AMORE E PSICHE ), denn die Götter sind hier zu Hause. Am Ende des Tages hatte ich dann einen heftigen Sonnenbrand und ich glaube auch, das die Quecksilbersäule an diesem Tag auch über die 40 Grad stieg.

San Lorenzo ist auch ein Universitäts-Viertel. Hier sind die meisten Unis Rom beherbergt. Unter anderem befindet sich hier das Gebäude der Città universitaria La Sapienza, eine von Mussolini errichtete Universitätsstadt, die interessante Berühmtheit erlangte wegen ihrer faschistischen Architektur. Auch hier waren wir um die Mittagszeit herum, ich hoffe die Fotos sind mir halbwegs geglückt.

So, ich möchte auf Einzelheiten jetzt keinen großen Wert legen. Vielleicht ein kleines Fazit ist angebracht. Ich habe sehr viele Fotos gemacht. Zu viele. Ein Tipp an alle die sich auch den August und die Mittagshitze zum Fotografieren aussuchen wollen. Nehmt Speicherkarten mit und schießt die Fotos in RAW, so könnt ihr am Rechner noch Einfluss auf die Belichtungsdaten der Fotos nehmen. Ich könnte mich ärgern, denn ich habe mich für JPG entschieden, wegen den Speicherkarten. Ich hätte mir lieber welche kaufen sollen, als jetzt manchen Belichtungsmatsch noch hinzubiegen. Also, RAW,Speicherkarten und Gegenlichtblenden nicht vergessen. Ansonsten ist Rom eine herrliche Stadt. Sicher kommt es immer auch auf die Sicht des Betrachters an. Aber mir gefällt das Alte, das Bröcklige, die harmonischen Farben von Trastevere und San Lorenzo, die antiken Altertümer, die Pizzerien, Trattorien, die vielen kleinen Lokale in denen man außergewöhnlich gut speisen kann und das Eis. Weniger gefällt mir die Mentalität der Leute, da ist man in Asien besser aufgehoben und der Dreck in dieser Stadt. Einfach furchtbar. Überall wo man hinsieht Dreck, Papier, weggeworfene Zeitungen, Werbungen , Becher , Flaschen, Taschentücher, Sachen, Schuhe, selbst Möbel findet man an allen Ecken. Dabei gibt es so viele Papierkörbe und Container verteilt in dieser Stadt, die Menschen haben nur nicht das Bewusstsein ihren Müll auch zu entsorgen, nein, der fällt ihnen einfach aus der Hand. Das ist das abartigste was mir so in  der letzten Zeit begegnet ist. Aber auch ein großes Plus kann sich Rom einschreiben, es gibt an fast jeder Kreuzung Trinkwassersäulen aus denen pausenlos kühles frisches Trinkwasser sprudelte. So kann man auch mal schnell seine leer gebecherte Mineralwasserflasche auffüllen, ohne sich neue kaufen zu müssen. Man beachte, in der Nähe des Kolosseums kostet die kleine Flasche Wasser 2 Euro, teilweise 2,50 Euro. Das ist schon happig. Für mich ist Rom immer wieder eine Reise wert.

 

Streng Geheim ! – Komplex Riese

 

Streng Geheim ! – Komplex Riese unterirdisch

Heute haben wir etwas länger geschlafen. Gestern war ein anstrengender Tag in Breslau. Der Blick aus dem Fenster bescherte uns gedrückte Stimmung. Es regnete. Regen stand so gar nicht auf dem Plan. Erst einmal Frühstücken.

Rund um den Ort sind Schilder und Hinweistafeln, die auf ein ausgedehntes Bunkersystem in dieser Gegen hinweisen. Also stand die Wahl der Location fest. Es sollte in und unter die Erde gehen.

Das Bunkersystem was hier entstehen sollte, bekam den Namen”Riese” und war eines der grössten Bauprojekte des III.Reiches. Hier sollte ein neues Führerhauptquartier entstehen sowie Wohnquartiere für das Oberkommando des Heeres (OKM,OKL,OKH). Es war als Streng Geheim eingestuft worden. Da aber die Arbeiten erst 1944 begannen, ist es wohl mit der Tarnung nicht so ernst genommen worden. Dieses Bunkerprojekt umfasste meherer Bauabschnitte in verschiedenen Orten, so bekam jeder Bunker seinem Zweck zugeordent auch die dementsprechende Bezeichnung. Das grösste Stollensystem befand sich am Wolfsberg und nannte sich “Komplex Riese” Der genaue Verlauf, Bauabschnitt kann bis heute nicht rekonstruiert werden, denn es gibt keine Anhaltspunkte mehr auf die Pläne der Anlage, kein Milimeter Papierfetzen ist heute davon mehr aufzutreiben. Rekonstruktionen sind nur mit Hilfe der ansässigen Bevölkerung und überlebender Häftlinge, die zum Bau mit gezwungen worden, möglich.

