Roma City Tour – Veni vidi vici.

Roma City Tour – Veni vidi vici.

 

Roma City Tour 2013 – Veni vidi vici.

Roma City Tour 2013 – Veni vidi vici. Rom war das Ziel wie auch schon im Jahr 2009. Nur dieses Mal besuchten wir die Stadt im August, genau vom 30.07. – 10.08. 2013. Wir wussten das es der wärmste Monat war in dieser Stadt, was uns aber wirklich bevorstand, das haben wir nicht geahnt. Von den 12 Tagen Rom hatten wir 11 Tage wundervollen dunklen blauen Himmel und Temperaturen nicht unter 34 Grad im Schatten. Doch diese Plätze waren heiß umkämpft. Wasser war das Hauptnahrungsmittel. Ich weiß gar nicht, wie viel wir von diesem köstlichen Nass am Tag verbraucht haben, es könnten fast 6 Liter gewesen sein.

Wir flogen mit Lufthansa ab Berlin Tegel bis Rom Fiumicino, von dort sollte es mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt bis zum Hotel gehen. 2009 haben wir unbeleckt einem Taxifahrer 70 Euro für die Strecke gezahlt. Dieses Jahr wollte ich die Summe dann doch lieber in Bier anlegen. Wir fanden auch ohne lange Suchen einen Bustransfer bis zum Termini, dem größten Bahnhof in Rom. Von dort ging es per Pedes zum Hotel weiter. Für den Bustransfer haben wir 5 Euro pro Person bezahlt, in der Summe 60 Euro gespart.

Am Termini angekommen machten wir uns gleich auf den Weg. Weg? Na ja. Die Gehwegen am Termini sind sehr schmal und alle 100 Meter von Baustellen überzogen, so das es teilweise nur auf der Straße weiterging. Und die war stark befahren. Da hatte ich mein Abenteuer. Italiener sind eingebildete Menschen. Ihr müsst nicht glauben, dass sie auch nur 1mm Platz machen wenn die auf der Straße oder auf dem Gehweg stehen und quatschen, nein, ihr müsst einen großen Bogen drum machen. Kommt euch ein Italiener aber auf einem Fußweg entgegen und ihr wollt mit dem Gepäck weiter, vergesst es , er macht kein Platz. Unhöflich und ohne Manieren sind sie die Italiener, es sei denn du bist bei ihnen in der Pizzeria, dann bist du wieder der Größte. Na, dann hatten wir ja die erste Lektion schon einmal gelernt, und es sollte im gesamten Urlaub nicht besser werden. Ich dachte vielleicht, der erste Eindruck trübt , aber auch im Bus, in der Metro, im Museum und überall da wo man sich entgegenkommen konnte, wichen sie nicht aus.

Eines schien für sie aber heilig zu sein. Der Zebrastreifen. Am Anfang war er mir nicht geheuer, denn stand man an der Straße und wollte hinüber, es hielt einfach keiner an. Dann schaut man sich jedoch das Verhalten der Römer am Zebra an, merkte man, sie standen nicht, sie gingen einfach und genau das funktionierte , die Autos hielten an. Also wenn ein Zebrastreifen in der Nähe ist, benutzt ihn, schaut nicht lange, sondern geht hinüber. Keine Angst, es funktioniert. Na gut nicht immer, aber meistens.

Unser Hotel befand sich im Stadtviertel San Lorenzo. Im letzten Beitrag habe ich schon einige Eindrücke über San Lorenzo geäußert. Folgende Schwerpunkte umfasste in diesem Jahr unsere City-Tour: Ostia Antica, Caracalla Therme eine schöne Aussicht vom Parco Savallo, unbedingt einen Abstecher zum Piazza Navona wo wir gleich das Pantheon mitnehmen konnten sowie einen Abstecher zum Mittelmeer und einen Spaziergang auf der Via Appia Antica. Im Grunde genommen nicht viel, da sollte noch viel Zeit zum Erholen und Genießen bleiben. Aber meistens kommt es immer anders als gedacht.

