Traveling with my camera

Abenteuer Borneo 2017

 

Abenteuer Borneo 2017

Das Abenteuer kann beginnen

19. März 2017. So, seit gestern bin ich aus Asien zurück. Mein Ziel war Borneo, genauer gesagt Sarawak. Dort wollte ich in den Bako Nationalpark. Was heißt wollte, ich bin. Was gibt es da? Nasenaffen und Regenwald und vieles noch mehr. Bevor wir aber in den Bako Nationalpark ankamen ging es für ein paar Tage nach Kuala Lumpur, von dort per Flugzeug nach Kuching, der Hauptstadt von Sarawak. In Kuching haben wir uns die Stadt angeschaut, vor allem das alte Chinatown. Dann ging es per Kleinbus in den Regenwald und später zum erholsamen Teil nach Damai Beach. Wir hatten über die gesamte Zeit ein herrliches Wetter. Durchgehend 33 Grad und viel Sonne bei gefühlten 200% Luftfeuchtigkeit.

Folgende Fotoausrüstung hatte ich in meinen Lowepro Flipside 400 AW gepackt. Als Kamera kam die Canon EOS 6D mit. Als Objektive gingen mit aus Reise das Canon EF 50mm STM, Canon EF 17-40mm USM L und das Tamron 70-300mm. Ein paar Filter (ND + Cokin) & Akkus und ein paar SD Karten. Alles hat die Hitze und die Feuchtigkeit gut überstanden. 3 Mal musste ich aber große Putz- und Flickstunde einlegen. Ich hatte schon mal die EOS 500D mit in KL, nur muss ich sagen, dass die EOS 6D viel besser mit der Wärme und dem Rauschverhalten klar gekommen ist. Insgesamt habe ich an die 2000 RAW´s auf meinen Karten. So nach und nach werde ich dann hier einige Bilder zeigen. Nur gebt mir etwas Zeit, das ganze dauert.

Zwischenstopp Kuala Lumpur

Unsere Asien-Tour 2017 beginnt in KL. Kuala Lumpur liegt 35 km von der Westküste der malaysischen Halbinsel entfernt. Das Klima ist tropisch. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt um die 33 °C. Nachts „kühlt“ es sich dann auch schon mal auf 24 °C ab. Die Niederschläge kommen unregelmäßig aber heftig. Wenn es regnet ist es besser ein Dach über den Kopf zu haben. Wir waren aber nur für zwei Tage in der Stadt und an diesen beiden Tagen blieb es trocken. Die Stadt besitzt ca. 1,6 Mio Einwohner. Malaysia ist ein Einwanderungsland, das bekommt man hier in KL besonders gut mit. Die Bevölkerung besteht aus Chinesen, Malaien, Indern, Araber, Sri Lanker, Europäer, Indonesier und Philippiner. So bringt auch jeder seine Religion mit, sowie die Tempel und Kirchen in denen gebetet wird. Diese Multi-Religionen machen das Stadtbild bunt und spannend.

Kuala Lumpur ist eine Baustelle. Überall wird gewerkelt und geschaffen. Schade im Bezug auf dem Besuch einiger Tempelanlagen, die wir nicht besichtigen konnten. Aber schön dann wieder, dass Neues entsteht. Da werden in der nächsten Zeit wieder einige Gebäude in die Höhe wachsen. Die Fotos der Skyline von 2008 unterscheiden sich doch schon in einigen Gebäuden von den diesen Jahres.

Warum wieder Kl. Ich war doch schon dort? Wir brauchten für unsere Borneo Tour einen Startpunkt und den hatten wir nach KL verlegt. Unser Hotel lag direkt in Chinatown. Besser ging es nicht um KL noch etwas genauer kennen zu lernen. Im Nachhinein hatten wir uns gesagt, es hätten doch ruhig zwei Tage mehr sein können. Was unternimmt man also in 2 Tagen in KL?

Wir sind gegen 23 Uhr im Hotel angekommen. Der Flug ging von Berlin Tegel über Doha nach KL. Wir waren also schon einige Stunden unterwegs. Die Uhren haben wir 7 Stunden vorgestellt (Winterzeit).Nachdem um 23:20 Uhr die Zimmer bezogen waren , passten wir uns der immer noch herrschenden Hitze an und zogen hungrig in die große Stadt hinaus. Na gut. Soweit ging es in dieser Nacht nicht. Wir beschlossen uns nicht weit vom Hotel zu entfernen. Irgendwie kam alles mir doch so bekannt vor. Die Ecke, da war ich schon mal und hier das kennst du auch. Schön den Blick wieder einmal zu haben. Ganz in der Nähe des Hotels wurden wir fündig. Eine leckere Straßenküche lud zum verweilen ein. Es gab Saté-Spieße in allen Variationen. Mit Entenfleisch, Hühnerfleisch, Rind- und Schweinefleisch und auch mit einer Menge Gemüse. Geschmeckt hat es hervorragend. Neben unseren Saté-Spießen gab es einen Eimer mit Eis und 4 Flaschen Tiger Bier. Der Hammer. In der Hitze der Nacht hat der Getränkevorrat leider nicht lange gehalten. Nur noch einen kleinen Spaziergang durch nächtliche Chinatown und dann war Zapfenstreich. Der nächste Tag konnte kommen.

Ein wundervoller Tag. Sonne, kaum Wolken und viel Elan. Es konnte losgehen. Als wir zum Frühstück gingen und einen Blich nach draußen geworfen hatten, kam der zweite Hammer. Hitze und Luftfeuchte im obersten Bereich. Das wird anstrengend. Der Fotorucksack war gepackt. In Anbetracht der Hammer-Hitze war mir nicht sehr wohl dabei. Na ja, zum Resultat später.

Wir wollten heute in das Zentrum. Ein wenig bummeln. Tempel suchen, finden und besuchen und ein wenig mit dem Rapid KL und dem Monorail fahren. Wir haben viel geschafft, einiges blieb auf der Strecke und ich habe viele bekannte Ecken wiedererkannt. Die Hitze war barbarisch. Viele Pausen, vor allem Trinkpausen waren nötig um den Tag gut zu überstehen. Wir waren an den Twin Towers, dem KLLC mit den viele Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, wir sind Zug gefahren und auch Taxi. Wir haben uns über den Tag hinweg bestens unterhalten. Zum Höhepunkt haben wir uns das beste aufgehoben: den Menara Kuala Lumpur. Er ist mit 421 Metern der höchste Fernsehturm Malaysias und der siebt höchste der Welt. Er bietet auf über 300 Meter Höhe eine 360 Grad Aussichtsplattform mit zwei gläsernen Sky-Walks. Hier hat man nichts mehr unter sich als eine Glasplatte mit einer fantastischen Durchsicht. Auch der Rundgang um den Turm. Atemberaubend. Man hat keine dicken Glasplatten vor der Nase. Man kann die Skyline von KL ohne störende Spiegelungen bestaunen und Fotografieren. Allerdings es hat auch seinen Preis. Ein Besuch der Plattform kostet 105 RM pro Nase. Möchte man noch zwei Fotos als Erinnerung mitnehmen, bucht man dafür noch einmal 100 RM (1€ ca. 4,7 RM Ringgit). Aber es ist ja Urlaub.

Fotografiert habe ich übrigens auch. Ist ja ein Fotoblog, also wird hier nicht nur geschrieben sondern es wird auch fotografiert. Der Rucksack brannte höllisch auf dem Rücken. Ich hatte dort die Canon EOS 6D und drei Objektive zur Auswahl. Dazu hatte ich einleitend im ersten Beitrag schon einmal etwas erwähnt. Das lichtstarke 50er hatte ich bis jetzt nur einmal zum Nachtspaziergang drauf. Am meisten, zu 90% habe ich das Canon EF 17-40 mm L USM benutzt. Die Skyline Aufnahmen ausschließlich mit 17 mm, dann habe ich zu 70 Prozent die 28 mm gebraucht ungefähr 20 Prozent die 35 mm und der Rest verteilt sich über die gesamten Brennweiten. Das interessante für mich ist, ich hätte eigentlich nur ein Objektiv gebraucht. Dann wäre auch die Fototasche eine gute Alternative. Man schwitzt den ganzen Tag und die Belüftung an meinem Flipside 400pro ist doch nicht ganz so top wie in der Werbung beschrieben. So gab es zum nassen Rücken auch einen feuchten Rucksack. Am nächsten Tag verzichtete ich auf den Rucksack, nahm eine kleine Fototasche, wo nur die Kamera und ein Objektiv reinpasste. Von der riss mir dann noch der Riemen. Vor dem Fall konnte ich noch alles auffangen. Lowepro. Dieser Firma dürfte solch Lapsus nicht passieren. Einen Riemen bekam ich für 70 RM im Central Market. 6 Fotos hatte ich bis jetzt mit dem 70-300 Tele geschossen, der schwersten Kanone von allen. Als für Städtetouren in tropischen Gefilden reicht eine Kamera mit einem Objektiv, Ersatzakkus und ein paar Filtern. Das passt locker in eine Fototasche mit der es sich in der Stadt viel besser händeln lässt. Nur so falls einer mal fragt, was soll ich mitnehmen.

Wir wollten am ersten Tag das alte KL und am nächsten das Neue Kennenlernen. Letzten Endes haben wir alles vermischt. Altes und Neues, irgendwie war der Plan über den Haufen geschmissen. Macht aber nichts. Es kommt so wie es kommt. Eines hatte ich aber noch auf dem Plan, das durfte nicht ausfallen. Langzeitbelichtungen an den Twin Towers mit den farbigen Wasserspielen. Aber das kommt etwas später.

Der zweite Tag beginnt wie der erste. Heiß. Heute ging es noch einmal in die Innenstadt. Zum höchsten Fahnenmast der Welt (95m), zur Jamek Mosque die leider wegen Baustelle gesperrt war und dann Little India das indische Zentrum in Kuala Lumpur. Dazu nutzten wir die Beine, die Bahnen, Taxis und den Hopup Bus. Ich war noch nicht in Indien, aber so stelle ich mir ein aufgeräumtes Indien vor. Bunt, grell und laut, nicht nur ein bisschen sondern ganz schön laut. Es ist nicht unangenehm, vielleicht eher spannend und neu. Man begegnet vielen düster drein schauenden Indern. Das war ich aus dem Rest von KL oder Chinatown nicht gewohnt. Der Unterschied zu Chinatow ist vielleicht, die Leute sind nicht so aufdringlich wie in CT, sie animieren dich nicht so stark ihre Waren zu kaufen. Man hat also mehr Luft zum kucken. Zum Essen in Little India sollte man sich bewusst sein, es gibt nirgends ein Bier. Egal, frisch gepresste Fruchtsäfte sind hier ein Highlight wie im Rest der Stadt, wie im Rest des Landes. Nirgend im Leben habe ich solch leckeren frisch gepressten Saft getrunken wie in Malaysia. Wir waren den ganzen Tag unterwegs. Ein Höhepunkt stand noch aus. Das Licht und die Tower. Genau dafür lohnt es sich die Strapazen noch einmal auf sich zu nehmen.

Ich hatte aus D ein Reisestativ mitgebracht. Diese zierte zusätzlich am Abend meinen Fotorucksack. Eigentlich hätte ich soweit auch alles im Hotel lassen können. die 6D , der Fernauslöser und das Stativ hätte gereicht. Aber so hatte man den ganzen Werkzeugkasten am Mann und wer weiß. Die Lichtspiele begannen um 19:30 Uhr und dauerten ca. 1 Stunde an. Der Platz vor den Towers war gut mit Menschen gefüllt. Ich suchte mir meine Perspektive, baute auf und schoss Fotos. Darauf hatte ich schon lange gewartet, ich hatte bisher keine Möglichkeiten bei meinen Malaysia Besuchen die Tower bei Dunkelheit zu sehen. Ein farbiges Licht- und Wasserspektakel versetzte die Umwelt in einen Hauch aus Tausend und einer Nacht. Dazu machten die Twin Towers eine sehr gute Figur. Mit ISO 100 Blende 13 und dem Fernauslöser machte ich eine Menge schöner Fotos. Die Tower noch von vorne und dann ging auch unser letzter Abend in KL dem Ende entgegen.

Aber es geht weiter die nächste Station wird Kuching sein, die Hauptstadt Borneos. Dann geht einige Tage in den Bako Nationalpark zu den Nasenaffen und in den Semenggoh Nationalpark zu den Orang Utans, bevor es dann zum Entspannen nach Damai Beach Sarawak zu einem der schönsten Strände Malaysias an das Südchinesische Meer geht.

Kuching – Malaysias Katzenstadt

Nach KL folgte nun die zweite Etappe unserer Borneo Abenteuer Tour. Schade war, dass wir nicht ein wenig mehr Zeit in KL eingeplant hatten. 2 Tage sind einfach zu kurz. Trotz meiner zwei Male die ich schon hier war, gibt es noch eine Menge neues zu entdecken. Vielleicht komme ich ja noch einmal zurück.

Doch nun geht es erst einmal nach Borneo. Genauer ausgedrückt war unser Ziel Kuching. Möchte man von KL nach Borneo ist Kuching das erste Anlaufziel. Doch wir hatten ein Problem. Kurz vor der Abreise stellten wir mit Erschrecken fest, wir hatten ja gar kein Transfer zum Flughafen in Deutschland mit gebucht. Die Mitarbeiter des Swiss Inn haben uns dann beim Buchen des Transfers hilfreich zur Seite gestanden. Es konnte losgehen.

Am Tag der Abreise regnete es. Nicht nur ein bisschen. Es goss in Strömen. Das Wasser stand auf den Straßen und man sah kaum 10 Meter weit hinter dem Lenkrad. So verlängerte sich auch unsere Fahrt zum Flughafen. Zusätzlich zum Regen herrschte reger Verkehr. Eigentlich ist mir kein Tag in Malaysia bekannt, an dem hier nicht reger Verkehr herrschte.

Am Flughafen stellten wir fest. Der Flug ging eine halbe Stunde früher. Also eigentlich hatten wir kaum noch Zeit. Wir mussten erst wieder durch die Immigration. Das ist hier in Malaysia ein ewig andauernder Prozess. Da gilt es recht freundlich in die Kamera zu schauen. Nach dem Foto darf man seine Fingerabdrücke hinterlassen, dann wird wieder geschaut und irgend wann geht es dann weiter. Das kann zwischen 5-10 Minuten dauern. So nun das Terminal suchen. Hier läuft alles über Automaten, keine Schalter. Mit unseren Tickets stimmte etwas nicht. Wir suchten uns eine Hilfe. Ein nettes Fräulein versuchte es am Terminal für uns einzuchecken. Aber auch das ging nicht. Sie nahm die Tickets und verschwand. Nach zwei Minuten war sie wieder da und siehe da, es funktionierte.
Nun ging es in die Maschine. Nach nicht ganz 2 Stunden landeten wir auf dem Airport Kuching. Dann ging es wieder durch die leidige Immigration. Koffer abholen und raus. Der Flughafen war klimatisiert. Draußen gab es dann wieder eine Klatsch.Nicht ganz Sauna, aber dicht dran. Hier wartete schon unser Transfer ins Lime Tree Hotel. Auf der Tour zum Hotel bekamen wir einen kleinen Crash-Kurs in Sachen Kuching.

Kuching ist das malaiische Wort für Katze. Kuching ist die Hauptstadt des malaysischen Bundesstaats Sarawak auf Borneo. Aber wie ist Kuching zu seinen Namen gekommen? Da gibt es eine kleine Geschichte. Als der Abenteurer James Brooke 1841 hierherkam fragte er nach dem Namen des Ortes und zeigte unabsichtlich auf eine vorbei laufende Katze. Ein Einheimischer er wollte den Namen des Tieres erfragen und sagte: Kuching, was in der malaiischen Sprache Katze heißt. So bekam dann der Ort den Namen den er noch heute trägt: Kuching.
Das Klima in Kuching ist tropisch, durchgängig heiß mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Hier ist es sehr regnerisch. Die meisten Niederschläge fallen in den Monaten Januar und Februar. Wir hatten Glück. Meistens hatte es nach 17 Uhr angefangen zu regnen. Und auch dann dauerte es nicht lange bis es wieder aufgehört hatte.

Das Lime Tree Hotel war ein sehr modernes Hotel. Etwas abseits der bekannten Hotelketten hätte man es sich auch nur mit Insider Wissen gefunden. Das Einchecken ging problemlos. Wir bezogen die schönen Zimmer und gleich ging es auch auf Schnupper Tour.

Wir wollten zum Fluss Sarawak. Dazu nahmen wir den kürzesten Weg. Er führte über zwei Firmengelände am alten Fischereihafen vorbei über zwei überschwemmte Wiesen, nahmen unbefestigte Wege und waren da. Sicher kam man auch besser zum Sarawak, aber wir waren neu hier. Am Sarawak angekommen, warf ich einen ernüchternden Blick auf das Wasser des Flusses. Hier schwamm Dreck in allen Größen. Plastiktüten und Abfall, tonnenweise Flaschen und alte Netze, Planen und was weiß . Das hatte ich nicht erwartet. Ich dachte ein Völkchen so nah an den fantastischsten Nationalparks des Landes war Natur- und Umweltbewusst. Aber weit gefehlt. Wo es in KL nichts zu bemängeln gab, was den Dreck betrifft, ist es hier in Kuching ganz anders. Überall liegt Dreck. Tüten, Becher und Flaschen. Weggeworfen und Liegengelassen. Na ja, hier hat man noch viel Arbeit mit den Menschen vor sich. Hoffentlich ändert sich hier mit der Zeit etwas, betreffs der Einstellung zur Umwelt.

Auf unserer ersten kleinen Tour sahen wir sehr viel. Alte Fischerboote lagen vor Anker. Wir sahen einige Tempelanlagen und auch viele kleine Gassen mit alten Häuschen, wie man sie in jedem Chinatown vorfindet. Wir gingen die Water-Front ab. Eine Amüsiermeile am Ufer des Sarawak. Abends beleuchtet und bis 16 Uhr tot. Denn sie öffnet erst nach 16:00 bis 17:00Uhr. Das scheint hier jeden Tag anders geregelt zu sein. Hier bekommt man etwas Handwerkliches zum Kauf angeboten, viel Kitsch ist dabei. Aber für kleines Geld kann man doch den einen oder anderen Einheimischen glücklich machen. Oder man bekommt kalte Getränke, davon kann man nicht genug bekommen. Manchmal bringt ein kaltes Bier die höchsten Glücksgefühle herbei. Über den Tag habe ich noch nie so viel getrunken wie hier auf Borneo. Aber trotz alledem, die Hitze tat mir gut. Ich fühlte mich gut. Das T-Shirt war zwar durch, aber ich hatte ja zum wechseln noch einige dabei. Heute denke ich gerne an die wohlige Wärme zurück und wäre gerne wieder dort.

Nun hatten wir einen ganzen Tag zur freien Verfügung, bevor es dann weitergeht in den Bako Nationalpark, dem eigentlichen Abenteuer Borneo. Nach dem Frühstück ging es wieder in die Stadt. Erst an der Water-Front entlang und später in das quirlige Chinatown abgebogen. Wir machten aber erst einmal eine kleine Pause. Dazu besuchten wir das James Brooke Bistro & Cafe , direkt am Sarawak gelegen. Hier bekommt man exzellente frisch gepresste Säfte und einen sehr guten Kaffee. Darum denke ich kann man das James Brooke Bistro & Cafe unbedingt empfehlen.

