Natural and silent – Im Spreewald

Vor kurzem habe ich an meiner Kamera der Canon EOS 6D ein manuell fokussierendes Objektiv in der Praxis getestet, das M42 Prinzflex 35mm, f/2.8. Es ist also recht lichtstark, muss aber komplett von Hand eingestellt werden. Somit habe ich den AV Bereich an der Kamera vorgewählt. Dieses Mal habe ich die ISO fest eingestellt, mich also nicht der Automatik bedient. Die Werte waren in den meisten Fällen ISO100 und auf dem Fließ in ein paar Einstellungen habe ich mich dann für ISO400 entschieden. Entrauschen musste ich beide Einstellungen nicht. Die Kamera war also im AV Bereich, das heißt ich stelle die Blende am Objektiv ein und die Belichtungszeiten werden in der Kamera berechnet. Man kann dann mit dem Daumenrad immer noch auf- und abblenden um das Bild heller oder dunkler zu gestalten. Den Weißabgleich berechnete die Automatik. In diesem Fall muss ich aber sagen, dass ich in Lightroom nachträglich den Weißabgleich bei allen Bildern verändert habe, ich wählte mir in der Software den Wert : Tageslicht.

So nun kann es losgehen. Wo probiert man diese Kombination am besten? Im Spreewald. In Straupitz gibt es eine Kahnanlegestelle an der es sehr ruhig zu geht. Nich so stark von Touristen überflutet findet man hier stündlich einen freien Kahn. Auch mit nur 2 Insassen legen die Kähne ab. Der Kahn kostet für die Stundenfahrt 30 Euro. Diesen Betrag teilen die Insassen in gleiche Teile . Man kann sich auch für die 2 Stunden Fahrt entscheiden, die wird dann etwas teurer, die Strecke aber interessanter. Wer spannende Bilder aus dem Kahn schießen möchte, sollte ein lichtstarke Zoom mitnehmen im Bereich von 28-135mm oder grösser. Man trifft hier unter Umständen auch den Eisvogel und den Biber, dann ist eine lange Brennweite sicherlich die bessere Wahl.

Ich habe heute aber nur ein 35mm Objektiv dabei. Es war also leicht Fracht. Vor kurzem habe ich schon einmal einen kleinen Test gebracht über ein 28mm Prinzflex. Vom Handlich ist das 35mm genau wie das 28mm aufgebaut. Nun gibt es aber einen kleinen Haken. Als ich das 28mm getestet habe stand ich fest an einem Ort, ich hatte Zeit mir das Motiv auszusuchen und zu fokussieren. Diese Zeit hatte ich dieses Mal nicht. Der Kahn gleitet zwar nur langsam durch die Kanäle, aber Zeit zu Fokussieren bleibt einem dadurch nicht. Man hat so auch keine Zeit um Kameraeinstellungen zu probieren. Es muss alles auf dem Punkt sitzen. Nun ist es gut wenn man sich ein wenig in Entfernungen auskennt. Man schätzt die Weiten ein, stellt diese am Objektiv, und drückt ab. Dann hat man ein wenig Zeit das geschossene Bild am Monitor der Kamera zu kontrollieren, bevor es zum nächsten Motiv geht. In vielen Fällen sitzt die Schärfe im Bild, denn man hat ja auch die Blende 8 oder 11 gewählt, so vergrößert sich der Schärfentiefenbereich auf ein Maximum. Das bedeutet man hat fast den gesamten Bildbereich scharf, wenn die Entfernungseinstellung so halber Wege stimmt. Das ist wieder anspruchsvolle Fotografie wie ich sie liebe. Es macht in den manuellen Einstellungen viel Spaß und wenn das gemachte Foto dann noch scharf ist, freut man sich doppel. Ein großes Manko habe ich jedoch gefunden. Die Gegenlichtaufnahmen. Hier gibt es schon im Ansatz Lens Flares vom „Feinsten“. Leider sind die Lens Flares nicht sehr schön, besonders von der Form her. Das liegt daran, weil das Objektiv nur 6 Blendlamellen besitzt schließt es nicht zu einer Kreisform. Wird es ein wenig dunkler in den engen Kanälen, stellt man etwas die ISO hoch. In dem Falle habe ich mich für den Wer 400 entschieden, was in den meisten Fällen ausreichte.