Grosse Teile von “Riese” stehen unter Wasser. Damalige Sprengungen , errichteten natürliche Dämme die das Wasser im Inneren der Anlage anstauten. Weitere Komplexe sollten an folgenden Orten entstehen: Oberdorf,Dorfbach,Säuferhöhen,Ramenberg,Wüstegiersdorf und Falkenberg. Der siebente Komplex sollte in Waldenburg unter dem Schloss Fürstenstein entstehen. 50 Firmen waren damals an den Baumassnahmen beteiligt. Durchzuführen waren die Arbeiten mit KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern sowie Kriegsgefangenen aus dem nahen Aussenlager KZ Gross Rosen. In den Anlagen wurden insgesamt 8,5km Stollen ausgegraben, 36km Strasse mit einigen Viadukten und Brücken gebaut und 60km Bahngleise verlegt. Unter anderem sollte hier die deutsche Rüstungsindustrie unterirdische Produktionsanlagen bekommen.

Aus dem Vorhaben ist nichts geworden. Der Ausgang des Krieges ist jedem bekannt. Das komplette Geheimnis der Anlage, wird wohl nie gelüftet werden. Bis zum heutigen Tag gibt es keine Spur zu den Plänen. Nach dem Krieg nutzt die russische Armee diese Anlagen, später auch die polnischen Streitkräfte. So wurde die Komplexe von einem Streng Geheim zum nächsten Streng Geheim behütet wie ein rohes Ei. Später dann, in den 80ern gab man die Anlagen auf. So konnte dann auch intensive Höhlenforschung betrieben werden. Doch der Verlauf aller Stollen ist bis zum heutigen Tag noch nicht erklärt. Es ranken sich auch viele Geheimnisse und Mythen um die Hinterlassenschaften der Armeen.

Der Komplex Riese, in den wir uns heute begeben wollen, ist einer der grössten erhaltenen Stollensysteme. Privat vermietet ist er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. In Oberdorf soll man noch Reste von SS Kasernen und Mannschaftsbauten, sowei Schwimmanlage und Rampen für den Bahnverkehr erblicken können. Der Komplex Dorfbach ist als Stollen seit 1995 für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Auch der zweitgrösste Komplex Süferhöhen ist zugänglich gemacht worden. Die Stollen in Ramenberg sind noch nicht erkundet und somit der Öffentlichkeit unzugänglich. Auch die Stollen in Wüstegiersdorf sind nicht zugänglich. Vom Gesamtkomplex gibt es eine detaillierte Karte mit Luftaufnahmen aus dem Jahre 1944, welche Aufschluss über die Ausmaße der Anlagen gibt. Sorgfältig recherchiertes Material wurde hier zu einer Karte im Maßstab 1:10 000 angefertigt. Man kann die Karte käuflich hier erwerben oder im Infohäuschen vom Komplex Riese.

Der Besuch der Stollen in Walim (Wüstewaltersdorf) begann im Infohäuschen. Man muss warten , bis sich eine Gruppe gefunden hat. Der Eintritt kostet 10 Zloty für den Erwachsenen. Ich habe mir die o.g. Karte mit den Luftaufnahmen gekauf für 22 Zloty. Wir haben fast eine Stunde gewartet. Natürlich im Innenraum, es lief ein Video über die Sehenswürdigkeiten im Eulengebirge. Das war recht interessant, zwar in polnischer Sprche, aber den Sinn hat man schon irgendwie mit den Bildern verknüpfen können. Der Führer der Gruppe bot sicher sehr gute Infos zu der Anlage, die ich wegen der Spachbarriere leider nicht verstand. Der Rundgang dauerte gut 1,5 Stunden. In den Stollen ist es kalt, sehr feucht, teilweise nass und dunkel. Zum Fotografieren braucht man schon ein Stativ in einigen Fällen ein Blitzlicht und lichtstarke Objektive, sonst hat man keine Chance. Ich habe versucht auch einige Fotos zu machen , mit der Zeit beschlug das Objektiv, viel war in der Feuchte dann auch nicht rauszuholen. Da es sich hier direkt um ein Arbeitslager im II. WK handelte , ist man deutschen Mitbürgern auch etwas reserviert eingestellt, so hatte ich jedenfalls das Gefühl. Der Rundgang war trotzdem recht interessant, und da ich von diesen Objekten bisher noch nie etwas gehört hatte, bereicherte ich dadurch auch mein Allgemeinwissen.

Im Anschluss hier, möchte ich euch einige Fotos zeigen, die ich in und an der Anlage gemacht habe. So verging der Vormittag wie im Fluge, mal sehen was wir noch mit dem Rest des Tages anfangen.

Einige Entfernungen zum Ort Walim (PKW)

Jugowice – Walim: 6,7km, 11 Minuten

Cottbus – Walim: 229km, 2 Stunden 59 Minuten

Hamburg – Walim: 634km, 6 Stunden 37 Minuten