Mit einem Boot, oder einer kleinen Fähre, kommt man in wenigen Minuten auf die andere Seite des Sarawak. Dort warten dann noch einmal einige Sehenswürdigkeiten. Diese Tour haben wir aber erst nach dem Bako Nationalpark unternommen. Wir entschieden uns aber für eine Tour auf dem Sarawak. Dazu wählten wir uns das Boot mit einem Hornbill vorne drauf. Die Tour dauerte knapp 2 Stunden. Wir fuhren den Fluss eine halbe Stunde hinauf bevor es dann für die Restzeit in die andere Richtung ging. Auf dem Sarawak kam uns eine Menge Müll entgegen. Plötzlich gab es einen Ruck. Wir standen und trieben Antriebslos auf dem Sarawak. Unser Bootsmann öffnete eine Luke im Boden und stellte fest, dass sich eine alte Plane um die Antriebswelle des Motors gewickelt hatte. Er entfernte diese , schmiss sie wieder über Bord und weiter ging es. Diese Aktion sollte die einzige dieser Art bleiben. Bloß gut auch. Denn im Sarawak gibt es Krokodile. Es wird auch auf vielen Schildern davor gewarnt. Wir fuhren vorbei an den Fragmenten der Golden Bridge. Die Brücke soll einmal die Astana mit der anderen Seite verbinden. Die Bauzeit der Brücke war auf 24 Monate kalkuliert. Die Fertigstellung sollte im Februar 2017 erfolgen. Im März sieht sie so aus wie auf meinen Fotos. Ich konnte hier Parallelen zum BER erkennen, nur dass die Brücke nicht ganz so teuer werden wird. Neben der Brücke stehen die Betonfundamente einer neuen Moschee. Auch diese sieht so aus, als wenn sie nie fertig werden würde. Vorbei geht es an vielen Häusern, einem großen Trockendock und der Masjid Bahagian , einer Moschee mit goldenen Türmchen und einem kleinen Friedhof davor. Später würden wir diese Moschee noch von der anderen Seite aus sehen.. Nun wendet das Boot, wir fahren in die andere Richtung. Nun haben wir auch noch eine wasserseitige Skyline der Stadt Kuching. Vorbei an den ganzen Luxushotels, fuhren wir in Richtung Hafen. Hier lagen eine Menge Fischerboote vor Anker. Auch eine private Wohnanlage bekamen wir zu sehen. Die luxuriösen Wohnungen sollen um die 300 000 Euro kosten. Was uns ständig begleitete, war der Müll der seelenruhig den Sarawak entlang schwamm.

Nach zwei Stunden war die Bootsfahrt vorbei und wir bogen ab nach Chinatown. Da ich schon einige Chinatowns in Malaysia gesehen habe, war für mich das kein Neuland. Bunt, grell und laut. Die Chinesen habe es nicht so mit der Ruhe. Ob auf der Straße oder im Restaurant, sie verhalten sich immer laut, das nervt ein wenig. Wir besuchten einen Tempel. Der Tua Pek Kong Tempel
ist der älteste chinesische Tempel in Kuching. Ganz in der Nähe des Tempels wohnen die reichsten chinesischen Familien der Stadt. Wir suchten uns ein Cafe um ein wenig zu verweilen. Zum Abendessen suchten wir uns ein nettes chinesisches Restaurant direkt gelegen in Chinatown. Leider habe ich den Namen vergessen, aber es hat dort hervorragend geschmeckt. Den Abend nach dem Essen verbrachten wir auf der Hotel-
Terasse. Hier hatte man einen herrlichen Blick über die Stadt. Nun kam auch mein Reisestativ zum Einsatz. Ich machte eine Reihe von Langzeitbelichtungen, dann genossen wir noch einige kühle Drinks und Morgen checken wir dann schon wieder aus in Richtung Bako Nationalpark.

Erst kommt der Reisebericht vom Bako Nationalpark, dann geht es hier im Text weiter. Alles schön der Reihe nach.

 

Abenteuer Regenwald

 

Nun war es wieder einmal soweit Abschied zu nehmen. Aber nur für ein paar Tage. Wir mussten aus dem Lime Tree trotzdem aus checken. In zwei Tagen sind wir wieder da und müssen wieder einchecken. Gut, wir müssen dann die zwei Tage die Zimmer nicht bezahlen, aber der Sackgang. Na gut. Die Koffer kamen in das Kofferzimmer. Die Sachen für den Regenwald hatten wir im Rucksack. Die Fotoausrüstung war klar, die Akkus geladen. Vormittags wurden wir abgeholt. Mit einem Kleinbus ging es in Richtung Bako National Park Terminal. Dort war eine zentrale Ablegestation von Booten, die dich dann in Richtung Ziel Destination brachten.

Der Tag war grau. Es regnete und je weiter wir dem Ziel kamen, goss es wie aus Kannen. Die Fahrt zum Bako National Park Terminal dauerte fast eine Stunde. Dort angekommen, hatten wir noch einen kurzen Aufenthalt. Man konnte noch was trinken, denn die Hitze und die Feuchtigkeit bildeten zusammen eine furchtbare Gemeinschaft. Man wusste nicht ob es das Regenwasser oder der Schweiß war, der einen hinablief. Aber letzten Endes war das egal, es ging ja allen so. Der Fotokram war wasserdicht verpackt. Nun konnte ich endlich auch mal die Spritzwassertauglichkeit meiner 6D und dem EF 17-40mm L unter realen Bedingungen testen. Mal sehen ob sie die Feuerprobe bestehen. Die Tour mit dem Boot dauerte noch einmal eine halbe Stunde. Als wir ablegten sah ich ein großes Warnschild, auf dem man vor Krokodile warnte. Jetzt in dem wackelnden Boot, auf dem undurchsichtigen Sarawak, wagte ich es nicht mehr die Hand im Wasser schleifen zu lassen. Vorbei an Reusen und vielen Fischerhütten ging es langsam auf die offene See hinaus. Die Kamera in der Hand, versuchte ich einige Fotos zu schießen. Das schwankende Boot wollte das aber irgend wie nicht. Der Regen tat mir auch einen Strich durch die Rechnung ziehen. Ich habe einige Fotos geschossen, wovon ich auch eines in der Galerie mit eingestellt habe. Die Fotoausbeuten war nicht so toll. Aber die Kamera hat diese extrem feuchte Situation mit Bravour bestanden.Na einem kurzen Reinigen war alles wieder ok und ohne Schäden oder Mängel. Auch das GPS der Kamera hat durchgängig funktioniert. Wir näherten uns der Anlegestelle. Hier gibt es auch Gezeiten. Da geht das Meer dann doch schon mal um fast 500 Meter zurück. Dann geht hier nichts mehr mit Booten. So mussten wir schnell raus, damit sie noch mit ausreichend Wasser unter´m Kiel zurückfahren konnten. Der Regen hatte auch aufgehört, so nutzte ich diesen Moment erst einmal um mich ausgiebig umzuschauen.

Ich war begeistert. Der Regenwald reichte fast bis ans Ufer. Sonst gab es hier einige abgestorbene Bäume und Mangroven. Sicher ein Lieblingsort für Krokodile.Ich denke mir, ab jetzt sollte man ein wenig mehr acht geben auf die Umgebung. Ich hatte lange Wanderhosen und meine Lowa Wanderschuhe an. Oben war ich mit einer Regenjacke verschlossen. Der schwarze Cullmann hing mir am Rücken. Ab jetzt hatte ich immer eine Kamera in der Hand, ich wollte ja nichts versäumen. Bis zu unserem Lager war eine viertel Stunde Fußmarsch angesagt. Als wir das erste Mal in den Regenwald eintauchten, beeindruckte mich das sehr. Die Luft war feucht aber gut, die Geräuschkulisse klang spannend und aufregend zugleich und die Vegetation das war der Hammer. Ich glaube so habe ich mir das auch vorgestellt.Ein dichter Palmenvorhang ließ den Blick nicht in die Weite schweifen. Aber ich wollte ja nun auch mal wilde Tiere sehen, Schlangen und Spinnen und Käfer. Also begann mein Blick wild in der Gegend umherzuschweifen. Nur sah ich nichts. Ein paar Winkerkrabben die sich gerade eingruben, weil das Wasser weg war, eine Libelle und ein „wildes“ Schwein, das waren meine ersten Begegnungen mit den Tieren hier vor Ort. Mittlerweile hatten wir das Lager erreicht. Wir konnten uns ausruhen, da die Zimmerschlüssel zu unserem Bungalow erst um 14 Uhr zur Verfügung standen. Das Ausruhen war aber nur von kurzer Dauer, denn es stand unsere erste Tour im Regenwald an. Es sollte eine leichte Tour über eine Gehzeit von 3 Stunden sein, dabei überwand man einen Höhenunterschied von 200 Metern. Endlich bekam meine Kamera Arbeit.

Doch erst hatten wir eine halbe Stunde, in der wir noch ein wenig abhängen konnten und unsere Wasservorräte auffüllten. Wasser ist hier unheimlich wichtig. Man muss immer trinken und irgendwie hat man das Gefühl, so wie man trinkt, schwitzt man es wieder aus. Aber diese Tour ohne Wasser wäre nicht möglich gewesen. Wasser und andere Getränke bekommt man hier für wenig Geld im Lager zu kaufen. Gekühlt und in ausreichenden Mengen. Als der Durst gelöscht war gingen wir an den Strand. Dieser war von Palmen und anderen Bäumen gesäumt. Hier sah ich sie das erste Mal. Nasenaffen. Darum waren wir ja hier und nun schon sah man sie gleich am Beginn des Abenteuers. Sie waren oben in den Bäumen, fraßen Blätter und machten sich über uns lustig. Einmal gesehen, behielt ich sie im Blickfeld. Ich wechselte auf das Teleobjektiv. Dann machte ich meine ersten Fotos mit freilebenden Nasenaffen. Wir waren alle glücklich über diesen Moment, da sie jeder zu Gesicht bekam. Auch eine grüne Viper sah ich im Blätterwerk über uns. Nun war ich doch froh über meine Entscheidung das Tele-Zoom mitgenommen zu haben.

Nun war es an der Zeit, unsere erste Regenwald-Tour zu beginnen. Unser Guide sein Name war Lemon, informierte uns über eventuelle Gefahren. Schade das wir keinen deutschen Guide bekommen haben. Es ging los. Den Kamerarucksack auf dem Rücken die Kamera in der Hand stürzte ich mich in die Hitzeschlacht. Die erste Viertelstunde ging gut. Die Hitze und die Luftfeuchtigkeit machten zu schaffen. Es ging über mehrere Stege dann endlich in den Wald. Dann wurde es schwierig. Der Waldboden, ständig ansteigend war mit einem dichten Wurzelwerk übersät. Die Bäume wurzeln nicht tief sonder meistens überirdisch und im großen Radius. Das macht das Gehen nicht gerade einfacher. Die Steigungen und die Gefälle waren auch mit dichten Wurzeln übersät. Das Blätterdach war sehr dicht. Alles war nass und glatt. Es tropfte von oben herab. Man konnte und wollte sich nirgends festhalten. Oft rutschte man weg. Ich war froh die Wanderschuhe an zu haben. Ich schnürte sie sogar noch etwas höher. Hier in dieser Situation musste man höllisch auf der Hut sein. Die Kamera hatte ich in der rechten Hand. Mit der linken versuchte ich das Gleichgewicht zu regulieren. Das ging meistens schief. Ich hätte die Kamera wegstecken sollen und meine volle Konzentration auf den Weg richten sollen. Nach gut einer Stunde war es dann soweit. Es kam wie es kommen musste. Ich blieb mit einem Fuß im Wurzelwerk stecken und kippte vornüber. Um die Kamera nicht zu beschädigen nutzte ich beide Hände. So schlug ich etwas hart auf. Der Kamera war nichts passiert, aber mein Fuß. Ich war umgeknickt. Gut das ich diese Schuhe trug sonst hätte ich mir ganz sicher den Fuß gebrochen. Am Anfang ging es noch, doch die Schmerzen wurden stärker. Ich musste noch gut eine halbe Stunde durchhalten, dann machten wir eine längere Rast. Dazu erreichten wir einen Strandabschnitt. Ich sah ein paar Boote am Ufer. Hier war leider für mich die Tour zu Ende. Ich konnte kaum noch auftreten, die Schmerzen waren zu stark. Ich ließ mich mit dem Boot in unser Lager zurücktransportieren. Ich war fix und fertig. Die Tour hat mich geschlaucht.Ich bin nicht unbedingt sehr sportlich, spule am Tag aber doch so einige Kilometer ab. Aber diese Tour gleich zum Beginn das war Wahnsinn. Unser Guide lief auch, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her. Ich denke, hier sollte der Reiseveranstalter auch noch etwas nachbessern.

Nun wieder im Lager, wartete ich auf die anderen die noch an der Rücktour teilnahmen. Es sollte dann am Nachmittag noch eine Tour geben. Leider konnte ich an dieser nicht teilnehmen. Aber an der Nacht-Tour im Regenwald wollte ich unbedingt teilnehmen, auch wenn jeder Schritt schmerzen würde. Also erst mal ein wenig Kraft tanken und dann wollte ich ein wenig am Strand umhergehen, es gab ganz in der Nähe einige interessante Felsen. Nun kamen die anderen. Auch diese sahen fix und fertig aus, aber sie haben die Tour komplett geschafft, was ich ja eigentlich auch wollte. Nun habe ich den Fuss bandagiert, die Wanderschuhe fest geschnürt, den Fotorucksack abgeworfen und die Kamera mit dem 17-40mm mitgenommen. Es sollte zu den Felsen gehen. Die anderen kamen mit. An den Felsen angelangt war ich einfach überwältigt. So etwas hatte ich nicht erwartet. Es sah gigantische aus, die Texturen der Steine waren traumhaft schön. Im Hintergrund der Regenwald, so gab es einige schöne Fotos. Ich ließ mich ganz von der Magie der Steine anziehen und vergaß, dass man nicht zu weit sich vom Lager entfernen sollte. Ein Hinweisschild mit der Warnung vor Krokodilen, erinnerte mich daran. Wir machten uns wieder langsam auf zum Lager. Nun begann gleich die zweite Tour. Die anderen waren kaum weg, da sah ich wieder eine grüne Schlange. Eine Viper. Sie war um einen Ast geschlungen und schaute gelangweilt vor sich hin. Sicher war sie satt, denn sie bewegte sich keinen Millimeter und ließ mich sehr dicht an sich heran. Mittlerweile hatte ich das Telezoom wieder an meine Kamera gesetzt. Ein paar Fotos, so war ich für die entgangene Tour wenigstens ein wenig entschädigt worden.

Als die anderen wiederkamen erzählten wir uns von unserem Erlebten. Wir hatten nun einige Zeit zur freien Verfügung. Wir schauten uns das Lager an und genossen ein eiskaltes Tiger-Bier. Bier ist hier ca. viermal teurer als alkoholfreie Getränke. Es ist eben ein muslimisches Land und wenn es so ist, dann ist es halt so. Trotzdem tat das Bier gut. In der Gluthitze des Tages freut man sich immer über solche kleinen Annehmlichkeiten. Unsere Hütte in der wir schliefen hatte allen Komfort. Eigenes WC, eigene Dusche und drei Ventilatoren und last but not least eine Klimaanlage. Es gab nur zwei Hütten mit dieser Ausstattung. Eine davon hatten wir. Andere Hütten waren eher größere Schlafsäle mit vielen Betten und einer Sharing Toilete. Alles richtig gemacht, aber woran lag das. Wir hatten diese Tour fast ein Jahr zuvor gebucht, also war die Verfügbarkeit nicht begrenzt. Ich denke zeitig buchen sichert die guten Plätze. Es gab noch eine Reihe Hütten hinter uns. Nur waren diese von Tropenstürmen stark gezeichnet. Dächer waren abgedeckt und umgefallene Palmen haben den Rest erledigt. Passt man hier nicht auf, wenn man eine Büchse zum trinken ansetzt, hat man schnell die Makaken am Hals. Diese Affen nehmen alles was nicht niet- und nagelfest am Körper sitzt. Da kann es schon mal vorkommen, dass dein Teller vom Makaken entführt wird und auch deine Büchse Bier den Affen zum Opfer fällt. Aber davor hat man uns auch gewarnt.

Gegen Abend wurde es ruhiger. Die Touristen liefen mit der Ebbe aus und wir waren fast die Einzigsten, die noch im Lager verblieben sind. Außer das „wilde“ Schwein und die Makaken, ließ sich keiner blicken. Die Nasenaffen hatten sich in den dichten Regenwald zurückgezogen. Nun gab es Abendessen, alles im Preis mit enthalten. Unser Guide verteilte Wasser. Nach dem Mahl sollte die Nachtwanderung starten. Es wurde dunkel. Wir überprüften unsere Lampen. Zwei Stirnlampen und eine starke Taschenlampe, alles ok. Nun ging es los. Wir traten in den Regenwald und bewegten uns auf einem dünnen, in die Jahre gekommenen Holzsteg. Verließ man diesen, trat man in den modrigen Boden auf dem so einiges Getier nur darauf wartete mit uns in Kontakt zu treten. Zur Sicherheit, trug ich wieder meine Wanderstiefel. Es war finster, es war so finster, dass man die Hand vor Augen nicht sah. Nur der Schein unserer Stirnlampen gab den Blick auf ein wenig Regenwald frei. Es gab viele Stimmen die man wahr nahm aber nicht zuordnen konnte. Mal sah man ein paar Augen im Lichterschein, dann waren sie weg. Ein Pfeifen was von einem Vogel stammen konnte, waren die Töne von Fröschen. Unglaublich und auch ein wenig unheimlich. Sicher ging man mit uns keine gefährlichen Wege, aber Wildnis ist und bleibt nun mal wild. Es war eine fantastische Quadrophonie an Tönen und Geräuschen die die Spannung bis zum Äußersten trieb. Nach einer Stunde Nachtwanderung in den Regenwald machten wir kehrt und liefen zurück. Ich sah noch einige Käfer und kleine Frösche, so wie eine Rainforest Huntsman Spinne, die ich im Schein meiner Lampe fotografierte. Leider ist das Foto nicht super scharf geworden. Die Huntsman Spinne baut keine Netze sie jagt so ihre Beute. Ist zwar auch grauslich der Gedanke, aber man kann dann wenigstens nicht in ihr Netz laufen. Geplant war eine Wanderung von einer Stunde, wir waren nun schon wieder fast 2,5 Stunden unterwegs. So langsam wurden auch unsere Stirnlampen immer dunkler und bevor wir im Dunkel stehen, war es gut den Rückweg anzutreten. An der Wegbiegung zu unserer Hütte lief mir dann wieder das „wilde“ Schwein über den Weg. Wir saßen dann noch eine Weile an unserer Hütte, genossen ein paar Bier und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag sollte es dann wieder nach Kuching in das Lime Tree Hotel gehen. Bis dahin gute Nacht.

