Sicher kann man auch das Pferd von hinten aufzäumen und mal gleich mit einem 50mm IS L USM an den Start gehen, dabei wird man dann aber schnell mal einen vierstelligen Betrag los. Es geht auch anders. In meinem Fall habe ich mich für ein Normalobjektiv entschieden, eine 50mm Scherbe. Genauer ausgedrückt ein M42 Carl Zeiss Jena Tessar f/2.8 50mm. Also ein schon in die Jahre gekommenes Schätzchen mit einem M42 Gewindeanschluss. Dieses Teil soll an meine Canon EOS 60D passen? Die Kamera ist eine APS-C DSLR. Das bedeutet, der Sensor ist kleiner als der einer Vollformatkamera. So ist auch der Ausschnitt kleiner, es gibt somit einen Umrechnungsfaktor zum 35mm Kleinbildformat. Dieser beträgt 1,6. Man sagt auch Crop-Faktor dazu. So beträgt die tatsächliche Brennweite meines ausgewählten Objektivs 80mm. Das bedeutet, dass mein kleines 50mm Objektiv nun schon fast ein kleines Zoom ist.

Eine Verkleinerung der lichtempfindlichen Fläche bewirkt einen Beschnitt des Bildfeldes (Verkleinerung des Bildwinkels). Der Formatfaktor wird auch Crop-Faktorgenannt (von englisch to crop = beschneiden). Eine Verkleinerung des Aufnahmeformates entspricht einer Ausschnittvergrößerung. Quelle: Wikipedia

 

Wie bekomme ich diese M42 Gewindedingens an meine Kamera? Dafür gibt es einen Adapter. Es ist ein kleiner aus Metall gefräster Ring. Ein M42-EF Adapter. Diesen gibt es mit Chip und ohne. Ich empfehle die die Version ohne Chip. Dieser ist oft nur sehr schlecht am Korpus angenietet oder angeklebt. Im Zweifelsfall kann er auch mal abfallen und Schaden in der Kamera anrichten. Der M42-EF Adapter kostet so zwischen 4€ und 20€, allerdings können bei den ganz billigen Teilen auch welche mit stärkeren Toleranzen dabei sein. Ich habe mich für die goldene Mitte entschieden und bis auf einen haben alle gut gepasst.

M42 ist ein im Bereich der Fototechnik standardisierter, herstellerunabhängiger Objektivanschluss für Wechselobjektive mittels Schraubgewinde, der von vielen Herstellern verwendet wurde. Das „M“ in der Bezeichnung steht für einen metrischen Durchmesser, die Zahl für den Durchmesser in Millimetern. Quelle:Wikipedia

Hat man den Ring auf das Objektiv geschraubt, kann man es nun an die Kamera ansetzen wie jedes normale Canon EF oder EF-S Objektiv. Für das o.g. Objektiv habe ich auf einer Auktionsplattform ca. 60 € gelöhnt. Die Lichtstärke beträgt 2,8. Es ist also von dieser Seite her recht brauchbar. Die 60D hat ein recht gutes Rauschverhalten. So habe ich mich bei den meisten Fotos für eine ISO Einstellung zwischen 320-1000 entschieden. Die Brennweite ist mit 50mm fest vorgegeben. Die Blende stelle ich am Objektiv ein, die Belichtungszeit berechnet die Kamera, also wählt man hier die AV Einstellung. Der Rest liegt dann an einer ruhigen Hand, weil das Objektiv keine Bildstabilisierung hat. Aber das kann man trainieren. So hat man ein gutes Objektiv für Städtetouren und Portraits, zumindest an APS-C Kameras. Für das erstere ist eine Vollformatkamera jedoch die bessere Wahl. Nun kann das Shooting beginnen und glaubt mir, die Bilder waren fast alle verwertbar und es hat einen riesigen Spaß gemacht. Der Markt von solchen alten analogen Schätzchen ist überschwemmt, die Auswahl ist riesengroß. Als Location für die Testaufnahmen habe ich mir die kleine Stadt Jüterbog ausgewählt.

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