Langzeitbelichtung am See

LZB soll im Folgenden meine Abkürzung für den Begriff der Langzeitbelichtung sein. Was ist eine LZB? Was benötigt man dafür und was bringt die LZB?

Als Langzeitbelichtung wird in der Fotografie eine Belichtungszeit von mehreren Sekunden bezeichnet. Langzeitbelichtungen werden bei schwachen natürlichen Lichtquellen eingesetzt oder, im technischen und künstlerischen Bereich, um Bewegungsabläufe aufzuzeigen. Quelle:Wikipedia

Hört sich unkompliziert an, ist es eigentlich auch. Kleine Blenden und lange Belichtungszeiten bei niedrigen ISO´s wegen dem Rauschen, das sind also die Grundeinstellungen an der Kamera. In diesem Fall ist es die „M“ Einstellung an der Kamera. Die Iso werden fest eingestellt, ich empfehle den Wert 100, hier gibt es kein Hintergrundrauschen im Foto. Bei Vollformatkameras kann der Wert natürlich auch höher gewählt werden, da diese ein besseres Rauschverhalten haben als APS-C Kameras.

Auf jeden Fall benötigt man ein Stativ, denn man kann die Kamera ja nicht 30 Sekunden ruhig in der Hand halten, eine weitwinklige Optik sowie ein Graufilter im Bereich 1000x, das kann in diesem Fall ein ND Filter der Größe 3.0 sein. Der Graufilter ist eine dunkle Glaslinse die als Schraubfilter oder als Steckfilter z.B. für das Cokin System vor dem  Kameraobjektiv befestigt wird, um einfallendes Licht zu reduzieren.  Hier herrscht immer ein wenig Verwirrung, diese Filter heißen ND Filter oder man sagt auch Neutraldichtefilter oder auch nur ganz kurz Graufilter. Je höher der Wert je länger die Verschlusszeit. Möchte man am Tage ausreichende Effekte  des ND Filters erzielen sollte es wenigstens ein 3.0 Filter sein.

Wenn Wasser samtweiche Oberflächen annehmen soll oder im Uferbereich eine erstaunliche Transparenz sichtbar werden soll, wenn permanent überstrahlte Oberflächen abgedunkelt werden sollen und Menschenmassen auf Plätzen oder Wegen minimiert werden sollen , dann sollte man sich für LZB mit dem ND Filter entscheiden.

Die Available Light Fotografie ist auch noch ein Teil der LZB. Das soll hier aber erst mal nicht zur Sprache kommen. In einem späteren Beitrag gehe ich darauf ein.

Available Light (dt. verfügbares Lichtvorhandenes Licht) bedeutet in der Fotografie bzw. beim Film und Fernsehen, dass für die Aufnahme trotz ungünstiger Lichtverhältnisse (z. B. Aufnahmen bei Dämmerung oder in schlecht ausgeleuchteten Innenräumen) nur mit den ohnehin, auch ohne Foto- oder Filmaufnahmen vorhandenen Lichtquellen am Aufnahmeort (dem vorhandenen Licht) gearbeitet wird. Auf zusätzliche Beleuchtung wie Blitzlicht oder Scheinwerfer wird verzichtet. Diese Art zu fotografieren „achtet“ die Lichtsituation eines Ortes. Quelle: Wikipedia

Es kommt auch stark auf die Location an, wo man diese Technik einsetzen möchte. Auf großen Plätzen mit vielen Menschen kann man LZB gut einsetzen. Auch hier wählt man einen Filter wenigstens um die Stärke 3.0 (1000x) um gute bis sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Sich bewegendes Wasser, Wellen am Meer, Wasserfälle, Sturzbäche und Gebirgsbäche sind eine wunderbare Voraussetzung für märchenhaft wirkende Fotos.

Die Kamera ist also fest auf dem Stativ verbracht. Eine weitwinklige Optik ist gewählt. Autofokus ist auf Manuellen Fokus umgestellt, der Stabilisator ist abgestellt. Man positioniert die Kamera auf das Motiv, stellt mit dem Fokusring am Objektiv scharf. Das alles kontrolliert man am Live View Bildschirm der Kamera. Um diesen zu aktivieren muss man den Spiegel vorauslösen, das reduziert dann beim Auslösen  der Kamera auch die Verwackler. Um die Kamera auszulösen, benutz man einen Funk- oder Kaberfernauslöser. Hat man keinen stellt man die Auslösezeit intern in der Kamera auf 10 sek. ein, dann hat man noch genügend Zeit sich der Szene zu widmen. Vorher hatte ich mit der Kamera in der Einstellung AV die Belichtungszeiten gemessen. Diese stellte ich dann in die Kamera in der Einstellung M. Dann muss man ein wenig probieren. Gegebenenfalls korrigiert man die Belichtungszeiten in der Kamera bis man zur gewünschten Wirkung des Bildes kommt. Nun ist die LZB keine Highspeed Fotografie, eher das Gegenteil. LZB bedeutet entschleunigtes Fotografieren, hier kommt einem zu Gute wenn man sich mit den technischen Parametern der Kamera ein wenig auskennt. In einer Galerie sollte man nicht nur LZB Ergebnisse präsentieren, das führt zur schnellen Langeweile. Denn man sollte mit dem Effekt sparsam umgehen. Ich habe in dieser Galerie aber nur LZB Fotos, damit man sich einen Überblick über die Wirkung  machen kann.

Über Hinweise und Feedback bin ich wie immer sehr dankbar.

PS: Als Location habe ich den Gräbendorfer See, in der Nähe von Altdöbern gewählt. Kamera war die Canon EOS 60´D , als Objektiv habe ich das Canon EF 28-135mm IS USM benutzt. Auf dem Objektiv befand sich ein 3.0 ND Schraubfilter. Die Kamera stand auf einem Vanguard Stativ mit massivem Kugelkopf. Ausgelöst habe ich mit einem Kabelfernauslöser.

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