On the route to Santa Clara

On the route to Santa Clara

Die Tour nach Santa Clara buchten wir zur Hälfte des Urlaubes. Wir wollte eine Tour, selber zusammengestellt und ganz anders als alles angebotene. Dazu buchten wir wieder unsere cubanischen Freunde mit ihrem 57´er Pontiac. Wilhelm als Fahrer und Roland als Guide. Sie waren über unsere Anfrage recht erstaunt, denn diese Tour wollte bisher keiner, aber sie meinten auch, dass es keine schlechte Idee wäre.
Ich wollte auf dem Weg dorthin einige markante Fotos schiessen , die ich so in Varadero nie bekommen hätte. Wir fuhren gegen 8 Uhr in Varadero los. Es waren 500 Tageskilometer geplant, letzten Endes wurden es über 700km.In Anbetracht der Streckenlänge, konnten wir nicht überall halten, aber wegen der schlechten Strassen fuhr das Auto auch nicht zu schnell, so konnte ich mit dem Tele aus dem offenen Fenster meine Bilder schiessen.
Wir fuhren über Land, die kleinen Strassen, ich kann auch gar nicht mehr alle Orte bestimmen. Wir fuhren durch Santo Domingo und Esperanza bevor wir in Santa Clara aufschlugen. Warum Santa Clara? Die Frage stellten uns viele. Für mich war der Weg das Ziel, sie konnten sich nicht vorstellen, dass ich die Tour dorthin nur für´s Fotoschiessen gemacht habe um dann vor Ort nur die verschollenen Gebeine Che Guevaras in einem Mausoleum zu besuchen. Tja so ist das nun einmal Freunde, für die paar Fotos muss man auch ein wenig verrückt sein.
Santa Clara ist eine recht große Stadt mit fast 250 000 Einwohnern. Sie ist ein Verkehrsknoten und ein wichtiges Wirtschaftszentrum des Landes. Außerdem steht hier das Mausoleum in dem die Gebeine von Che Guevara und seinen engsten Vertrauten beigesetzt sind. Hier hat man auch ein Museum mit vielen Exponaten und Ausstellungsgegenständen für die Öffentlichkeit eingerichtet. In diesem Gebäude ist das Fotografieren streng untersagt, auch müssen alle Taschen und Rucksäcke draussen bleiben. Der Gebrauch von Mobilphones ist auch nicht gestattet.
Direkt am Mausoleum steht das Denkmal Che Guevaras. Ma kann es schon von weitem sehen. Hier habe ich einige Fotos mit der Cottbus-Tüte geschossen, welche ich eventuell zum Wettbewerb „Cottbus-weltweit“ mit eingereichen werden.
Die Fahrt nach Santa Clara war für mich spannend und interessant zugleich. Als Überraschung unseres kubanischen Guides ging es dann noch zur Schweinebucht, an der großen Krokodilfarm vorbei, zu einer exellenten privaten Gaststätte, in der es auch recht exotische Speisen gab. Es schmeckte hervorragend. Ich hatte vorher noch nie Krokodil oder Schildkröte gegessen.
Wegen dieses Umweges wurde dann aus den anfänglichen 500km schnell 700km.
Eines ist noch erwähnenswert, die Raststätte „259km“ unweit von Santa Clara. Der Kaffee war hervorragend. Wir kauften auch gleich 3 Liter Tomatensaft für Bloody Mary, weil es den im Hotel nicht mehr gab. Das kubanische analog Getränk dazu nennt sich Cuba Nito, hier wird statt Vodka nur Rum verwendet und somit schliesst sich dann der Kreis bei den Getränken.
An der Raststätte „259km“ konnte man wieder schöne alte Karren fotografieren, so das war dann auch wieder ein sehr gelungener Tag für mich und dem Fisheye.
Wir hatten in Kuba nicht immer das beste Wetter. Es war nie kalt, zumindest nicht am Tage, aber es herrschte über einen langen Zeitraum ein Sturmtief mit viel Regen und das schon seit Wochen. So waren dann auch die Bademöglichkeiten nicht immer gegeben. Die Kraft der Wellen sollte man nicht unterschätzen, sie ziehen dich schnell auf die offene See, so besteht sehr oft ein strenges Badeverbot, obwohl die Sonne scheint.

 

Matanzas-Kuba

 

Matanzas ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Kuba mit ca. 150 000 Einwohner. 120 km von La Habana entfernt brauchten wir nur 40 km von Varadero fahren. Besser fahren lassen und das in einem alten Oldtimer. Keinem grossen amerikanischen Boliden nein, ich hatte mir einen 61´er Renault 4 ausgesucht. Für die 40km brauchten wir fast eine 3/4 Stunde, denn der Kleinwagen war nicht mehr der Schnellste. Als wir ankamen hatte ich vor Schreck auch das Foto vergessen, so wird es von diesem Auto kein Erinnerungsbild geben. Irgend wie Schade.
Das erste was man in Matanzas mitkriegt ist der Geruch.Es riecht, nein besser es stinkt hier penetrant nach Russensprit. Wer die alten DDR Zeiten kennt, der weiss was ich meine. Die Strassen sind sehr eng und die Fusswege noch enger. Das Strassennetz ist hier rechtwinklig angelegt und besteht nur aus einem Netz von Einbahnstrassen, man hat also nur aus einer Richtung die „Fahrzeuge “ zu erwarten, meint man. Na ja, Ausnahmen bestätigen die Regel.
So kämpften wir uns fast 6 Stunden durch Matanzas, oft wurde die Luft sehr knapp und wir mussten dem Verkehr entfliehen. Nur wohin? In Matanzas hat man für diese Art der Flucht keinen Ausweg.
In Matanzas leben alle die auf Varadero, dem Ferien Luxus Paradies, arbeiten und das sind eine Menge Leute. Diese werden dann in eigens dafür geschafften Bussen oder LKW´s zu Bussen aufgearbeitet nach Varadero gefahren und dann auch wieder zurück. Der Alltag ist hier sehr geregelt. Die Arbeitslosenquote gleich Null. Na irgend woher kommt mir das bekannt vor.
Matanzas hat ein grosses Kraftwerk, welches das Land mit Strom versorgt. Hier in Matanzas wird der Zucker verladen , der dann einige km weiter zum Nationalgetränk des Landes verarbeitet wird. In Matanzas wird das minderwertige Erdöl verarbeitet, welches man hier in der Nähe des Wassers aus dem Boden holt. Dieses Erdöl ist äusserst Schwefelhaltig und irgendwie kann man das überall riechen. Gepaart mit den Abgasen der Autos ergibt das eine Mischung, die für einige Zeit unangenehm sich in der Lunge Platz verschaffte. Aber alles halb so schlimm, ich habe es ja überlebt. Es ist laut und schmutzig in Matanzas, irgendwie unangenehm und es gibt kaum Ruhepunkte in der Stadt. Trotzdem geht das Leben hier irgendwie gemächlich von statten.
Den Leuten denen ich begegnete, waren alle sehr nett, höflich und irgendwie zufrieden. Das waren dann die angenehmen Momente meines Ausfluges. Und das war für mich die Hauptsache, deswegen wollte ich diese Enge auch einmal verkosten. Es gab eine reichlige Menge von interessanten Fotos, von denen ich hier einige zeigen möchte.
Mein Fazit: Matanzas muss man nicht gesehen haben. Aber, möchte man das Leben hier auf Kuba einmal hautnah spüren, dann sollte man Matanzas sich anschauen, denn man erlebt es hier ehrlicher als z.B. in La Habana oder auf Varadero.

Viajar a La Habana

Heute nun ging es nach La Habana

Das Wetter bisher in Kuba war nicht so spannend. Es war nicht kalt aber ständig Regen und Sturm. Unser Tag in La Habana sollte aber recht schön werden. Gegen Mittag brannte dann auch die Sonne. Wir entschieden uns für eine Tour durch die Altstadt, dann einen Abstecher zum alten Friedhof um dann noch ein wenig am Malecon spazieren zu gehen.Wir fuhren von Varadero nach La Habana mit einem 57er Pontic. Ein Fahrer und ein deutsch sprechender Guide waren mit dabei. So konnten wir uns ganz auf die Tour konzentrieren. Die Fahrzeit betrug gut 3 Stunden. In La Habana angekommen lief dann erst mal alles nach Plan. Unser Gang durch die Altstadt war sehr interessant.Ich habe schon einige alte Städte gesehen aber hier in Kuba auch in La Habana war alles noch ein wenig schlimmer. Die Häuser machten auf dem ersten Blick keinen guten Eindruck, auf dem zweiten Blick wurde es noch furchtbarer und schaffte man sich einen Überblick von oben sah man das ganze Unheil. Dächer, wenn man das noch so nennen konnte waren alle notdürftig geflickt, mit allem was man hatte.
Kubaner sind Lebenskünstler, sie haben es überhaupt nicht leicht, sind aber zufrieden und eigentlich immer freundlich. So war diese Situation wenigstens einigermassen erträglich. Für die Tour durch die Altstadt brauchten wir gut 2,5 Stunden und es gab viel zu sehen. Dann ging es weiter. Leider war ein Besuch im Capitol nicht möglich. Dort wird schon seit gut 3 Jahren saniert und erneuert. Nun macht das dort eine deutsche Firma. Sie haben das Capitol komplett umzäunt, so war kein Blick möglich. Schade.Der Platz der Revolution mit dem Denkmal hatte eigentlich nichts besonderes, eher etwas bedrückendes. Aber man konnte hier gut vorbeifahrende Autos fotografieren, denn das stand auf meiner Agenda. Dann wurde es plötzlich immer dunkler und es fing an zu regnen, erst sachte dann immer stärker. So konnte ich den alten Friedhof vergessen, wir fuhren zwar dran vorbei, aber hielten nicht an. Auch Schade. Zum Mittagessen ging es dann in ein etwas verstecktes privates Lokal. Sehr gut. Das Lokal und das Essen. Dann hielten wir an der Festung um einen kleinen Einkauf im Laden mit der längsten Zigarre der Welt zu tätigen. Nun sollte es zum Malecon gehen aber bei dem Regen hielten wir auch dort nicht an.
Der Malecon war die letzten zwei Tage gesperrt, es herrschte Sturm und die Wellen peitschten 30 Meter über die Kaimauer, so war dort auch der Autoverkehr gesperrt. Malecon stand bei mir ganz oben, somit fing dann auch mein Herz an zu bluten. Es war schon später Nachmittag. Die Altstadttour dauerte länger als geplant und uns standen noch die 3 Stunden Rückfahrt zu Hotel bevor. Fazit: Die Tour in der alten Karre war lustig und machte riesigen Spass. Die Altstadt war spannend , anstrengend und zermürbend zugleich. Ich war über die Ausfälle (Malecon und Friedhof) sehr enttäuscht.Ich war froh einige schöne Strassenszenen im Kasten zu haben aber alles in allem hielt sich mmeine Begeisterung in Grenzen. Die Stadt ist alles andere als in einem guten Zustand. Um nur halbwegs einiges zu richten braucht man sehr viel Geld, Geld was Kuba sicher nicht hat. Eines ist mir aber bewusst, sollte sich Kuba in der nächsten Zeit nach aussen öffnen um dem Kapitalismus Tor und Angel zu öffnen, wird sich grundlegend alles ändern, bis hin zur Mentalität der Menschen und ob ich das dann noch einmal sehen möchte, das glaube ich eher nicht.

Varadero-Kuba

 

A pleasant life in Varadero

Die angenehmen Seiten des Lebens kann man hier in Varadero finden. Varadero nimmt einen Sonderfall auf Kuba ein. Varadero befindet sich an der Nordküste Kubas auf der Halbinsel Hicacos. Wie schon einmal erwähnt, liegt es ca. 120 km von La Habana entfernt. Varadero hat ungefähr 7000 Einwohner wird aber jährlich von einer halben Million Touristen besucht, mit steigender Tendenz.
Möchte man Kuba besuchen um das Leben hier kennenzu lernen und Land und Leute mal richtig abchecken, dann ist man hier total fehl am Platz. In Varadero sieht man nur den Glanz des Landes. Hotelanlagen und Traumstrände im Megapack. Fast alle Touristen die Varadero buchen sind All inclusive Touristen. Essen und Trinken in den Hotels bis der Arzt kommt. Keinesfalls wird hier auf die Spardrüse gedrückt, nein überhaupt nicht. Im Hotel gab es Büffets die habe ich selten in Europa gesehen, an der Bar wurde der gute 7 jährige Havanna Club ausgeschenkt. Die beste Wahl hat man mit dem Santiago de Cuba, dem ehemaligen Bacardi Rum, es gibt nichts besseres.
Und so trifft man die Wohlstands-Touristen auf der gesamten Halbinsel. Kanadier, Franzosen, Deutsche und Engländer und nun haltet euch fest Italiener. Machmal dachte ich ich wäre irgendwo in Italien. Die Italiener sind dabei sich einige Hotelanlagen zu vereinnahmen. Wohnt man in einer dieser italienischen Kubaner hat man Pech. Laut, egoistisch und geizig. Kaum ein Trinkgeld für die Bediensteten haben sie übrig, darum liebt man hier die Deutschen, die sind großzügiger. Aber bei 50 Euro Monatsverdienst, kann man sich nur mit Trinkgeld ein gutes Gewissen verschaffen.
In der Stadt Varadero kann man shoppen. Kunstgegenstände aus einheimischen Materiealien findet man hier an allen Ecken.Man kann sich mit alten Taxis durch die Gegend kutschen lassen und Varadero hat einen Hafen. Den baut man gerade aus. Es werden viele, unheimlich viele Liegeplätze für Yachten entstehen. Auch die letzten beiden Hotels der Halbinsel entstehen hier an der Marina Varadero. Dann besitz das Urlaubsparadies 79 Hotelanlagen die zur Verfügung stehen.
In der Marina Varadero kann man Katamaran Fahrten buchen oder man gönnt sich für mehr Geld einen Tagesausflug mit einer der vielen Yachten, Koch und Steuermann inbegriffen. Genau das taten wir und um es vorweg zu nehmen, dies wurde einer der schönsten Tage in meinem Leben.
Wir fuhren auf die offene See hinaus. Besuchten Delphine und Pelikane und auf dem Rückweg ging es in die Mangroven. Zu essen gab es frisch gefangene Lobster und Steaks und zu trinken gab es Rum, Wasser, Cola bis zum Abwinken.
Varadero ist ein herrlicher Ort wenn man das Wasser und den Strand ausgiebig geniessen möchte, bei Essen und Trinken was das Herz begehrt. Auf Varadero lernt man aber nicht Kuba und seine Menschen kennen, dazu muss man hinaus in das Land. Das ist jederzeit möglich. Man kann sich Oldtimer mit Fahrer und deutschem Guide mieten. So sieht man auch Ecken abseits der Reiseführer.

 

Roma City Tour – Veni vidi vici.

 

Roma City Tour 2013 – Veni vidi vici.

Roma City Tour 2013 – Veni vidi vici. Rom war das Ziel wie auch schon im Jahr 2009. Nur dieses Mal besuchten wir die Stadt im August, genau vom 30.07. – 10.08. 2013. Wir wussten das es der wärmste Monat war in dieser Stadt, was uns aber wirklich bevorstand, das haben wir nicht geahnt. Von den 12 Tagen Rom hatten wir 11 Tage wundervollen dunklen blauen Himmel und Temperaturen nicht unter 34 Grad im Schatten. Doch diese Plätze waren heiß umkämpft. Wasser war das Hauptnahrungsmittel. Ich weiß gar nicht, wie viel wir von diesem köstlichen Nass am Tag verbraucht haben, es könnten fast 6 Liter gewesen sein.

Wir flogen mit Lufthansa ab Berlin Tegel bis Rom Fiumicino, von dort sollte es mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt bis zum Hotel gehen. 2009 haben wir unbeleckt einem Taxifahrer 70 Euro für die Strecke gezahlt. Dieses Jahr wollte ich die Summe dann doch lieber in Bier anlegen. Wir fanden auch ohne lange Suchen einen Bustransfer bis zum Termini, dem größten Bahnhof in Rom. Von dort ging es per Pedes zum Hotel weiter. Für den Bustransfer haben wir 5 Euro pro Person bezahlt, in der Summe 60 Euro gespart.

Am Termini angekommen machten wir uns gleich auf den Weg. Weg? Na ja. Die Gehwegen am Termini sind sehr schmal und alle 100 Meter von Baustellen überzogen, so das es teilweise nur auf der Straße weiterging. Und die war stark befahren. Da hatte ich mein Abenteuer. Italiener sind eingebildete Menschen. Ihr müsst nicht glauben, dass sie auch nur 1mm Platz machen wenn die auf der Straße oder auf dem Gehweg stehen und quatschen, nein, ihr müsst einen großen Bogen drum machen. Kommt euch ein Italiener aber auf einem Fußweg entgegen und ihr wollt mit dem Gepäck weiter, vergesst es , er macht kein Platz. Unhöflich und ohne Manieren sind sie die Italiener, es sei denn du bist bei ihnen in der Pizzeria, dann bist du wieder der Größte. Na, dann hatten wir ja die erste Lektion schon einmal gelernt, und es sollte im gesamten Urlaub nicht besser werden. Ich dachte vielleicht, der erste Eindruck trübt , aber auch im Bus, in der Metro, im Museum und überall da wo man sich entgegenkommen konnte, wichen sie nicht aus.

Eines schien für sie aber heilig zu sein. Der Zebrastreifen. Am Anfang war er mir nicht geheuer, denn stand man an der Straße und wollte hinüber, es hielt einfach keiner an. Dann schaut man sich jedoch das Verhalten der Römer am Zebra an, merkte man, sie standen nicht, sie gingen einfach und genau das funktionierte , die Autos hielten an. Also wenn ein Zebrastreifen in der Nähe ist, benutzt ihn, schaut nicht lange, sondern geht hinüber. Keine Angst, es funktioniert. Na gut nicht immer, aber meistens.

Unser Hotel befand sich im Stadtviertel San Lorenzo. Im letzten Beitrag habe ich schon einige Eindrücke über San Lorenzo geäußert. Folgende Schwerpunkte umfasste in diesem Jahr unsere City-Tour: Ostia Antica, Caracalla Therme eine schöne Aussicht vom Parco Savallo, unbedingt einen Abstecher zum Piazza Navona wo wir gleich das Pantheon mitnehmen konnten sowie einen Abstecher zum Mittelmeer und einen Spaziergang auf der Via Appia Antica. Im Grunde genommen nicht viel, da sollte noch viel Zeit zum Erholen und Genießen bleiben. Aber meistens kommt es immer anders als gedacht.

Der erste Tag führte uns zur Basilica San Giovanni in Laterano und weil es so schön war ging es gleich weiter in Richtung Kolosseum ohne dieses jedoch zu besuchen. Nach einem wundervollem Mittagsessen ging es im angrenzenden Park eine Runde ums Areal und dann wieder per Pedes zum Hotel zurück. Vielleicht waren es gut 10 km, vielleicht auch mehr, mit vollem Fotorucksack auf dem Rücken und der Sonne im Nacken bei 34 Grad plus im Schatten, kam es doch schon eher einer Gewalttour sehr nahe. Nun sollten die nächsten Tage angenehmer verlaufen, einfacher und erholsamer für uns. Den Gefallen taten sie uns nicht, die Touren wurden noch länger und die Hitze noch unerträglicher. Nur die interessante Architektur und die direkte Nähe zur antiken Geschichte Roms, hielten den Motor am Laufen und literweise Wasser, welches auch schon mal in Bierform genossen wurde.

Die ersten zwei Tage absolvierten wir unsere Touren zu Fuß. Später schauten wir uns die Fahrpläne des öffentlichen Verkehrs an und nutzen den so gut es ging. Und es ging immer gut. Von San Lorenzo kommt man am besten mit dem Bus der Linie 3 überall ins Stadtgebiet wo man umsteigen kann nach belieben. Steigt man an der Haltestelle Piramide aus, kommt man über der Straße zur Metro, die einen nach Ostia Antica oder auch ans Mittelmeer bringt. Steigt man an der Haltestelle S.Giovanni aus und fährt mit der Metro bis nach Flaminio, kommt man in wenigen Minuten am Piazza del Popolo an. Dort gibt es meiner Meinung nach den schönsten Aussichtspunkt um Rom in seiner ganzen Herrlichkeit zu genießen. Auch kommt man von dort in kurzer Zeit zur Spanischen Treppe. Fahrscheine für den Öffentlichen bekommt man in speziellen Tabakläden, oder am Automaten im Bahnhof oder an Metrostationen. Der Fahrschein kostet 1,50 Euro und man kann so weit fahren wie man möchte, auch gilt er 100 Minuten nach dem Entwerten noch, das ist hilfreich, wenn man aus dem Bus in die Metro einsteigt. So spart man Zeit und Geld. Übrigens, die Fahrscheine für Bus und Metro und Straßenbahn sind alle die selben, auch das lernt man mit der Zeit.