Fazit: Das M42 Prinzflex 35mm, f/2.8 Auto Reflex macht an der Canon EOS 6D eine gute Figur. Es wirkt nicht wuchtig und lässt sich in allen Bereichen butterweich einstellen. Die Bilder werden scharf und unverfälscht. Man bekommt es auf Auktionsplattformen schon so um die 40 Euro. Damit erwirbt man ein vollwertiges Weitwinkelobjektiv mit dem man schnell gut zurecht kommt. Ich betrachte es als hilfreiche Erweiterung zu meinem 20mm Prinzflex. Den einzigsten Punkt den ich bemängele sind die unschönen und starken Lensflares in den fertigen Bildern.

Hinweis: Wer die RAW in Jepeg mit Lightroom wandelt, wird dieses Objektiv in den Profilkorrekturen nicht finden. Mit dem kleinen Trick erreicht man trotzdem den gewünschten Effekt. Sucht euch vom Hersteller Canon das Canon EF 35mm f/2.0, das hellt dann auch die Randbereiche wieder etwas auf.

Hier einige Daten des M42 Prinzflex Auto Reflex 35mm f/2.8

Type Name: Auto Reflex
Focal range: 35mm
Category: Wide
Max. aperture: 2.8 Min. aperture: 22
Elements: Ap. blades: 6
Filter Ø: 55mm
Weight: 256g

 

6 Thoughts to “Natural and silent – Im Spreewald”

  1. Ein 35mm ist von der Brennweite her sehr intetesssnt. Man kann damit viel einfangen, nicht zu weitwinkelig. Auch Hochformat kommt gut. Schöne Landschaftsbild haste da festgehalten. Bestärkt mich,mir auch noch ein 35mm zu zulegen.
    VG Jens

    1. olaf

      Und das 35er stellt sich noch besser scharf als das 28mm. Ja es ist halt alles etwas größer in der Darstellung, tzrotzdem ist das fokussieren durch den Sucher sehr schwierig. Abhilfe könnte da nur eine neue Mattscheibe bringen, aber diese habe ich ja erst gewechselt. Du hast Recht, mit dem 35er macht macht man gute Aufnahmen und es lässt mehr Nebensächlichkeiten liegen. Hochformate funktionieren bals besser als Quere, denn ich habe unbewusst noch nie so viel Hochformate in so einer kleinen Serie geschossen. Ich werde mal sehen was ich von meiner Technik absetzen kann , das Canon 35mm ist mir da schon noch ein Dorn im Auge 😉 Gurß Olaf

      1. Den letzten Satz versteh ich nicht. Wie absetzen ? Hast du etwa ein Canon 35mm?
        VG Jens
        Achja, Hochformat find ich interessant, vorallen wenn der Vordergrund mit einbezogen wird.
        mach ich immer ganz gerne

        1. olaf

          Nein, schön wärs. Ich meinte die Objektivdaten in Lightroom, denn dort werden keine Prinzflex Objektive geführt, aber wenn man die Vignettierung rausrechnen möchte und die Entzerrung anpassen möchte, dann tun es auch die Daten des Canon EF 35mm f/2.0. Man muss sich nur zu helfen wissen. Aber ich habe das Canon 35mm im Visier. Bisher machen die 35mm an Festbrennweiten am meisten Spass. Heute hatte ich mal kurz mit Cokin Filter an dem 35er getestet. Dazu später aber mehr.

          Gruß Olaf

          1. Ok verstehe. Aber zwei 35mm machen doch auch keinen Sinn egal von welchen Hersteller.

          2. olaf

            Nee, nee, das ist nicht egal.

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