Wie in vielen Ländern der Welt üblich, sind Busse und Bahnen im Sommer klimatisiert und die Fahrt mit ihnen wird zu einer Erleichterung. In Rom aber ist auch hier wieder alles anders. In Bussen funktioniert die Klimaanlage eher nicht und in der Metro nur in neuen Zügen, davon gibt es sicher aber nur einen. Es wird in den Verkehrsmitteln oft sehr , sehr eng und warm, nein, heiß. Trotzdem ist es eine Erleichterung sie zu benutzen. Die ersten zwei Tage bin ich in voller Montur, mit gepacktem Fotorucksack on Tour gegangen, später ist die Fototasche kleiner geworden , aber es kam ein Stativ dazu. Und so hatte man , wenn man fotografieren wollte, immer zu schleppen. Bei den Temperaturen ging das ganz schön an meine Substanz. Nicht nur an meine. Die Kamera hatte da auch ihre Probleme. Durch die hohen Temperaturen, die der Canon leider auch nicht erspart geblieben sind, bekam der Sensor wieder das Problem , was man in den Fotos als erhöhtes Rauschen wahrnahm. Ich hatte vor zwei Jahren in Asien schon einmal damit zu kämpfen. Nun kam aber hier auch die grelle Sonne dazu. Unsere Touren fanden gegen Mittag ihren Höhepunkt. Genau dann, wenn das Licht gleißend direkt von oben herab schießt. Es waren die ungünstigsten Bedingungen zum Fotografieren der letzten Jahre. Ich hoffe , wenigstens einige Bilder in meiner Galerie zum Besten zu geben. Aus dem Blickwinkel betrachtet, meine schwierigsten Locations der letzten 6 Jahre.

Wir haben alles geschafft was wir uns vorgenommen hatten und noch mehr. Die Caracalla Therme kam gleich zum Anfang dran. Hebt euch die Eintrittskarten zur Therme auf, man kann sie in vielen Museen und Ausstellungen noch verwenden. Die Eintrittskarten zur Therme dienten uns auch zum Besichtigen der Burganlage Caentani beim Cecilia-Metella Grabmal, sonst wären da auch noch einmal 7 Euro je Person fällig gewesen, nur in den S. Sebastiano ad Catacumbas (Katakomben) hatte sie keine Wirkung. Nun war der Rundgang in den Katakomben auch nicht so aufschlussreich , wie ich es mir erhofft hatte. Auch ist in den Katakomben das Fotografieren streng verboten. Als persönliches Highlight in Rom empfand ich die Touren nach Ostia Antica und zum Cimitero Monumentale Verano. Letzteres ist ein alter Friedhof, der älteste und größte in Rom. Nicht nur der größte in Rom sondern auch der größte den ich je gesehen habe. Ich war von der Anlage unheimlich stark beeindruckt, so stand diese Location zum Anfang und zum Ende der Tour auf unserem (meinem 😉 ) Zettel. Allerdings warnt man hier vor der Tiger-Mücke, welche sich in den Zypressen ansiedelt und für den Menschen gefährlich werden kann. Allerdings habe ich die Warnhinweise erst beim Verlassen des Friedhofes gelesen, so dass ich nicht sagen kann, ob sie mich erwischt hat, oder nicht. Aber da ich noch lebe , gehe ich ganz stark davon aus, dass sie mich nicht erwischt hat. Zu Ostia Antica fehlen mir einfach die Worte, so gewaltig ist die Anlage gewesen. Man hatte ständig den Verdacht, in der nächsten Gasse in ein anderes Jahrhundert zu gelangen. Kopfkino pur. Ostia Antica gehört unbedingt in jeden Touren plan für Rom Touristen. Hier sollte man sich einen ganzen Tag einplanen, da die Anlage von ihren Ausmaßen einfach nur gigantisch groß ist. Als kleine Aufgabe kann man sich stellen, dass Haus von Amor und Psyche zu finden (DOMVS DI AMORE E PSICHE ), denn die Götter sind hier zu Hause. Am Ende des Tages hatte ich dann einen heftigen Sonnenbrand und ich glaube auch, das die Quecksilbersäule an diesem Tag auch über die 40 Grad stieg.

San Lorenzo ist auch ein Universitäts-Viertel. Hier sind die meisten Unis Rom beherbergt. Unter anderem befindet sich hier das Gebäude der Città universitaria La Sapienza, eine von Mussolini errichtete Universitätsstadt, die interessante Berühmtheit erlangte wegen ihrer faschistischen Architektur. Auch hier waren wir um die Mittagszeit herum, ich hoffe die Fotos sind mir halbwegs geglückt.

So, ich möchte auf Einzelheiten jetzt keinen großen Wert legen. Vielleicht ein kleines Fazit ist angebracht. Ich habe sehr viele Fotos gemacht. Zu viele. Ein Tipp an alle die sich auch den August und die Mittagshitze zum Fotografieren aussuchen wollen. Nehmt Speicherkarten mit und schießt die Fotos in RAW, so könnt ihr am Rechner noch Einfluss auf die Belichtungsdaten der Fotos nehmen. Ich könnte mich ärgern, denn ich habe mich für JPG entschieden, wegen den Speicherkarten. Ich hätte mir lieber welche kaufen sollen, als jetzt manchen Belichtungsmatsch noch hinzubiegen. Also, RAW,Speicherkarten und Gegenlichtblenden nicht vergessen. Ansonsten ist Rom eine herrliche Stadt. Sicher kommt es immer auch auf die Sicht des Betrachters an. Aber mir gefällt das Alte, das Bröcklige, die harmonischen Farben von Trastevere und San Lorenzo, die antiken Altertümer, die Pizzerien, Trattorien, die vielen kleinen Lokale in denen man außergewöhnlich gut speisen kann und das Eis. Weniger gefällt mir die Mentalität der Leute, da ist man in Asien besser aufgehoben und der Dreck in dieser Stadt. Einfach furchtbar. Überall wo man hinsieht Dreck, Papier, weggeworfene Zeitungen, Werbungen , Becher , Flaschen, Taschentücher, Sachen, Schuhe, selbst Möbel findet man an allen Ecken. Dabei gibt es so viele Papierkörbe und Container verteilt in dieser Stadt, die Menschen haben nur nicht das Bewusstsein ihren Müll auch zu entsorgen, nein, der fällt ihnen einfach aus der Hand. Das ist das abartigste was mir so in  der letzten Zeit begegnet ist. Aber auch ein großes Plus kann sich Rom einschreiben, es gibt an fast jeder Kreuzung Trinkwassersäulen aus denen pausenlos kühles frisches Trinkwasser sprudelte. So kann man auch mal schnell seine leer gebecherte Mineralwasserflasche auffüllen, ohne sich neue kaufen zu müssen. Man beachte, in der Nähe des Kolosseums kostet die kleine Flasche Wasser 2 Euro, teilweise 2,50 Euro. Das ist schon happig. Für mich ist Rom immer wieder eine Reise wert.

 

Slowakei-Hohe Tatra

 

 

Die Reise geht weiter…

Hohe Tatra, Slowakei 2012

Erster Tag

Montag 04. Juni 2012

Der Wecker klingelt um 7:00 Uhr. Aufstehen. Frühstücken. Einpacken und los. Wir sind gegen 9:00 Uhr zu Hause weggekommen. Das Wetter, ideales Reisewetter. Nicht zu warm und trocken.

Forst, Wrozlaw, Krakow und dann die 43 in Richtung Zdiar, Slowakei. Das waren gut 600 km die sollten in 8 Stunden zu schaffen sein. Als wir in Forst die Grenze passierten standen die härtesten 72 km der gesamten Strecke an. Die Autobahn ist dermaßen schlecht, dass eine ständige Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 und 70 km/h schlimmeres verhinderten. Dieses Rattern auf der Straße werde ich den gesamten Urlaub nicht vergessen.

Hinter Wrozlaw ging es das erste Mal auf die Maut Straße. Eine neue Autobahn, spiegelglatt und bestes Kaliber.Runter ging es dann bei Gliwice. Das waren 150 km beste Straße die man mit eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h passieren konnte. Die Kosten für die Maut betrugen 19 Zloty. Die zweite Maut Straße begann bei Katowice und endete bei Krakow. Hier zahlt man beim Einfahren 9 Zloty und beim Ausfahren 9 Zloty.

Nach Krakow verließen wir die Autobahn. Weiter ging es auf Landstraße durch eine wunderschöne Natur. Schade das ich mich auf das Fahren konzentrieren musste,denn es gab sehr viel interessantes zu sehen.

Gegen 17:00 Uhr sind wir dann in Zdiar angekommen.In genau 8 Stunden Fahrzeit, wie das Navi es voraus gesagt hat. Nun mussten wir noch die Pension finden. Das hat noch einmal eine halbe Stunde gedauert. Denn hier sind die Hausnummern nicht der Reihenfolge vergeben,sondern in unlogischer Reihenfolge verteilt. Warum das so ist habe ich bisher noch nicht heraus gefunden. Armer Postbote. Einmal nach dem Weg fragen, dann haben wir auch diese Hürde genommen. Angekommen, wurden wir freundlich begrüßt und haben unser Zimmer erhalten. Abendbrot gab es gegen 18:00 Uhr, dass aus zwei Gängen bestand. Einer leckeren Vorsuppe und Wildschweinegulasch. Zum Nachtisch haben wir uns noch eine Slowakische Flasche Weißwein gegönnt.

Der Tag war zwar anstrengend, aber letztendlich ist doch besser gelaufen als ich es geahnt hätte. Wir kamen in keinen Stau, das Auto ist heile geblieben und wir haben unsere Bleibe für die nächsten neun Tage gefunden.

Morgen soll es nach Levoca gehen sowie zur Burg Spissky Hrad.(Zipser Burg). Die Berge werden wir am Mittwoch angehen, da es Dienstag stark regnen soll und die Temperaturen sich im Einstelligen Bereich bewegen sollen. Leider hatte ich am ersten Tag keine Gelegenheit Fotos zu machen, das werde ich aber ändern in den nächsten Tagen. Darum möchte ich hier in der ersten Galerie einige Bilder aus unserem Gastort Zdiar zeigen.

Zweiter Tag

Dienstag 05.Juni 2012

7:00 Uhr aufgestanden. Der erste Blick nach draußen war nicht von Begeisterung geprägt. Regen, Regen, Regen. Dicke Nebelschwaden lassen keinen Blick auf die umliegenden Berge zu.9 Grad Celsius herrschten über den gesamten Tag. Ich habe mal gehört, das Wetter ist immer so gut wie die Kleidung die man an hat. Das werden wir heute mal ausprobieren.Erst einmal zum Frühstück und dann kann es losgehen.

Zuerst kauften wir an der Tankstelle eine Vignette. 10 Tage Gültigkeit für 10 Euro. Sicher ist sicher, dachten wir, da wir doch einige Kilometer auf der Autobahn zurücklegen werden. Auf dem Plan stand heute eine Städtetour durch Levoca und einen Abstecher zur Zipser Burgruine, eine der größten in Europa.

Die Fahrt nach Levoca dauerte fast eine Stunde. Es regnete stark, die Straßen waren sehr nass, teilweise drohte Aquaplaning. Dank dem Navi, fanden wir auch gleich einen Parkplatz mitten im Zentrum. Kostenlos. Nun konnte die Tour losgehen. Die Canon holte ich erst gar nicht aus dem Rucksack, dazu regnete es mir zu stark. So musste die kleine Sony mal wieder ran. Levoca (Leutschau) hat ca. 15000 Einwohner. Wegen des gut erhaltenen Stadtkerns wurde sie 2009 in das UNESCO Welterbe aufgenommen. Der Stadtkern begeisterte mich. Die Architektur war ganz nach meinem Geschmack. Es gab recht viele kleine Gassen in denen man viel entdecken konnte. Ich war der Hoffnung, mit der kleinen Kompakten immer eine interessante Perspektive festgehalten zu haben. Bald wurde es auch für die kleine Kamera zu viel Regen. Ich muss sagen, meine Laune nahm von Minute zu Minute immer mehr ab, mit dem Regen war kein Ende in Sicht.

In einer kleinen Gasse hatte man einen weiten Blick, auf einen Berg mit einer Kirche obendrauf. Wie wir erfuhren handelt es sich hier um eine Wallfahrtskirche,der Marianska hora, in der die jährlich Leutschauer Wallfahrt stattfindet. Die Fahrt dorthin war abenteuerlich. Die Straßen wiesen eine starke Steigung auf und waren sehr eng gebaut. Für eventuellen Gegenverkehr müsste man sich dann schnell einen Plan zurecht schneidern, wie man ihn ausweichen könnte. Zum Glück mussten wir das nicht ausprobieren.

Oben an der Kirche angekommen, stellten wir fest,dass wir alleine waren. Kein Mensch war bei diesem Sauwetter ein Abstecher zu diesem Pilgerort wert.Den Fotorucksack nahm ich sicherheitshalber mit, schützte ihn aber mit einer Plane. Draußen musste wieder die kleine Sony ran. Man hatte von der Kirche einen schönen weiten Blick über das Land und den Ort Levoca. Wir schauten uns die Kirch noch von innen an. Dort konnte ich auch das erste Mal meine Canon an den Start bringen. Nun war es schon nach 15:00 Uhr und wir fassten den Entschluss zur Zipser Burg zu fahren. Das waren noch einmal gut 30km, die ohne besondere Vorkommnisse runter gespult wurden.

Die Burg sah man schon von weitem in Nebelschwaden eingehüllt.Was für ein mystisches Bild. Langsam bekam ich wegen des Regens schlechte Laune.Sollte mir denn kein Bild mit der Canon vergönnt sein, das tut schon weh, wenn man gerne fotografiert. Also wieder den Kompaktmops mitgenommen und versucht einige interessante Fotos zu schießen. Der Eintritt zur Burg kostete 5 Euro für den erwachsenen Besucher. Die Anlage ist riesengroß. Hier muss man sich viel Zeit einplanen. Mit unserer obligatorischen Stunde war da nicht viel zu machen. Ich habe mir aber geschworen, wenn das Wetter wieder etwas beständiger ist, statten wir der Burg einen zweiten Besuch ab und dann wird auch die Canon zum Einsatz kommen. Nach dem Burgrundgang sind wir wieder nach Zdiar aufgebrochen. Der Rückweg dauerte eine gute Stunde und war bei strömenden Regen und Berufsverkehr kein Zuckerschlecken. Aber die Laune war sowieso schon am Boden.

Angekommen waren wir in Zdiar noch einen Kaffee trinken bevor es kurz danach Abendbrot gab. Wieder eine leckere Vorsuppe gefolgt von einer butterweichen Rinderroulade. Wenn das die slowakische Küche ist dann fange ich sie auch langsam an zu lieben. Den Abend werden wir ruhig ausklingen lassen und unseren morgigen Tagesplan erstellen.

Dritter Tag

Mittwoch 6. Juni 2012

Um 7:30 Uhr war die Nacht dann wieder zu Ende. Beim ersten Blick nach draußen bekam ich wieder ein ungutes Gefühl. Die Berge konnte man nicht einmal im Ansatz erkennen, von Nebelschwaden waren sie eingehüllt. Na das konnte lustig werden heute.

Der Plan sah so aus. Zuerst fahren wir nach Strbske Pleso um den Bergsee Popradske Pleso einen Besuch abzustatten um dann mit dem Sessellift auf den Solisko (1814m) zu fahren. Wir wollten uns auch den Wasserfall Skok ansehen. Danach war noch ein Besuch von Stary Smokovec geplant.

Aber erst einmal ging es zum Frühstück. Danach machten wir uns fertig. Berghose und Wanderschuhe sowie langärmliger Pullover und Windjacke, wir hatten an alles gedacht. Was nicht so richtig in Gang kommen wollte war das Wetter. Wieder nur 9 Grad Celsius und keine Sicht. Egal. Wir fuhren erst einmal los.Als wir aus dem Tal raus waren, fingen auch die Wolken an sich aufzulösen. Welch ein Glücksgefühl. Heute würde ich dann endlich wieder mal Fotos mit der Canon schießen können.Die Straße nach Strbske Pleso führte durch wunderschöne Wälder und Berge. Ständig war man versucht anzuhalten um Fotos zu schießen. Nur wären wir dann nie angekommen.

Als wir da waren, suchten wir uns einen Parkplatz. Wir fanden ein Parkhaus, in dem das Parken ganztägig 5,50 Euro kostete. So war das Auto überdacht und bewacht.

Wir suchten den Sessellift, was nicht besonders schwierig war. Vorbei ging es an zwei Schanzen. Auf der Größeren werden jährlich auch Weltcupspringen abgehalten.Die Karten für den Sessellift kosteten beide zusammen 24 Euro, wobei 4 Euro Pfand für die Chipkarten berechnet wurde. Es herrschte nicht viel Betrieb, so

ging es gleich nach oben. Ein wenig mulmig wurde uns schon, denn es war eine mächtige Höhe in der sich die Gondeln bewegten. Aber es ging alles gut. Eine himmlische Ruhe herrschte dort oben, nur die Vögel zwitscherten. Die Auffahrt dauerte gut 12 Minuten, in denen man komplett abschalten konnte. Oben angekommen, es waren immer noch ca. 9 Grad Celsius, machten wir uns wanderfertig. Von hier konnte man zum Predne Solisko (2093 m) wandern.Vom Schwierigkeitsgrad her war es machbar. Wir gingen den Weg an. Den Kamerarucksack auf dem Rücken und die 500er in der Hand so zogen wir los. Auf einem Dreiviertel der Strecke verließ Kathrin der Mut und ich musste alleine weiter gehen. Es war dann doch anstrengender als ich anfangs dachte. Ich habe es nicht ganz nach oben geschafft. Vielleicht auf 2050 Metern kehrte ich um. Die Kamera war mir mittlerweile auch im Wege, so verstaute ich sie dann im Rucksack. Ohne Kamera in der Hand, ließ es sich einfacher gehen. Oft hielt ich an , kramte die Kamera raus und schoss Fotos. Endlich. Darauf habe ich lange gewartet, ich war wieder in meinem Element. So vergaß ich auch ein wenig die Zeit da oben und auch, dass Kathrin einige Stationen unter mir wartete. Immerhin wehte ein kaltes Lüftchen. Aber sie war gut mit Sachen eingedeckt.

Fertig, Kamera verpacken und ab geht es. Halt. Da hatte ich eine Idee. Ich holte die kleine Sony aus dem Rucksack und wollte den Abstieg filmen. Das tat ich dann auch. Mit nur einer Hand das Gleichgewicht ausbalancieren in der andern die Kamera. So ging es dann abwärts. Für den ersten Teil des Abstiegs, brauchte ich schweißtreibende 8 Minuten. Nach oben war es eine Dreiviertel Stunde.Den zweiten Teil bewältigten wir in 9 Minuten. Nun waren wir wieder am Lift. Wir aßen noch eine Suppe und tranken etwas, dann machten wir uns auf die Rücktour. Auch hier ließ ich die Sony während der Sessellifttour nach unten laufen.

Unten angekommen gaben wir die Chipkarten zurück und gingen zum Auto. Wir liefen dann noch am Bergsee Popradske Pleso vorbei. Warum sollten wir und den nicht einmal genauer ansehen. Da wir noch gut im Tritt waren, entschlossen wir uns den auch noch zu umkreisen. Wundervolle Blicke eröffnete uns der See. Viele habe ich versucht im Foto festzuhalten. Als wir fertig waren und dem Auto so langsam wieder näher kamen, merkten wir, dass die Zeit doch schon arg fortgeschritten war. Stary Smokovec konnten wir heute nicht mehr schaffen. Zeitlich nicht mehr und auch konditionell waren wir nicht mehr auf der Höhe. Ich hoffe das Wetter spielt morgen wieder mit, dann wird es wundervolle Fotos aus einer wundervollen Stadt zu sehen geben.

Zum Abendbrot gab es heute wieder eine Suppe, Linsensuppe . Sie hat sehr gut geschmeckt. Dann wurde ein Kartoffelpuffer mit einer Pilz-, Wildschweinfüllung serviert. Wieder hat es sehr gut geschmeckt. In der Gewissheit, in meiner Abhandlung wieder den einen oder andern Punkt vergessen zu haben, wünsche ich eine gute Nacht.

Vierter Tag

Donnerstag, 7. Juni 2012

Wir sind gestern Abend recht zeitig zu Bett gegangen,so dass wir auch gut ausgeschlafen in den neuen Tag gehen konnten. Der erste Blick durchs Fenster zeigte, dass die Bergkuppen wieder eingenebelt waren, aber es war trocken. Also auf zum Frühstück und dann zum Tagesplan.

Gestern waren Berge angesagt, also führten wir das auch heute weiter. Beide litten an Muskelkater, also galt es wieder schnell in Bewegung zu kommen, bevor es schlimmer wurde.

Als erste Tagesetappe ging es nach Stary Smokovec. Dort wollten wir mit der Zahnradbahn auf den 1263 Meter hohen Hrebienok. Wir fanden auf Anhieb einen Parkplatz, der zu unserem Erstaunen auch noch kostenlos war. Die Zahnradbahn war in einem 20 minütigem Fußmarsch zu erreichen. Heute war Fronleichnam. Sicher auch hier ein Feiertag, allerdings bin ich mir nicht sicher.

Auf jeden Fall war eine Menge Fußvolk unterwegs. In erster Linie waren Schulklassen anzutreffen. So bildeten sich an der Zahnradbahn auch längere Schlangen, was mich schon wieder ein wenig in Stimmung versetzte. Kathrin meinte aber, wir wären doch im Urlaub. Ich will ihr mal glauben. Das Ticket für die Zahnradbahn kostete für einen Erwachsenen 7 Euro in beide Richtungen. Die Fahrt nach oben dauerte 15 Minuten. Oben angekommen bot sich wieder ein berauschender Ausblick in die weite Landschaft, den man erst einmal wieder für einige Minuten genießen musste. Fotos hatte ich fast nur mit dem Weitwinkelobjektiv geschossen, der Perspektiven wegen. Aber es gab auch Motive, da war ein Wechsel des Objektives unbedingt von Nöten, manchmal sogar öfters als mir lieb war.

Wir wollte den bequemen Spazierweg zu den Tatra Wasserfällen nehmen welche als meistbesuchte Wasserfälle der Hohen Tatra gelten. Das sah man auch am Besucherandrang. Eine Menge Menschen, vor allem Kinder waren auf dem Weg dorthin. Die Steigung war mäßig, später wurde es dann steiniger. In Anbetracht unseres Muskelkaters verließen uns auf halbem Weg die Kräfte und wir entschlossen umzukehren. Den Rückweg wählten wir dann noch an einem rauschenden Gebirgsbach entlang. Hier habe ich auch wunderschöne Fotos schießen können. Wir gingen wieder zur Bergstation Hrebienok zurück, um mit der Zahnradbahn wieder in das Tal zurück zu fahren. Wir waren so gute zwei Stunden unterwegs.

Unten angekommen, beschlossen wir den wundervollen Ort etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Das planten wir bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Birnentorte. Natürlich stand für mich im Vordergrund, noch einige Fotos für eine Galerie auf meiner Homepage zu schießen.

So sind wir nach dem Kaffee aufgebrochen und für ein Stündchen durch den Ort gepilgert. Wunderschöne alte Häuser konnte man bestaunen, aber auch viel Neues. Nun gibt es aber auch marode Bauten, denen ich dann noch einige interessante Perspektiven abgewinnen konnte.Besonders begeistert hat mich ein altes Kino, welches zur Hälfte schon eingefallen war.

Nun war es fast 16:00 Uhr. Was konnte man also noch unternehmen? Bitte erst mal keine Berge mehr. Es wurden aber wieder Berge. Und was für welche.

Wir fuhren einige Kilometer weiter, nach Tatranska Lominca. Dort gab es eine Kabinenseilbahn die zum zweitgrößten Tatra Gipfel dem Lomnicky stit (2632m) führte. Leider hatten wir bis ganz oben keine ausreichende Zeit mehr. Die letzte Bahn von oben fährt um 17:00 Uhr und es war schon kurz nach Vier. Also wählten wir die Zwischenstation Skalnate Pleso (Steinsee, 1751m). Hier fuhr die letzte Bahn von oben um 19:00 Uhr. Wir hatten also ausreichend Zeit uns dort oben mal umzuschauen.

Die Seilbahn in beide Richtungen kostete 15 Euro pro Erwachsenen. Die Fahrt dauerte gut 20 Minuten. Auch hier wieder ausreichend Zeit in sich zu gehen und mal komplett abzuschalten. Die Beine brauchte man jedenfalls nicht für den Aufweg. Dafür aber wieder als wir oben angekommen waren. Erst einmal wieder einige Minuten die fantastische Aussicht genießen. Ich muss sagen, diese Aussicht schlägt alles anderen um Längen. Zum einen konnte man wieder weit in das Land hineinschauen und zum anderen hatte man einen atemberaubenden Blick auf das Felsmassiv des Lomnicky stit. Was für eine Höhe und was für steile Felswände. Hier ging dann noch eine Kabinenseilbahn hinauf, die ohne Zwischenmasten an einem frei hängenden Kabel geführt wurde. Wer hier noch nicht das Gruseln bekam, der hätte sich anschauen solle wie es aussah als die Kabine im Nebel verschwand. Ich denke, wer hier Höhenangst hat, sollte von dieser Fahrt Abstand nehmen. Leider konnte ich dieses Abenteuer nicht zu Ende führen, aber wir sind noch einige Tage hier, um das nachzuholen. Die komplette Fahrt zum Gipfel kostet für den Erwachsenen 24 Euro.

Auf der Station Skalnate Pleso befindet sich der oben genannte Steinsee, das ist ein sehr klarer Bergsee, in dem sich das Schmelzwasser der Berge sammelt. Außerdem noch ein Observatorium. Wir machten uns auf den Weg den Steinsee zu umrunden. Auf der einen Seite stieg das Gelände an , auf der anderen Seite fiel es wieder ab. Für unsere Beine gab es also wieder jede Menge Arbeit. Auch hier fand man die unterschiedlichsten Perspektiven, die ich versuchte im Foto festzuhalten.

Wir fuhren dann kurz nach 17:00 Uhr wieder hinab und kehrten in unsere Unterkunft zurück. Dort gab es noch Abendbrot, welches wieder aus einer Suppe bestand. Im zweiten Gang folgte dann noch Putenfleisch mit Gemüse und Kartoffelbrei, alles auf slowakischer Art zubereitet. Nun gönnte ich mir noch ein Bierchen und schrieb das erlebte nieder. So war es auch heute wieder ein anstrengender Tag. Ich bin schon gespannt wie stark morgen der Muskelkater fortgeschritten ist.

Morgen haben wir beschlossen, gibt es keine Berge. Morgen ist Burgentag. Wenn es nicht regnet. Dann werden wir auch noch einmal der Zipser Burg einen Besuch abstatten , so das ich mir endlich die Weitwinkelperspektiven raus arbeiten kann, wie ich mir das vorgestellt habe. Dazu aber mehr morgen, heute ist Feierabend.

Fünfter Tag

Freitag 8. Juni 2012

Heute waren wir schon um 7:00 Uhr wach. Das erste Gefühl war Schmerz. Mein linkes Knie war angeschwollen. Das hat die Anstrengungen von gestern nicht so gut verarbeitet. Der Muskelkater war fast weg. Nun erst mal zum Fenster und was soll ich sagen, Sonnenschein. Dann bekam ich von Kathrin die ersten Glückwünsche. Ach ja, ich hatte Geburtstag. Mein Geschenk hatte ich ja schon kurz vor unserer Reise bekommen. Ein Zoom Objektiv von Tamron das SP 70-300mm VC. Toll was?

Ja nun ging es erst einmal zum Frühstück. Dann für den Tag ankleiden und los.

Der erste Teil unserer Reise führte uns in den 60km entfernten Ort Spisske Podhradie. Dieser Ort kann als Vorburgstadt bezeichnet werden, weil man von fast überall her die Spissky Hrad (Zipser Burg) sehen kann. Übermächtig thront sie hoch oben auf einem Berg weithin sichtbar. Das Licht der Sonne zaubert dann auch die unterschiedlichsten Stimmungen.

Spisske Podhradie ist ein charmanter kleiner Ort der geprägt wir durch dicht aneinander gebaute Bürgerhäuser, die mal mehr mal weniger liebevoll saniert waren.Geprägt wird das Ortsbild auch durch die Pfarrkirche der Jungfrau Maria. Diese Kirche findet man direkt am Marktplatz. Leider konnten wir nicht hinein, der Eingang war durch ein schweres Eisengitter versperrt. Diesen Zustand fanden wir hier bei allen Kirchen vor, überall wo man hinkam, waren die Kirchen mit Gittern versperrt.

Bei bestem Sommerwetter drehten wir eine Runde durch die kleine Stadt. Was ich dort an Motiven gefunden habe das könnt ihr in meiner Bildergalerie sehen. Auch schon von weitem zu sehen war die spätromanische Kathedrale des Heiligen Martin.Diese Kathedrale wird von einer Mauer umschlossen, in dessen Inneren sich einige interessante Häuser, unter anderem auch ein Kloster und ein Hotel befanden. Die Kirche hatte an diesem Tag eine Informationsveranstaltung für Kinder organisiert. Es waren sehr viele Schulklassen unterwegs, so war es nicht immer möglich ein Motiv ohne Menschen in den Kasten zu bekommen. Mittlerweile stieg die Quecksilbersäule auf 25 Grad Celsius. So wurde unsere Städtetour zum schweißtreibenden Erlebnis. Wir waren dann noch eine Kleinigkeit trinken , bevor wir uns zur Zipser Burg aufmachten.

10 Minuten Autofahrt bis zur Burg. Der Parkplatz war kostenlos. Wir konnten den Rundgang beginnen. Da wir hier zum Anfang des Urlaubes schon einmal da gewesen waren , kannten wir uns ein wenig mit den Örtlichkeiten aus. So nahmen wir diesmal den steilen unbefestigten Weg nach oben. Was für eine Freude für mein Knie, aber ich habe es ja selbst so gewollt.

Oben legte die Burg ihre gesamte Schönheit offen. Der Himmel im Zusammenspiel mit der Burg ließ in meinem Kopf einige Perspektiven entstehen. Wir gingen erst einmal außen an der Burg entlang, so konnte ich diese Perspektiven fast alle umsetzen. Auch dieser Weg verlangte einige Kondition ab. So waren wir auch glücklich wieder am Eingangsportal der Burg angekommen zu sein.

Die Burg ist von Mai bis Oktober von 9:00-19:00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass erfolgt um 18:00 Uhr.Der Eintritt zur Anlage kostet 5 Euro je Erwachsenen Besucher. Zum Fotografieren braucht man keine Genehmigung, selbst Stative sind kein Problem. So sind wir die Anlage von innen auch noch einmal abgegrast. Den Burginnenhof haben wir das letzte Mal nicht gesehen, da der Regen dies nicht zuließ. Durch den Innenhof wird die Dimension der Burganlage noch um ein Vielfaches erweitert. Ich muss gestehen, solch große Burganlage noch nie vorher gesehen zu haben. Unser Rundgang dauerte insgesamt 2 Stunden. Kathrin ist sogar auf den großen Burgturm gestiegen. Hier habe ich wegen meines Knies passen müssen. Schade. Aber sie hat von oben einige Fotos geschossen die ich dann in der Galerie mit unterbringen werde.

Nach dem Abstieg zum Parkplatz fing es an zu regnen. Es zog sich rundherum zu, so dass wohl ein Unwetter ins Land zog. Wir machten, dass wir ins trockene kamen. Im Auto angelangt planten wir den Rest des Tages.

Wir wollte in das 50km entfernte Kezmarok. Nun war es schon 15:30 Uhr. Die Fahrt dorthin dauerte auch gut 50 Minuten. Wir mussten also damit rechnen , dass Kirchen und Burganlage schon geschlossen haben, wenn wir ankommen.

Wir fanden auf Anhieb einen Parkplatz. Kostenlos. Neben dem Parkplatz fanden wir das beste Haus am Ort. Hier konnte ich mir meinen Wunsch erfüllen ein ordentliches Steak und ein Bierchen zum Geburtstag. Aus einem Bierchen wurden zwei, also musste Kathrin fahren.

Aber erst zog es uns wieder in den Ort. Wir durchstreiften einige Gassen und fanden auch recht schnell den Weg zur Stadtburg. Auch diese Anlage begeisterte mich. Vor dem düsteren Himmel gab es so wunderbare Kontraste. Auch die Häuser in diesem Ort sind einen Blick wert. Wie überall stehen hier alt und neu direkt nebeneinander. Genau das macht den Charme des Ortes aus. Für mich ist Kezmarok eines der schönsten Orte bisher, vielleicht gerade wegen dieser Gegensätze. Hier hat man auch einen Boulevard der durch die alte Innenstadt führt, den rechts und links des Weges herrlich alte Läden schmücken.

Die Zeit verging wie im Fluge.Wir mussten zur Unterkunft zurück, da wir das Abendbrot nicht abgesagt hatte.Es gab Tomatensuppe und panierten Käse mit Pommes und Salat. Auch hier hat die Gastgeberin wieder sehr gut gekocht.

Mittlerweile ist es schon 20:17 Uhr. Das Schreiben ging mir heute nicht so flüssig von der Hand. Aber ich habe es geschafft, nun wird noch ein wenig Geburtstag gefeiert.

Sechster Tag

Samstag 9. Juni 2012

Aufgestanden sind wir heute wie jeden Tag, irgendwie gewöhnt man sich daran. Nach dem Frühstück ging es dran den Tagesplan zu entwerfen. Der Blick nach draußen war nicht so berauschend. Die Berge waren komplett im Nebel eingehüllt, als hätte man sie über Nacht woanders hin gebracht. Ab und an nieselte es. Was also anfangen wenn es wieder droht sehr feucht zu werden.

Zugtag. Kathrin hatte die rettende Idee und ich fand sie gut. So kommen auch mal einige andere Motive auf die Speicherkarte. Das hoffte ich jedenfalls. Was aber ist ein Zugtag? Das ist ganz einfach. Wir wollten die gesamte Strecke der Tatra Bahn abfahren, natürlich wie es sich gehört mit der Tatra Bahn.Das ist eine elektrifizierte Straßenbahn, die die wichtigsten Orte miteinander verbindet.

Wir sind in Tatranska Lomnica gestartet. Nachdem wir einen Parkplatz direkt am Bahnhof gefunden hatten, suchten wir einen Schalter im Bahnhof, an dem wir die Tickets bestellen konnten. Der Parkplatz kostete für den gesamten Tag 5,60 Euro. Das Tagesticket für die Tatra Bahn kostete 4 Euro pro Person. Ich finde für die Leistung die da erbracht wird ist das ein gerechter Preis.

Das Schienennetz der Tatra Bahn erstreckt sich über 50 km. Es verbindet die Orte Tatranska Lomnica, Stary Smokovec, Strbske Pleso, Poprad Tatry, Studeny Potok und wieder zurück zum Ausgangsort.

Unsere erste Tour ging von Tatranska Lomnica nach Strbske Pleso. Diese Strecke ist die längste der einzelnen Etappen gewesen , welche eine Länge von 22 km und etliche Höhenmeter überwindet. Da wir am Anfang der Woche schon in Strbske waren, sparten wir uns den Rundgang. Wir tranken eine Tasse Kaffee für 1,45 Euro im Bahnhofsrestaurant. Der Zeit wegen, nahmen wir die nächste Bahn, von Strebske Pleso nach Poprad. Wir hatten hier nur 20 Minuten Aufenthalt, drum mussten wir den Kaffee etwas schneller trinken.

Da wir das Ticket ja schon in der Tasche hatten konnten wir uns auch gleich einen guten Platz in der noch leeren Bahn sichern.

Die Strecke nach Poprad betrug 13 km. Hier ging es aber meisten bergab, mir kam es auch so vor, als dass die Bahn hier noch einen Zahn zulegen konnte. An den Fenstern rauschten die schönsten Landschaften vorbei. Vom Hochgebirge über einzeln stehende Häuser, bis zu kleinen Ortschaften, es war alles dabei. Natürlich sah man hier auch die riesige Fläche an Waldschäden die der Supersturm im Jahr 2004 angerichtet hat. Man kann solche Schäden gar nicht beschreiben man muss sich selber ein Bild davon machen. Fast die Hälfte der gesamten Waldfläche der Hohen Tatra, hat der Sturm verwüstet. Vielerorts hat man heute immer noch mit der Beseitigung der Schäden zu tun. Der Sturm knickte haushohe Bäume wie Streichhölzer um, was muss hier für eine Naturgewalt gewütet haben.

Kathrin schlug vor, die gesamte Strecke zu probieren, außerdem waren wir noch nicht in Poprad gewesen. Poprad hat keine nennenswerte Altstadt. Das bisschen Altstadtkern wird von einer Kirche, die wieder geschlossen war und ein paar Häusern links und rechts des Boulevards gezeichnet, in denen sich fast nur gastronomische Einrichtungen befanden.

Aber kurz zurück. Wir kamen auf dem Bahnhof in Poprad an. Ein altes Bahnhofsgebäude mit undichtem Dach und vielen scheinheiligen Gesellen im Bahnhof und im Gelände davor. Wer hier mal aussteigen sollte, dem rate ich , nicht unbedingt alles zu zeigen was er hat, das lässt es ihm dann auch behalten. Jedenfalls hatte ich ein mulmiges Gefühl auf dem Weg in die Altstadt.

Wir hatten gut eine Stunde Zeit, bis die nächste Bahn uns zurückbringen sollte zum Ausgangsort. Die Zeit nutzten wir für einen Kaffee und einen Eisbecher. Vom Preis her sehr moderat und von der Qualität der Speisen , besser als erwartet.

Nun mussten wir uns aber beeilen. Wieder an den scheinheiligen Gesellen vorbei und dann den Bahnsteig 2 finden. Das war ein Klacks für meine Frau. Ich tat mich hier schon schwerer.

Bis die Bahn kam vergingen noch fast 15 Minuten, da hatte ich für ein paar Fotos Zeit.

Diese Bahn, von Poprad nach Studeny Potok, legte eine Strecke von 8km zurück. Dann mussten wir wieder aussteigen um umzusteigen. Hier warteten wir wieder gut 20 Minuten bis es weiterging. Zwischenzeitlich fing es leicht zu regnen an.

Dann kam die Bahn. Was für eine Freude für mich, es war die älteste Variante der noch fahrenden Tatra Bahnen. Natürlich ein gefundenes Fressen für mich und meine Kamera.Für die letzten 9 km brauchten wir 13 Minuten, bis wir unseren Ausgangsbahnhof Tatranska Lomnica wieder erreichten.Ihr werdet es nicht glauben was wir hier taten. Wir tranken wieder eine Tasse Kaffee und nahmen ein Stückchen Torte zu uns. Man gönnt sich ja sonst nichts. Alles in allem haben wir mit wenig Kapital einen sehr interessanten Tag verlebt, haben viel abseits der Straßen in der Hohen Tatra erlebt, wir konnten uns endlich auch mal ein ausschweifendes Bild von den damaligen Sturmschäden machen.

Wer in seinem Urlaub Gast in der Hohen Tatra ist und nicht weiß was er an schlechten Tagen unternehmen soll, dem rate ich zu solch einem Zugtag.

Nun ging es zurück in die Pension. Abendessen und dann an den Tagesbericht. Heute gab es Rinderbrühe mit Nudeln und Krautroulade, was alles beides wieder sehr gut geschmeckt hat.

Siebenter Tag

Sonntag, 10. Juni 2012

Heute sind wir erst kurz vor 8:00 Uhr wach geworden. Die Anstrengungen der letzten Tage haben ihren Tribut gezollt. Das Wetter war echt bescheiden. Nebelschwaden hüllten die Berge ein, es blies ein kaltes Lüftchen und es regnete. Alles sprach für einen nicht so tollen Tag.

Erst einmal zum Frühstück. Danach packte ich die Kameraausrüstung. Heute wollte ich Makroaufnahmen machen während einer Wanderung. Wohin es gehen sollte das wussten wir noch nicht.

Mit dem Auto fuhren wir in Richtung Stary Smokovec. Gut 2 km nach dem Abbiegen kommt man an einem Parkplatz vorbei. Den suchten wir uns als Ausgangsort der Wanderung aus. Das Wetter hatte sich auch etwas verbessert. Es regnete wenigstens nicht mehr. Der Parkplatz kostete für den gesamten Tag 5,60 Euro. Das scheint hier ein Einheitspreis zu sein.

Nachdem wir uns wanderfertig gemacht hatten, die Schuhe bis oben geschnürt, schauten wir uns den Plan an, wohin es hier ging. Bela Voda. So hieß die Strecke. Angegeben mit einer Gehzeit von 1 Stunde war das ein guter Start in den Tag.

Der Wanderweg hatte erst einmal nur einen geringen Anstieg. So ließ es sich recht gemütlich gehen. Später wurde er steiler. Und noch später, fing es auch wieder zu regnen an. Da ich die Kamera fest auf meinen Cullmann Stativ befestigt hatte war es ständig ein Krampf bei jedem Schauer die Kamera ab und wieder anzubauen. So entschieden wir uns die Wanderung abzubrechen. Mittlerweile regnete es wolkenbruchartig.

Nun hatte ich bis zu dem Teil der Wanderung schon einige Makros am Wegesrand gemacht, aber ich war noch nicht zufrieden. Nein, ich war wieder wütend auf das Wetter. Aber so ist das nun mal im Hochgebirge, da kommt ein Wetterumschwung recht plötzlich.Sonne pur gibt es in Malle, hier in der Hohen Tatra war Härte angesagt. Teilweise bewegte sich die Temperatur im einstelligen Bereich.

Wir sind dann in die Pension zurückgefahren. Erst einmal trockene Sachen anziehen und dann den Rest des Tages verplanen, denn es war erst Mittag.

Wir entschieden uns dann noch einmal in Richtung Kezmarok zu fahren. An unserem Burgentag haben wir das Örtchen nämlich nicht vollständig geschafft.

In Kezmarok suchten wir uns eine gemütliche Cafeteria in dem wir uns einen Latte Macchiato und einen Eisbecher gönnten.

Danach besuchten wir den Teil der Stadt den wir in der letzte Woche nicht geschafft hatten. Wir sahen uns die neobyzantinische Neue Evangelische Kirche und die hölzerne Artikularkirche an. Leider auch nur von außen. Eigentlich hatten wir gehofft am Sonntag diese Häuser auch einmal von Innen zu sehen, aber weit gefehlt. Unweit dieser Kirchen findet man noch das evangelische Lyzeum, eine der ältesten slowakischen Schulen. Aber auch dieses Gebäude sahen wir nur von außen. Ach übrigens, in der Holzkirche ist das Fotografieren und Filmen streng untersagt. Was wäre das für eine Strafe für mich gewesen.

Nun kam auch der Regen nach Kezmarok, in Begleitung eines starken Gewitters. Die Regenkleidung hing nass in der Pension. So waren wir dem ganzen schutzlos ausgeliefert. Meine Frau hatte bessere Karten, sie hatte einen Schirm.

Wir warteten unter einen Dach das Ende des Unwetters ab, dann setzten wir den Rundgang fort. Die Stadtburg haben wir auch noch mal umrundet. Nach innen zog es mich nicht. Ich hatte auch nur wieder die zirpende Grille meine kleine Sony mit dabei. So machten wir heute mal eher Feierabend.

Wir gingen zum Parkplatz und fuhren nach Zdiar zurück. Die Rückfahrt habe ich gefilmt, so dass auch ihr euch mal ein kleines Bild von der Gegend machen könnt. Das Video wird es später auf Youtube zu sehen geben.

Achter Tag

Montag,11. Juni 2012

In der Nacht zog ein mächtiges Gewitter vorbei. Ich hatte die Holzfensterflügel in unserem Zimmer geöffnet gehabt, als eine Sturmböe sie gegeneinander schlug. Gleich darauf erhellte sich die gesamte Umgebung und ich konnte in tiefster Nacht die Berge sehen. Einige Sekunden donnerte es so gewaltig, dass ich ein mulmiges Gefühl bekam. Fenster zu und versuchen wieder Schlaf zu finden. Aber was war das? Auf dem Balkon unseres Zimmer krachte etwas hin und her. Ich weckte meine Frau und fragte wo denn ihr Schirm sei. Sie sagte, na draußen. In Windeseile die Holztüren geöffnet und den Schirm gerade noch vorm Abflug gerettet. Dann fing es an wolkenbruchartig zu regnen und das tat es bis zum Morgen und über den Tag hinaus bis zum Abend. Regen, Regen, Regen.

Diesmal sind wir erst kurz vor 8:00 Uhr wach geworden. Das lag sicher auch an der Aktion in der Nacht.Es war noch dunkel. Draußen regnete es, nein, es goss. Die gute Laune war so erst einmal dahin. Immerhin hatte ich den Plan heute die verschobenen Makroaufnahmen noch einmal zu versuchen. Nicht aber bei diesem Wetter.So brauchten wir einen neuen Plan.

Erst einmal zum Frühstück und dann werden wir weitersehen. Nach dem Frühstück, wir sprachen kaum ein Wort, machte sich erst richtig das Trübsal breit. Kathrin las und ich surfte etwas im Internet, was sich nicht änderte war das Wetter. Wir saßen so gut zwei Stunden ohne den Versuch aufzunehmen aus dem Tag noch was zu machen. Die Wassermassen liefen die Straße hinab.

Egal es musste etwas passieren.Wir hatten eine Idee, wir wollten nach Tatranska Kotlina in die Höhle Belianska Jaskyna. Das ist ein von über 100 Höhlen in der Hohen Tatra, die man für Besucher freigegeben hat. Der Eintritt in die Höhle kostet für den Erwachsenen 7,00 Euro, hin zu kommt die Fotogenehmigung die noch einmal 10 Euro zu Buche schlägt und der Parkplatzwärter nimmt dann auch noch die obligatorischen 5,60 Euro für das Tagesticket.Allerdings darf man in der Höhle kein Stativ und auch keinen Kamerablitz verwenden. Wer dagegen verstößt wird vom Besuch sofort ausgeschlossen. Die Höhle hat laut Reiseführer außer im November und Dezember das ganze Jahr geöffnet von 9:00 – 16:00 Uhr. Am Parkplatz angekommen erfuhren wir vom Pächter, das die Höhle zu sei, geschlossen, closed. So dann ist sogar unser Plan B gescheitert. Also Leute, wenn ihr mal diese Höhle besuchen wollt, sucht euch keinen Montag aus, das hätten die im Reiseführer auch berücksichtigen können.

Es musste schnell ein Plan C reifen. Auf einmal machte es Klick und wir hatten Plan C fertig. Wir wollte versuchen der Regenfront etwas davon zu fahren. So wollten wir den kleinen Ort Spisska Bela besuchen. Dort fanden wir auch gleich einen Parkplatz. Kostenlos. Die Häuser sind hier in dieser Gegend alle irgend wie ähnlich. Farblich wieder sehr üppig gestaltet und auch wieder mehr oder weniger liebevoll restauriert. Spisska Bela ist ein kleines Örtchen mit drei Kirchen, vielen schicken Häuschen und dem Ort mit einem Badesee.Alles in allem ein sehr angenehmer Ort. Wir waren fast durch, da hatte uns die Regenfront wieder eingeholt. Es schüttete was der Himmel hergab.

Unsere Reise ging weiter. Diesmal suchten wir uns den 27 km entfernten Ort Stara Lubovna aus. Dort sollte es eine Burg geben, Hrad Lubovna war ihr Name. Ein Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit, trotz des Regens.Diesmal schafften wir es aber nicht den Regen abzuhängen. Er blieb immer auf Augenhöhe. In Stara Lubovna angekommen, suchten wir den Weg zur Burg und einen Parkplatz. Dieser kostete 1,50 Euro. Wir dachten für eine Stunde , aber es war der Tagespreis. Stara Lubovna ist schon eine etwas größere Stadt, wie wir vom Burghügel sehen konnten. Wie es in der Stadt aussieht, werden wir leider nicht erfahren, wir hatten nur die Burg auf dem Plan.

Was für eine Burg, eine richtige Märchenburg und nicht weiter im Reiseführer erwähnt. Der Aufstieg war steil und wegen des Regens etwas beschwerlich. Die Canon hatte ich im Auto gelassen , ich wollte die Kamera bei diesem Schauerwetter nicht aufs Spiel setzen.

Der Eintritt zur Burg kostete für den Erwachsenen 5 Euro. Fotografieren konnte man hier nach Herzenslust, mit Stativ und Blitz, wenn man das alles zur Verfügung hatte.

Die Burganlage war riesig, der Regen störte bei vielen Perspektiven die ich mit der Kamera versuchte einzufangen. Aber diese Anlage begeisterte mich dermaßen, dass ich der kleinen Kamera alles abverlangte. Im Frühjahr und Sommer hat die Burg täglich von 9:00-18:00 Uhr geöffnet. Im Herbst und Winter reduziert sich die Öffnungszeit von 10:00-16:00 Uhr bzw. 10:00-15:00 Uhr. Es gab sehr viel zu sehen. Einige Burgteile sind auch fachmännisch saniert worden, ein riesiger Saal bekam auch wieder ein Dach. Den Turm konnte man besteigen und auch in die Katakomben unter der Erde konnte man gehen. Leider war ich so nass, dass es mich nicht in die Kellerkälte zog. Nach fast zwei Stunden hatten wir die Burg durchkämmt. Wir machten uns auf den Weg zum Auto. Auf dem Weg nach Zdiar kamen wir in Starkregen. Teilweise konnte man auch mal testen was Aquaplaning war. Die Fahrer dieser Gegend haben immer ein Feindbild, den vor ihm fahrenden Autofahrer. Wenn man nicht selber das eine oder andere mal in eine gefährliche Situation kam, wäre mir das auch egal gewesen. Je schlechter das Wetter wurde um so gefährlicher fuhren diese Irren auf der Straße.

Als wir am Fluss Poprad entlangfuhren, stellten wir fest, dass das Ufer teilweise schon überschwemmt ist. Wenn der Regen so weiter fällt, drohen hier sicherlich Überflutungen. Ein Ort stand komplett unter Wasser, schön war das nicht.

Das ging sogar soweit, dass wir beschlossen haben, wenn morgen der Tag wieder mit Regen beginnt, dann werden wir vorzeitig abreisen. Das wäre schade, denn dann kann ich meine Makros nicht mehr knipsen, darauf habe ich mich doch so gefreut. Darum hatte ich sie mir auch bis zu letzten Moment aufgehoben.

In der Pension, schlüpften wir erst einmal in trockene Kleidung. Es gab auch bald Abendessen. Diesmal eine Rindfleischsuppe mit weißen Bohnen und Kartoffeln, sowie eine Schweineroulade mit Reis und Salatnachtisch. Wenigstens beim Essen klappte alles. Es hat auch wieder wunderbar geschmeckt. Im Moment hat der Regen aufgehört und es ist recht klar. So unsere vorletzte Nacht in der Pension, mal sehen wie das Wetter sich entscheidet.

Feierabend, Gute Nacht.

Neunter Tag

Dienstag, 12. Juni 2012

Wieder sind wir erst kurz vor 8:00 Uhr wach geworden. Die Berge sind im Nebel verhüllt aber es war trocken. Nun war die Stimmung nicht euphorisch, aber wir waren erst einmal froh, dass es nicht regnete.

Frühstücken, umziehen und dann los. Irgend wie ging es heute nicht so recht vorwärts. Wir waren uns auch nicht so richtig einig was für Kleidung angesagt war. Stadttour, Höhle oder Wanderung.

Wir entschieden uns für die Wanderung. So kam ich dann vielleicht noch zu meinen Makros, mal sehen was der Tag so bringt.

Wir sind zu dem Ausgangspunkt zurückgekehrt, an dem wir am Sonntag wegen des Wetters schon einmal gescheitert sind.Wir waren wieder am Ausgangspunkt zum Bela Voda. Nun kann ich mir auch vorstellen warum das Bela Voda so genannt wird. Durch die vielen Stromschnellen, bekommt das Wasser viel Gischt und so sieht es weiß aus. Was liegt da näher als es danach zu benennen.

Im Fotorucksack war alles drin was ich mit hatte, zu guter Letzt hatte ich das Cullmann Stativ oben auf geschnallt. Im zweiten Rucksack war die Regenkleidung. Nur noch den Parkplatz bezahlen, in dem Fall waren das wieder 5,60 Euro, dann kann es losgehen.

Der erste Teil der Wanderung war mir ja noch im Gedächtnis. Es kam sogar die Sonne raus. Nach 20 Minuten Gehzeit, lief der Schweiß schon in Strömen. Die Schwere des Rucksacks spürte ich immer stärker. Gleich sind wir an dem Punkt angekommen, wo wir am Sonntag abgebrochen hatte.

Es fing an zu regnen. Gerade noch Sonne und fünf Minuten später, Regen. Unfassbar. Ich wurde wütend. Ich kann das Gefühl nicht richtig beschreiben, aber da quält man sich mit dem ganzen Gepäck den Berg hoch in der Hoffnung das alles besser wird, dann fängt es an zu regnen.

Wir waren jetzt genau in Höhe des Wasserlaufs, ich komme jetzt nicht mehr zu den Makros, aber in der Schnelle wollte ich noch ein paar Langzeitaufnahmen vom Bergbach hinbekommen. Dazu bin ich einen abenteuerlichen Abstieg über unbefestigtes Gelände zum Wasser hinunter gestiegen. Es war sehr glatt und man fand wenig Halt, zumal die Last auf dem Rücken noch auf geschnallt war. Ich war fast unten, da war es wieder der Schmerz im Knie. Nun gab es aber kein zurück. Der Regen wurde stärker. Ich suchte mir einen großen Stein auf dem ich ablegen konnte. Holte die Kamera raus , schraubte Adapter und ND Graufilter auf das Objektiv, stelle das Stativ auf und befestigte die Kamera daran.Auf den Felsbrocken war es nass und glatt. Es war gar nicht einfach das Stativ zu positionieren. Aber der Regen regte zur Eile an. Mir fehlte noch der Fernauslöser. Noch einmal über einige Klamotten zurück, in den Fotorucksack und dann zur Kamera zurück. Hoffentlich fällt sie nicht um. Die Wassertropfen liefen das Kameragehäuse hinab. Die Linse vorn war noch trocken, nun noch die Einstellungen suchen und abdrücken. So schoss ich ungefähr 10 Fotos, packte ein und kletterte den Hang wieder hinauf.

Der Regen wurde immer stärker und ich war nass. Hatte zu spät die Regenkleidung zum wechseln herausgeholt. Nun wollte ich sie auch nicht mehr. Wut trieb mich dazu, die Fotosession wieder abzubrechen. Also machten wir uns wieder an den Rückweg. Ich sagte: Ich habe genug, genug, genug. Los zurück , Sachen packen und ab nach Hause.So setzte ich mich auf eine Baumwurzel und wartete bis der Anfall vorüber war. Aber irgend wie wollte der nicht vorüber gehen. So langsam kam ich zur Ruhe. Ich war nass, Kathrin war nass. Die Fotosachen konnte ich noch schützen. Das wichtigste war also noch einsatzfähig. Warum also abbrechen. Nass ist nass. Ich hoffe wir holten uns nicht den Tod. Die Temperatur betrug 14 Grad Celsius. Aber je höher wir gingen um so kälter wurde es.

Aber was soll´s, wir gingen weiter hoch. Mit dem festen Willen dort oben vielleicht eine bessere Schussposition auf das Wasser zu bekommen, trieb mich der Ehrgeiz an. Und was soll ich sagen , nach 10 Minuten war der Regen vorbei und die Sonne ließ sich wieder mal ab und an sehen. Ich bin dann noch einmal einen Abhang hinunter um dem Wasser meine Aufwartung zu machen. Diesmal war es noch glatter. Ich rutschte mit einem Bein in das kalte Wasser. Aber mein Schuh hielt dicht. Keine nassen Füße. Wieder ein paar Fotos aus der Wunsch Perspektive, Hang wieder hoch geklettert und weiter ging es.Wir fanden dann noch eine Holzbrücke die das Tal überspannte. Von hier hatte ich ein exzellentes Schussfeld. An dieser Position hielten wir uns fast eine halbe Stunde auf. Ich habe hier vom Makro über Weitwinkel bis hin zum Teleobjektiv alles benutzt. Zufrieden nahm ich zur Kenntnis, dass es mit den Makros nichts mehr wird, es war zu windig, aber die geschossenen Fotos stimmten mich glücklich.Wir machten uns dann an den Abstieg, vielleicht kann ich noch ein paar Stimmungen einfangen. Daraus wurde aber nichts, denn es fing wieder an zu regnen. Der Niederschlag wurde von Minute zu Minute stärker. So waren wir dann auch wieder froh nach 1,5 Stunden am Auto zu sein.

Trotzdem war ich stolz hier nicht aufgegeben zu haben. Wir haben uns durchgebissen bis es nicht mehr ging. Ich hatte meine Fotos im Kasten und wir waren an einer wunderbaren Luft unterwegs. Auch unsere Kondition hat hier sicher punkten können.

Ich entschied, dass nun Schluss ist mit dem Fotografieren. Das letzte Bild ist im Kasten, der Urlaub auch fast zu Ende. Weil wir immer auf der Jagd nach dem schönsten Foto, nach immer neuen Motiven waren, haben wir eine Menge an Land und Leute gesehen.

Nachdem wir in der Pension unsere Sachen gewechselt hatten, sind wir nach Stary Smokovec gefahren und haben dort einen kleinen Imbiss genommen. So verabschiedeten wir uns dann von dieser Stadt. Zurück in der Unterkunft, packte Kathrin die Sachen, ich schrieb weiter an meiner Geschichte.

Das soll es dann auch gewesen sein. Unser Urlaub ist zu Ende. Morgen geht es wieder nach Hause. Für mich bleibt dann noch die Berichte und die Bilder in die Galerie zu stellen. Das wird sicher noch einige Zeit dauern.

Für heute ist erst einmal Schluss, das war unser Urlaub 2012. Mal sehen wohin die Reise im nächsten Jahr geht. Ich möchte mich verabschieden,macht´s gut und bis denne.

Pommern im Mai

 

Pommern im Mai

Montag, 3. Mai

Erster Tag

Endlich geht es los, unser gemeinsamer Sommerurlaub. Nun, Sommer ist auch schon wieder geschmeichelt. Es regnet, die Wolken sind dick und grau. Wir wählen die Autobahn in Richtung Berlin, Prenzlau und Stettin. Dann fahren wir auf der Landstraße in Richtung Gdansk. Die Landstraßen in Polen sind stark befahren.

Jeder will der Erste sein, habe ich manchmal den Eindruck. Es wird gedrängelt und gefahrvoll überholt wie auf den Autobahnen in Deutschland. Ständig wechseln die Geschwindigkeiten, mal 90, mal 70, dann wieder 50. Und der Regen hört nicht auf. Der Wind peitscht ihn gegen die Scheiben und rüttelt am Auto. Doch mein Navi funktioniert halbwegs. Ich hatte kurz vor dem Urlaub bei Pearl ein Updatet gemacht. Es ist unglaublich, wie viele Kreisverkehre es dort gibt – in jedem Ort, den wir durchfahren bestimmt drei. Ein Blick in die polnische STVO vor Reisebeginn lohnt sich. So viele Blitzer wie ich an diesem ersten Reisetag gesehen habe, sehe ich bei uns im Laufe eines Monats nicht. Zum Glück ist alles gut gegangen – kein Foto und auch keine Geldstrafe.

Als wir gegen 18:00 Uhr in Kosakowo ankommen, fängt auf einmal an das Navi zu spinnen an: Straßenbau. Mein Rat: Kommt nie in eine wegen eines Feiertag ruhende Straßenbaustelle in unserem Nachbarland. Es ist kaum zu beschreiben: Löcher und Spalten sind nicht zu sehen, es ist überall Wasser. Wir fahren über eine Spalte, vielleicht 30 bis 40 cm breit und tief gefräst. Da hilft nicht mal Schritttempo. „Der Urlaub ist gelaufen“, denke ich. Ich fluche und schimpfe, was das Zeug hält. Auch das Navi versagt. Wir fahren im Kreis. Nur unseren Englischkenntnissen und der Hilfsbereitschaft der Polizei ist es zu verdanken, dass wir noch die richtige Route finden und das Hotel erreichen. Ehe wir tatsächlich da sind, geht es über eine überflutete Straße, auf der das Wasser fast bis zu den Einstiegsleisten reichte. Hätte ich das Auto tiefer legen lassen, müssten wir die Badelatschen aus dem Koffer holen.

Im Hotel empfängt uns freundliches Personal. Das Einchecken geht innerhalb von zwei Minuten von statten. Koffer hoch, auspacken und absacken. Nur noch Ruhe und ein Bier. Das stilvoll eingerichtete Haus mit einer wunderbaren Küche versprüht schon am ersten Tag seinen Charme.

Nun noch ein kleiner Spaziergang, ohne Kamera. Es ist schon dunkel und regnet wieder. Dennoch erkennen wir: Die Landschaft ist ein Traum. Steilküste, Boote, Inseln, viel Wellen und eine klare Luft – all das werde ich versuchen, in meinen Bildern festzuhalten.

Es gibt keine Fotos vom ersten Urlaubstag, doch er war gespickt mit Action und Aufregung. Am Ende klingt er aus in Ruhe und Harmonie. Das ist eigentlich alles, was ein Film braucht. Gemessen an einem Zwei-Stunden-Streifen waren das die ersten zehn Minuten. Wenn es so weitergeht, übertrifft das meine Erwartungen.

Dienstag, 4. Mai

Zweiter Tag

Beim ersten Blick durchs Fenster: Regen. Sollte wieder nichts werden mit dem Fotografieren? Nun gut, erst mal aufstehen, frühstücken und dann einen Plan machen. Jedenfalls kein tolles Licht für Fotos, aber mal sehen, was mit Schirm, Charme und Melone so herauszuholen ist aus der Suppe. Vielleicht reicht es ja für eine Schwarz-Weiß-Serie. Auf in den Kampf.

Wir wollten einen ruhigen Tag verbringen und die nähere Gegend etwas erkunden. Dazu sind wir den ausgeschilderten Weg in Richtung Steilküste gegangen. Sehr interessant, was wir dort sehen: Vom Palast bis zur Kate ist alles vertreten. Auch Baugrundstücke, die verlassen wurden: Dächer abgedeckt, Baumaßnahmen eingestellt und Baustellen geplündert. Am Aussichtspunkt angekommen, führt eine Treppe hinunter zum Strand. Strand ist vielleicht etwas zu viel gesagt, Steinküste trifft eher zu: große Felsstücke bis hin zum kleinsten Stein.

Ich kann auch gar nicht sagen, wie viele Kilometer wir zurückgelegt haben. Ein Orientierungspunkt ist für mich immer im Fokus die alte Torpedierungsanlage, die aus dem Wasser wie ein Fels in der Brandung herauswächst. Sicher ein Relikt des letzten Weltkrieges, dümpelt die Anlage vor sich hin. Irgendwann geht es dann nicht weiter und wir kehren um. Durch das Teleobjektiv erkenne ich am anderen Ende der Welt ein großes Kreuz, was sich dann als Kreuz aus drei riesigen Stahlankern herausstellt. Der Weg dorthin führt uns am Wasser entlang. Steine suchen, Fossilien finden – und Kathrin bekommt auch ihren Hühnergott, den sie selbst fand. Das Glück ist vollkommen. Ich frage sie: „Sag mal, wie viele Kilometer sind wir denn eigentlich runtergelaufen?“ „Vielleicht anderthalb Kilometer.“ Eigentlich habe ich auch nichts anderes erwartet, obwohl ich schon gefühlte 50 Kilometer in den Beinen hatte. Ich nehme das kommentarlos hin. Ein bisschen fluchen und jammern verschafft mir die nächste Pause.

Unser Weg führt uns am Naturschutzpark bei Mechelinki vorbei in Richtung Rewa. Es ist ein kleiner Ort, sicher nur zum Kitesurfen errichtet. Dort tangieren wir das riesige Kreuz, in meinen Bildern ist das zu sehen – wie auch die Herrlichkeit der Natur. Es ist kaum zu beschreiben, das muss man erleben.

In Rewa angekommen, können wir die Beine endlich in die Ecke stellen. Trotz meiner neuen Wanderschuhe bin ich auf den Sohlen fertig. Was also machen, um die Strecke nicht noch mal zurückzuspazieren? Essen wollten wir erst am Abend und trinken, erst wenn der Transport geklärt ist. Also öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Mit unseren super polnischen Sprachkenntnissen und dem Langenscheidt in der Tasche, übersetzen wir den Busfahrplan. Was heißt wir, die Ehre gebührt Kathrin, die den Busfahrplan übersetzt und uns in einem Sklep auch vor dem Verdursten rettet. Von Rewa nach Mechelinki sind es vier Stationen – noch einen kleinen Fußmarsch rangehängt, sind wir im Hotel.

Dort gibt es erst einmal einen leckeren Hauswein. Ein bisschen lesen und die Bilder auf den Rechner ziehen, dann ist es Zeit für das Abendbrot. Wir entscheiden uns für eine Vorsuppe, Kathrin nimmt ein Beefsteak und ich Pangasiusfilet. Dazu gibt es eine leckere Butelka Merlot, Wein aus Italien. Zum Abrunden des Geschmackserlebnisses entscheide ich mich für einen gemischten Salat mit Schafskäse und Oliven. Das ist der leckerste Schafskäse, den ich je gegessen habe. Diesem Hotel bescheinige ich eine exzellente Küche mit nur frisch zubereiteten Speisen und einer hervorragenden Weinkarte. Sicher bin ich nicht das letzte Mal hingefahren.

Morgen dann soll es nach Gdansk gehen, wie immer ohne Erwartungen.

Mittwoch, 5. Mai 

Dritter Tag

Geplant für diesen Tag ist ein Ausflug nach Gdansk – Danzig. Kein Wecker, kein wecken, doch ich bin um 7 Uhr wach. Der Blick zum Fenster: dunkel, Regen. Wieder hingelegt. 7.30 Uhr, der Blick hinter die Gardine: blauer Himmel, Sonnenschein. Raus aus den Federn und ab zum Frühstücksbuffet. Kamerarucksack geschnappt, Frau mit genommen und los. Bis Gdansk waren es etwa 20 Kilometer. Dass diese lang werden können, das kann ich euch sagen. Ein Verkehr wie ich ihn letztens in Italien gesehen habe: drei Spuren, drei Spuren voll. Wenn die in Cottbus glauben, die haben ein Verkehrsproblem, dann kann ich euch beruhigen, davon sind sie Lichtjahre entfernt. Fahrt nach Gdansk und ihr werdet verstehen, was ich meine.

Das Navi habe ich auf die Mitte der Stadt programmiert, einen Parkplatz am Vormittag zu finden, ist kein Problem. Ab Mittag wird es unmöglich. Die Parkuhr für den gesamten Tag kostet uns 23 Zloty.

Dann geht es endlich los. Der Himmel ist am Vormittag noch nicht so toll, die Sonne gleißend hell. Aufnahmen in der Stadt sind recht schwierig. Besser wird es nach dem Mittag, die Wolken verschwinden und das Licht kommt heraus. Gloria Halleluja, ich kann den Polfilter herausholen.

Unsere Tour führt uns zunächst durch die Altstadt. Eine wunderschöne Stadt mit herrlichen Häusern, mustergültig saniert und gepflegt. Ich hoffe, das kommt in meinen Bildern auch zum Ausdruck. Nach der Altstadt geht es auf die Wasserseite zur Anlegestelle für Linienschiffe und Wassertaxis. Zum Mittag essen wir eine Kleinigkeit in einem historischen Gebäude. Das Personal ist sehr freundlich. Mit Deutsch und etwas Englisch kommen wir auf den Punkt. Die polnische Küche wird wohl immer etwas totgeschwiegen. Ich bin kein Kostverächter und kann nur sagen, exzellent. Nicht nur im Geschmack, sondern auch beim Anrichten der Speisen. Da muss man Vergleichbares in Deutschland lange suchen.

Nach dem Mittag geht es mit einem Schiff in Richtung Westerplatte. Für 90 Zloty sind wir mit dabei. Die Fahrt geht durch das Hafengelände und zur angrenzenden Werft. Das ist meine Stunde: Schiffe, Kräne, Anlagen und Docks, was das Herz begehrt. Und auch das Licht spielt mit. An der Westerplatte steigen wir nicht aus. Es ist nur ein riesiger Park und ein großes Denkmal zu sehen. Die ganze Tour dauert rund eine Stunde. Bei schönem Wetter kann ich das nur empfehlen.

Abend begegnen wir uns todesmutig wieder in den unglaublichen polnischen Straßenverkehr. Straßen kann man das streckenweise nicht nennen: Loch an Loch. Auch die Gullydeckel sind schon mal fünf bis zehn Zentimeter tiefer angesiedelt. Wir freuen uns, gesund wieder im Hotel anzukommen. Fazit: Gdansk ist eine überaus sehenswerte Stadt mit freundlichen und höflichen Menschen. Alles hat seine Ordnung, obwohl man die erst verstehen lernen muss.

Donnerstag, 6. Mai 

Vierter Tag

Regen und Wind sind vorhergesagt, doch am Vormittag hält sich das Wetter noch einigermaßen. Auf unserer Route stehen die Orte Puck und Hel.

Puck ist eine kleine Stadt an der Putziger Wiek, daher auch der Name. Früher hieß Puck nämlich Putzig. Es gibt ein riesiges Angebot an Segelsport und Kitesurfing. Als wir ankommen, bläst schon ein mächtiges Windchen. Ich habe den Kitesurfern bei ihren Figuren zugesehen und bin sichtlich begeistert, mit welchen Geschick die Jungs den Sport ausüben.

Eine Jugendgruppe bringt ihre kleinen Segler zu Wasser, ich möchte nicht mal in einem Paddelboot sitzen, geschweige mit diesen Booten zu Wasser gehen. Es ist schon beeindruckend, zu sehen, mit welchem Mut und mit welcher Kraft die Jungen und Mädchen ihren Sport ausüben.

Auch die Kirche ist eine Augenweide, leider ist sie verschlossen. Ich kann sie nur von außen ablichten. Über den Marktplatz mit seinem Altmarktflair, vorbei am restaurierten Rathaus führt uns der Weg wieder zum Auto. Leider gibt es vom Marktplatz und dem Rathaus keine Bilder, es hat angefangen zu regnen.

Anfänglich flachsen wir noch, ob unser Auto denn noch da sei, aber die Leute hier haben wahrlich andere Sachen im Kopf, als Autos zu knacken. Außerdem fahren sie hier Wagen, die sieht man bei uns zu Hause nur selten.

Dann geht es weiter in Richtung Hel. Das ist eine Halbinsel, die sich wie eine Sichel als lang gezogene Zunge in die Ostsee erstreckt. Auf der Straße in Richtung Hel liegt auf der rechten Seite die Putziger Wiek und auf der linken Seite die offene See. Ein grandioses Gefühl, so hinzufahren und den Blick auf interessante Motive zu richten. Doch leider ist unsere Zeit bemessen.

Es ist kaum zu glauben, aber auch hier steht in, vor und nach jedem Ort mindestens ein Blitzer, manchmal sogar auf offener Straße. Einer war in einer Kurve verbaut, also technisch sind uns unsere Nachbar nicht hinterher.

Leider ist auf fast der gesamten Strecke absolutes Halteverbot. Es wird auch gleich mit dem Abschleppen gedroht. Doch wir finden einen Parkplatz, von dem wir uns zur offenen See durchschlagen können. Als wir sie erreichen, bietet sich uns ein traumhafter Anblick voller Naturgewalten und Schönheit. Mittlerweile ist der Wind in Sturm umgeschlagen. Riesenwellen peitschen an den weißen Strand. Vor Kälte kann ich nur zehn Bilder schießen. Die Finger sind eiskalt und können die Kamera kaum noch bedienen. Auf dem Graufilter bildet sich eine weiße, salzhaltige Schicht. Es ist Zeit einzupacken.

In Hel finden wir auch einen Parkplatz: Drei Stunden acht Zloty, das ist günstig.

Wir wollen uns den Leuchtturm Latarnia Morska ansehen, von dem wir schon in unserem Reiseführer gelesen haben. Leider haben sie den genau vor unseren Augen zugemacht. Feierabend, vielleicht auch keine Lust mehr bei dem Sauwetter. Weiter geht es in Richtung Hafen. Dort liegt die Fischfangflotte des Ortes vor Anker. Auch einige Jachten und Segler sind zu sehen.

In Hel gibt es eine Seehundaufzuchtstation. Wir haben nur noch ein Zwei-Zloty-Stück für den Eintritt – alles Automaten und keiner konnte wechseln. Kathrin darf sich als Auserwählte glücklich schätzen, dort einen Blick reinzuwerfen. Es gibt zu dieser Zeit noch keine Jungtiere, so sind auch nur vier Tiere zu sehen. Ich wartete im Regen. Nehmt einem Raucher die Zigaretten weg, dann könnt ihr den Zustand beschreiben, wie es sich anfühlt, einem Fotografen das Licht zu klauen.

Freitag, 7. Mai

Fünfter Tag

Heute hängen die Wolken tief, es regnete und Nebel zieht auf. Die Temperaturen wollen auch nicht über acht Grad klettern. Das ist eigentlich ein Grund, mal länger zu schlafen oder nichts zu tun.

Man muss es nehmen, wie es kommt. Wir entscheiden uns für einen kleinen Abstecher nach Gdynia. Das Aquarium und das Schifffahrtsmuseum stehen auf unserem Plan. Wir entscheiden uns für die umgekehrte Reihenfolge. Und das ist auch gut so, sonst wären die Bilder vom Zerstörer und vom Segelschulschiff ins Wasser gefallen.

Der Eintritt für den Zerstörer kostet acht Zloty pro Person, das Segelschulschiff ebenfalls acht Zloty pro Person zuzüglich acht Zloty für die Fotogenehmigung. Die Preise halten sich in Grenzen, besser noch, sie bewegen sich weit drunter.

Aber alles der Reihe nach. Angefangen haben wir mit einem Abstecher zum großen Friedhof in Kosakowo. Großer Friedhof? Ich kann das nicht beschreiben, aber ich habe noch nie solch eine große Anlage gesehen. Jedes Grab ist geschmückt, ein kunterbuntes Blumenmeer. Ich will nicht zu offen mit dem Fotoapparat herumlaufen, denn ich denke, das stört an solch einem Ort das Persönlichkeitsrecht und vor allem die Ruhe. Ich finde für die Stimmung den Friedhof und den dichten Nebel für einige Fotos passend.

Die Fahrt nach Gdynia ist wie immer ein Chaos. Wir stecken hinzu im Stau und kommen auch am späten Nachmittag nicht vorbei. Man muss höllisch aufpassen: Spurwechsler ohne zu blinken könnten dem netten Autoklempner ein paar schöne Stunden bescheren.

Dank Navi finden wir auch einen sicheren Parkplatz in einem Parkhaus, in einem Einkaufszentrum. Auf dem unteren Parkplatz wäre das Auto gleich gewaschen worden, was bei dem Wetter aber überflüssig ist.

Wir finden die Schiffe auf Anhieb, und das Museum ist von diesen Exponaten auch nicht weit entfernt. Auf dem Zerstörer Blyskawica werden wir von echten Matrosen empfangen. Wir können uns auf dem Schiff frei bewegen. Sehr interessant ist auch die Bilderdokumentation auf den unteren Decks. Dieser Rundgang ist aufschlussreich. Nur für gute Fotos fehlt das Licht, aber entscheidet selber.

Dann geht es direkt auf den Segler, der gleich nebenan festgemacht hat. Er ist schon seit 1982 außer Dienst und wird als Museum betrieben. Im Maschinenraum finden wir einen älteren Maschinisten, der auf dem Schiff als Matrose angeheuert hatte. Er steht uns gern Rede und Antwort. In einem seltsamen Gemisch aus ein wenig Polnisch, Englisch und Deutsch erfahren wir die Geschichte des Schiffes. Dankbar verabschieden wir uns, um unseren Rundgang auf dem Deck des Seglers zu beenden. Auch dort leider kein Licht. Es fängt schon wieder zu nieseln an. Meine Fotoserie ist im Kasten.

Das Aquarium steht noch auf dem Plan. Ein großes Gebäude mit Becken, verteilt über zwei Etagen. Süßwasserfische und Meeresfische gibt es zu sehen, leider ist es wieder sehr dunkel und es reicht nur für eine Handvoll Fotos. Noch nie gesehen habe ich eine zehn Meter lange Anaconda, die hinter Glas zu betrachten ist.

Ein leckeres Pfeffersteak, blutig natürlich, und der Tag findet dann nach diesem schrecklichen Verkehrschaos sein Ende. Jedenfalls fast. Noch sitze ich in der Lobby und schreibe meine Erlebnisse auf, denn zum Laufen habe ich heute keine Lust mehr. Meine Füße haben verdammte Kopfschmerzen. Gute Nacht.

Samstag, 8. Mai 

Sechster Tag

Also, wer denkt, uns gehen die Ideen aus – weit gefehlt. Wir sind in Polen und da gibt es noch so einige unerforschte Ecken für uns.

Einen Plan haben wir heute nicht. Das Wetter ist trocken, aber kalt und der Himmel bedeckt. Es hat zwar nicht geregnet, doch ein schönes Licht gibt es auch nicht. Ich esse doch nun schon jeden Tag meine Teller leer, irgendwann muss das Petrus doch mit schönem Wetter und gutem Licht belohnen.

Heute geht es zuerst in Richtung Bytow, dort gibt es eine alte Burg zu sehen, leider auch nur bei mittelprächtigem Licht. Danach fehlt uns erst einmal der Faden. Wir sind nun schon im Kaschuben- Land. Also erst einmal wieder ins Auto. In das Navi geben wir Kartuzy ein. Dort soll eine schöne Kirche stehen. Die Odyssee beginnt, unser Navi führt uns über Wege, die ich normalerweise nicht einmal zu Fuß gehen würde: an die 20 Kilometer unbefestigte und unbekannte Straße. In Kartuzy angekommen, habe ich gar keine Lust, die Kirche zu suchen. Ich bin das erste Mal irgendwie bedient. So fahren wir direkt weiter nach Szymbark. Das ist ehre ein Zufall als gewollt. Als wir dort das schiefe Haus besichtigen wollen, stellten wir fest, es ist ja eine Menge los, ein Volksfest. Folklore-Ensembles, Musikanten, Griller, Eisverkäufer, VIPs und eine Menge Fußvolk sind auf den Beinen. Es geht wohl um einen kaschubischen Brauch. Was weiß ich, jedenfalls sind alle fröhlich. Es gibt zu essen und die Musi‘ spielte auf. So lasse ich mich auch ein wenig in das Geschehen ein. Dieser Tag, der doch ein wenig durcheinander begann, hat noch einen Sinn bekommen.

Das schiefe Haus haben wir noch gesehen. Kathrin war drin und sie meint, dass man dort seekrank wird.

Am späten Nachmittag brechen wir auf, um zu unserer Unterkunft zurückzufahren. Eigentlich ein Klacks, aber das Navi meint es wieder zu gut mit uns und führt uns durch Wälder, an Felder und Wiesen vorbei, die ich so mein ganzes Leben nicht zu Gesicht bekommen hätte. Außerdem kommen wir noch an zwei wunderschönen Kirchen vorbei, die, dem Navi sei Dank, mir sonst vielleicht entgangen wären.

Das fehlende Licht hat mich unheimlich genervt, doch am Ende des Tages erwartet uns wieder ein wundervolles Abendessen und eine von mir ausgesuchte Flasche Rotwein, bei der wir für den nächsten Tag wieder unsere Pläne schmieden. Was, das verrate ich noch nicht.

Sonntag, 9. Mai

Siebenter Tag

Nun ist es soweit, wir wollen uns die große Wanderdüne ansehen. Erst einmal fahren wir nach Leba, ein Touristenort an der polnischen Ostsee. Ein wenig vergleichbar mit Prerow. Ein schöner Ort mit einem Hafen, in dem Touristenboote und Fischkutter vor Anker liegen. Hier kann frischer Fisch direkt vom Fischer gekauft werden, ob roh oder geräuchert. Er wird auch ausgenommen und filetiert.

Am Hafen entlang geht es an die See. Von der Mole her bietet sich der Ausblick auf die offene See sowie auf die Strandanlagen. Wir entdecken ein wundervolles Haus, ehemals ein Herrenhaus. Nun wird es für zahlungskräftige Gäste als Kurhotel geführt.

In Leba steht auch eine Abschussrampe der V1-Raketen. Für uns reicht die Zeit diesmal nicht für eine Besichtigung. Die Strände im Bereich Leba sind breit und hell, auch Umkleidekabinen im klassischen Stil findet man hier. Die Gastronomie ist wie überall in der Gegend ausgezeichnet. Ich kann nur empfehlen, Fisch zu essen. Den gibt es frisch zubereitet.

Nach unserem Strandausflug geht es weiter in den Nationalpark. Es gibt viel zu entdecken. Da ist das Museum mit einem Aussichtspunkt, auch die V1-Abschussrampen liegen in dem Bereich. Doch wir wollen auf die Düne. Mit einem Elektrokarren legen wir die sechs Kilometer bis zu dieser interessanten Sehenswürdigkeit zurück. Der Preis pro Nase sind 15 Zloty hin und wieder 15 Zloty zurück – also auch keine Reichtümer. Der Weg führt vorbei an der V1-Abschussrampe, vorbei an Moos bewachsenen Bäumen, die fast schon ein wenig an Urwald erinnern.

Endlich angekommen, ist es zugig und kalt. Es hält uns erst mal nichts. Wir folgen den ausgeschilderten Wegen – und dann ist die Düne da. Leute, ihr könnt euch so etwas gar nicht vorstellen. Ich dachte, ich bin in der Wüste: 50 Meter hoch, Sand und Dünen soweit das Auge reicht. An den Rändern ist zu erkennen, wie sich diese Düne den Weg durch die Vegetation bahnt. All die Bäume wird es wohl bald nicht mehr geben, die Wüste wird wachsen. Es ist unglaublich schwer, die Höhenmeter in dem weichen Sand zu überwinden. Man sinkt ein und will doch immer weiter. Das Auge fängt immer wieder neue Impressionen ein. Das ist für mich eine der stärksten Naturgewalten, die ich je gesehen habe.

Ganz schön fertig mit weiteren Kopfschmerzen in meinen Füßen geht es dann mit dem E-Karren zurück zum Auto.

Auf der Rücktour zum Hotel, wir sind wieder einige neue Bum-Bum Wege gefahren. Gesehen haben wir noch einige Kirchen und auch ein altes Gutshaus, das in den 1990er Jahren saniert wurde und nun als Hotel fungiert. Besonders hat mir das Schulgebäude gefallen, ehemals Zarnowitz, heute Zarnowic. Das Gebäude wurde 1909 errichtet, bei heutigen Sanierungsarbeiten wurde der Schriftzug entdeckt und unter Denkmalschutz gestellt.

Na , mal sehen wohin es morgen geht, bis dahin erst mal eine gute Nacht.

Montag, 10. Mai

Achter Tag

Heute morgen klingelt der Wecker schon um 6.30 Uhr: Fertigmachen und frühstücken, die Sonne lacht und ein strahlend blauer Himmel zeigt sich.

Wir fahren gegen 8 Uhr los in Richtung Gdynia, Gdansk und dann später in Richtung Ketrzyn, zu deutsch Rastenburg. Ziel unserer Reise sind die Bunker der Wolfsschanze.

Je näher wir Gdansk kommen, desto mehr verfinstert sich das Wetter. Fährt man auf der 7 an Gdansk vorbei, kommt man an einem riesigen Werk der petrolchemischen Industrie vorbei. Nur ein kleiner Tipp: Schaltet für diesen Moment auf Innenluft um, es riecht sehr streng nach allem möglichen – etwa so wie damals in Schwarze Pumpe, wenn ihr euch noch erinnern könnt. Für alle anderen ist es auch nicht schlimm, wenn ihr nicht wisst, wie es da riecht. Ihr habt nichts verpasst.

Unsere Fahrt dauert zirka vier Stunden; ständige Geschwindigkeitsbegrenzungen und der ewige Straßenbau lassen ein schnelleres Fortkommen nicht zu.

Es ist gar nicht so einfach, dorthin zu finden, denn die Beschilderung ist sehr schlecht. Wohl dem, der ein Navi hat, das in Polen funktioniert.

Parkplatzgebühren halten sich wie immer in Grenzen. Am Schlagbaum treffen wir ein nettes Pärchen aus Brandenburg, mit dem wir und unseren Fremdenführer teilen, der sich für 50 Zloty anbietet. Also auch hier mehr als moderate Preisgestaltung.

Der Rundgang über das Gelände der Wolfsschanze dauerte gut 1,5 Stunden. Unser Begleiter gibt uns reichlich interessante Fakten zum Bau und dem ganzen Drumherum der Anlage. Er spricht ein sehr gutes Deutsch.

Wer nun glaubt, dass sich die Anlage im guten baulichen Zustand befindet, den muss ich enttäuschen. Die Bunker wurden teilweise gesprengt und sind nur noch teilweise erhalten. Die Natur holt sich zurück, was man ihr einst genommen hat. Es gab herrliche Aussichten auf Moos bewachsene Betonflächen, die teilweise schon futuristisch wirken. Ich hoffe, das kommt in den Bildern auch etwas zum Ausdruck.

Nach der Führung machen wir Kasse, erstehen noch zwei gut recherchierte Prospekte und erfahren ganz nebenbei, dass es in Mamerki, zu deutsch Mauerwald, noch eine Bunkeranlage gibt. Es ist die des Hauptquartiers des Oberkommandos der Heeres (OKH). Die Bunker seien alle in recht unversehrten Zustand und lassen sich auch begehen. Na, da klingelt doch was. Es ist zwar schon fast 15 Uhr, aber auch das Pärchen ist nicht abgeneigt, dieser Anlage noch einen Besuch abzustatten. Mamerki liegt nur 18 km von der Wolfsschanze entfernt.

Dort bekommen wir sogar eine Taschenlampe mit auf den Weg. Dieser Rundgang über die Bunkeranlage ist weiträumiger, was ich später auch an meinen Füßen bemerke. Hier sieht man die großen Betonklötze teilweise noch so, als seien sie erst gestern verlassen worden. Nun ja, das Inventar und die Einbauten sieht man nicht mehr, aber die Kabelkanäle und Schächte sowie teilweise auch Schellen und sogar Fliesen sind zu entdecken. Wer im Dunklen Angst hat, sollte gar nicht erst versuchen, dort hineinzugehen. Nur der Kegel der Taschenlampe erhellt die Umgebung, der Rest versinkt in stockfinsterer Nacht. Ich hätte nie gedacht, dass es noch dunkler als dunkel geht. Außerdem ist es recht feucht und sehr kalt. Mich erstaunt, dass diese Bunkeranlagen nicht unterirdisch, sondern zu ebener Erde aufgebaut waren. Dass man diese Anlage, die ja im Geheimen errichtet wurde, so gut tarnen und verbergen konnte, dass der Feind sie nicht ausspähen konnte.

Die Rückfahrt ist lästig, wegen des starken Regens und der verrückten Autofahrer in diesem Land. So kommen wir erst um Mitternacht wieder im Hotel an.

Dienstag, 11. Mai 

Neunter Tag

Heute lacht die Sonne schon am Vormittag, wir sind aber noch ein wenig fertig von den vergangenen Tagen. Es waren doch einige anstrengende Momente dabei, so dass wir uns entschlossen haben, es heute mal etwas ruhiger anzugehen.

Es ist jetzt 12.45 Uhr und wir werden mal sehen, was noch so geht. Mein dringlichstes Problem ist, erst einmal eine Autowaschanlage zu finden. Der Wagen steht vor Dreck und die Fenster wirken wie Milchglasscheiben.

Bei schönstem Sonnenschein und blauen Himmel besuchen wir dann doch noch einmal Puck. Ich will einfach den Marktplatz mit seinen putzigen Häusern bei günstigem Licht aufnehmen. Ich denke, dass mir das gelungen ist. Nun ist auch ein Bild vom sanierten Rathaus bei. Auch den Fleischerladen, dessen Einrichtungen noch aus alten Zeiten stammt, haben wir gefunden. Leider kann ich jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen, ob er auch auf den Fotos zu sehen ist.

Wir werfen noch einmal einen Blick in den Hafen. Es ist keine Surfer unterwegs – vielleicht zu kalt oder wohl eher zu wenig Wind. Aber die Boote liegen schön verträumt da, so dass es auch wieder zum blauen Himmel schöne Kontraste gibt.

Anschließend fahren wir zum Kap von Rozewie, ehemals Rixhöft. Dort stehen zwei Leuchttürme, von denen einer besteigen werden kann. Der Blick gleitet weit aufs Meer und über das Land. Dieser Leuchtturm ist die Laternia Morska Rozewie. Der Eintritt kostet 6 Zloty pro Person und der Parkplatz ist kostenfrei. Das Schöne an diesem Leuchtturm: Er strahlt in seiner klassischen weiß-roten Bemalung im Sonnenlicht als Kontrastpunkt zum tiefblauen Himmel.

Es gibt hier in diesem Bereich der Ostsee auch eine Steilküste, gar nicht weit von diesem Leuchtturm. Leider habe ich meine Steilküstenschuhe im Hotel gelassen, so dass ich mit den Schnürschuhen zufrieden sein muss.

Die Steilküste ist in dem Örtchen Jastrzebia Gora zu finden, der Abstieg dahin befindet sich ziemlich in der Ortsmitte. An den Straßenränder darf noch kostenfrei geparkt werden.

Der Abstieg erfolgt über einen befestigten Weg, nicht besonders anstrengend. Nach oben ist das ganz anders.

An der offenen See können ausgedehnte Spaziergänge am Strand unternommen werden – immer die grandiose Naturkulisse der Steilküste im Blick. Sicher gab es dort auch einige Erdrutsche in der doch recht feuchten Zeit. Deshalb kann es nicht schaden, immer einen Blick nach oben zu richten, ob noch alles festsitzt.

Zum Ausklang des Tages essen wir in einer urigen kaschubischen Gaststätte: deutsche Karte und der Kellner spricht etwas deutsch und englisch. Das Essen ist ausgezeichnet. Mit Vorspeisen und Hauptgericht sowie frisch gepressten Obstsäften bezahlen wir 104 Zloty – und das ist schon gehobenes Niveau. Was moderat für uns aussieht, das wird sicher für Einheimische etwas anders sein.

Inzwischen ist es schon 20 Uhr, die Sonne ist fast weg und die Temperatur sinkt auf 7 Grad plus, gefühlte 0 Grad. Ja wir sind im Mai, der Sommer lässt auf sich warten.

Mittwoch, 12.Mai 

Zehnter Tag

Unser zehnter Tag steht ganz im Zeichen der Ritter und Könige. Auf unserem Tourenplan stehen zwei Sehenswürdigkeiten in Malbork und in Frombork. Die Entfernung von unserem Hotel beträgt zirka 60 km, eigentlich nichts Aufregendes. Aber abseits der großen Straßen kann man für 5 km schon mal gut eine halbe Stunde einplanen. Diese sogenannten weißen Straßen sind auch insofern sehr tückisch, weil sie größtenteils schlaglochbehaftet und voller Geröll sind. Da kann ein entgegenkommendes Fahrzeug schon mal arg in die Feuerlinie geraten. Die umherfliegenden Steine machen sich insbesondere auf Windschutzscheiben nicht so toll. Ich habe überhaupt auf polnischen Straßen den Verdacht, dass gut 80 Prozent der Autofahrer ihr Gehirn in das Handschuhfach verstauen, wenn sie die Autotür schließen. Italien ist schon verrückt, aber abseits der großen Straßen ist Polen noch verrückter.

Angekommen in Malbork, prägt die Marienburg das Bild. Stativ eingepackt und los. Der Parkplatz befindet sich fast direkt am Geschehen. Es ist also keine anstrengende Fußarbeit von Nöten. Zum Fotografieren entscheide ich mich diesmal für das Weitwinkel in Kombination mit dem Stativ. Ich mache eine Belichtungsreihe von der Burg, die ich dann später zu HDR-Bildern zusammenfüge. Der Eintritt zur Anlage ist das erste Mal heftig ausgefallen. Und vergesst nicht, eine Fotogenehmigung zu kaufen. Das erspart später eventuell Laufereien. Der Eintritt zur Burg beträgt 35 Zloty und die Fotogenehmigung 15 Zloty je Person. Das ist erst einmal nicht vergleichbar mit anderen Eintrittsgeldern, aber sie müssen das Kulturgut auch erhalten. Vom Staat gibt es keine Mittel, also muss man das über die Eintrittsgelder regeln. Ich denke, das geht so in Ordnung.

Mein Eindruck von der gesamten Anlage, eine der größten Burgen die ich überhaupt zu Gesicht bekam: Sie ist in einem unglaublich gut erhaltenen und sanierten Zustand. Man sieht sehr viel, die Tore stehen offen, auch kann man dort mit Stativ fotografieren, was sonst in solchen Anlagen untersagt ist. Teilweise war das Objekt eingerüstet. Es ist zu sehen, dass etwas geschieht. Malbork kann ich nur empfehlen.

Dann geht es weiter nach Frombork, ehemals Frauenburg. Hier sieht man schon von weitem die Kathedrale, in der Nikolaus Kopernikus im 16. Jahrhundert als Domherr wirkte. Hier ist es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Am Hafen gibt es einen großen Platz, aber der ist nicht bewacht und ein ganzes Stückchen weg. Der Eintritt zur Anlage kostete wieder nur 6 Zloty. Ich denke, mit dem großen Hauptsponsor Kirche irgendwie verständlich. Es ist eine großartige Anlage, die über eine Holzbrücke betreten wird. In der Kirche wird mir das Fotografieren mit Stativ untersagt. Da ich mich wieder für Belichtungsreihen entschieden habe, ist fast mein Projekt gefährdet. Aber ich habe noch den Fotorucksack: den zum guten alten Bohnensack ausstaffiert, geht es auch so.

In der Kirche sind gerade umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Gang gewesen. Die Wände des Kirchenschiffes wurden farblich erneuert. Das geschah teilweise mit Brot und viel Fingerspitzengefühl.

In einem Teil der Domanlage befindet sich auch ein Planetarium, das damals Kopernikus schon zu Forschungszwecken betrieb. Über eine steile Treppe geht es auf die Aussichtsplatzform, auf der bei schönem Wetter Kaliningrad zu sehen sein soll. Das ist ungefähr 30 km entfernt.

Leider haben wir kein schönes Wetter, darum fällt für uns der Aufstieg ins Wasser. Wer das Planetarium und die Aussicht genießen möchte, bitte gleich ein Ticket an der Kasse lösen. Später gibt es sonst Laufereien.

Unser Urlaub neigt sich nun dem Ende entgegen, viel Zeit bleibt nicht mehr. Wir haben sehr viel gesehen und viele freundliche Leute getroffen.

Donnerstag, 13.Mai

Elfter Tag

An den Beinen merken wir, dass wir viel unterwegs waren. So werden wir die Touren auch langsam einstellen.

Zum Abtrainieren haben wir noch einmal zwei Städte auf dem Plan, die nicht so weit entfernt sind, aber auch unbedingt in das Thema passen. Das sind Wejherowo und Lebork.

In Wejherowo gibt es eine Stiftskirche, eine Klosterkirche, ein schönes Rathaus mit einem herrlichen Glockenspiel und einen liebevoll gestalteten Marktplatz mit viel Grün und Sitzgelegenheiten. Mein Tipp: Gegenüber dem Rathaus, in einem kleinen, niedlichen blauen Haus gibt es den besten Kaffee und Kuchen der gesamten Gegen. Wenn ihr mal dort vorbeikommt, Kaffee trinken nicht vergessen!

Das Wetter ist nicht unser bester Freund. Das Licht fehlt, aber ich habe einige Fotos im Kasten und hoffe, sie kommen auch noch gut rüber.

Parkplätze sind im Altstadtgebiet rar, aber mit etwas Suchen kann es klappen. Es gibt eine schöne, von alten Häusern gesäumte Einkaufsstraße mit vielen Schuhläden.

Mit etwas Glück haben wir diesen Ort im Trockenen geschafft. Es geht auf nach Lebork. Lebork, zu deutsch Lauenburg, ist eine kleine Stadt in Pommern. Noch Neuland, wollten wir uns auch diese Stadt ansehen. Den Parkplatz finden wir auf Anhieb. Nur das Wetter macht nicht die beste Figur. Da wir genau im Zentrum parken, machen wir uns mit der Umgebung vertraut. Wir gehen eine schöne Einkaufsstraße entlang, die auch hier von alten, liebevoll sanierten Häusern geprägt ist. Was mag das für ein Bild geben, wenn die Sonne lacht und der Himmel blau strahlt, was für Kontraste, die mir leider versagt bleiben.

Wir sehen noch die Kirche St. Jacob, leider nur von außen, und Teile der alten Stadtmauer, die saniert wird. Dann fängt es schon an zu regnen und mit der Fotografiererei ist es vorbei. Schade, eigentlich zu kurz unser Aufenthalt in diesem Ort.

Nun noch in das Hotel zurück: Wir freuen uns auf das leckere Abendessen.

Freitag , 14.Mai

Zwölfter Tag

Das Wetter ist für heute nicht so prächtig angesagt, aber am Vormittag ist es noch trocken. Ich habe eine Idee. Wir ziehen mit Kamera und Stativ los, um einige Makros einzufangen. Die will ich dann als Hintergrundbild für eure Rechner zum Download anbieten – natürlich kostenlos. Das ist die Idee. Das Meer ist ruhig, was fehlt, ist die Sonne. Doch so lange es nicht regnet, ist mir das auch egal. Dann muss ich halt bei der Bearbeitung der Bilder wieder etwas Gas geben, damit man das nicht merkt. Drei Stunden sind wir unterwegs, schmuddelig wie kleine Kinder, die im Buddelkasten spielen, aber ich habe meine Fotos im Kasten.

Unser letztes Abendbrot, noch einen gemütlichen Abend und die letzte Nacht. Die Sachen sind gepackt, nun geht es wieder heim.