Der erste Tag führte uns zur Basilica San Giovanni in Laterano und weil es so schön war ging es gleich weiter in Richtung Kolosseum ohne dieses jedoch zu besuchen. Nach einem wundervollem Mittagsessen ging es im angrenzenden Park eine Runde ums Areal und dann wieder per Pedes zum Hotel zurück. Vielleicht waren es gut 10 km, vielleicht auch mehr, mit vollem Fotorucksack auf dem Rücken und der Sonne im Nacken bei 34 Grad plus im Schatten, kam es doch schon eher einer Gewalttour sehr nahe. Nun sollten die nächsten Tage angenehmer verlaufen, einfacher und erholsamer für uns. Den Gefallen taten sie uns nicht, die Touren wurden noch länger und die Hitze noch unerträglicher. Nur die interessante Architektur und die direkte Nähe zur antiken Geschichte Roms, hielten den Motor am Laufen und literweise Wasser, welches auch schon mal in Bierform genossen wurde.

Die ersten zwei Tage absolvierten wir unsere Touren zu Fuß. Später schauten wir uns die Fahrpläne des öffentlichen Verkehrs an und nutzen den so gut es ging. Und es ging immer gut. Von San Lorenzo kommt man am besten mit dem Bus der Linie 3 überall ins Stadtgebiet wo man umsteigen kann nach belieben. Steigt man an der Haltestelle Piramide aus, kommt man über der Straße zur Metro, die einen nach Ostia Antica oder auch ans Mittelmeer bringt. Steigt man an der Haltestelle S.Giovanni aus und fährt mit der Metro bis nach Flaminio, kommt man in wenigen Minuten am Piazza del Popolo an. Dort gibt es meiner Meinung nach den schönsten Aussichtspunkt um Rom in seiner ganzen Herrlichkeit zu genießen. Auch kommt man von dort in kurzer Zeit zur Spanischen Treppe. Fahrscheine für den Öffentlichen bekommt man in speziellen Tabakläden, oder am Automaten im Bahnhof oder an Metrostationen. Der Fahrschein kostet 1,50 Euro und man kann so weit fahren wie man möchte, auch gilt er 100 Minuten nach dem Entwerten noch, das ist hilfreich, wenn man aus dem Bus in die Metro einsteigt. So spart man Zeit und Geld. Übrigens, die Fahrscheine für Bus und Metro und Straßenbahn sind alle die selben, auch das lernt man mit der Zeit.

Wie in vielen Ländern der Welt üblich, sind Busse und Bahnen im Sommer klimatisiert und die Fahrt mit ihnen wird zu einer Erleichterung. In Rom aber ist auch hier wieder alles anders. In Bussen funktioniert die Klimaanlage eher nicht und in der Metro nur in neuen Zügen, davon gibt es sicher aber nur einen. Es wird in den Verkehrsmitteln oft sehr , sehr eng und warm, nein, heiß. Trotzdem ist es eine Erleichterung sie zu benutzen. Die ersten zwei Tage bin ich in voller Montur, mit gepacktem Fotorucksack on Tour gegangen, später ist die Fototasche kleiner geworden , aber es kam ein Stativ dazu. Und so hatte man , wenn man fotografieren wollte, immer zu schleppen. Bei den Temperaturen ging das ganz schön an meine Substanz. Nicht nur an meine. Die Kamera hatte da auch ihre Probleme. Durch die hohen Temperaturen, die der Canon leider auch nicht erspart geblieben sind, bekam der Sensor wieder das Problem , was man in den Fotos als erhöhtes Rauschen wahrnahm. Ich hatte vor zwei Jahren in Asien schon einmal damit zu kämpfen. Nun kam aber hier auch die grelle Sonne dazu. Unsere Touren fanden gegen Mittag ihren Höhepunkt. Genau dann, wenn das Licht gleißend direkt von oben herab schießt. Es waren die ungünstigsten Bedingungen zum Fotografieren der letzten Jahre. Ich hoffe , wenigstens einige Bilder in meiner Galerie zum Besten zu geben. Aus dem Blickwinkel betrachtet, meine schwierigsten Locations der letzten 6 Jahre.

Wir haben alles geschafft was wir uns vorgenommen hatten und noch mehr. Die Caracalla Therme kam gleich zum Anfang dran. Hebt euch die Eintrittskarten zur Therme auf, man kann sie in vielen Museen und Ausstellungen noch verwenden. Die Eintrittskarten zur Therme dienten uns auch zum Besichtigen der Burganlage Caentani beim Cecilia-Metella Grabmal, sonst wären da auch noch einmal 7 Euro je Person fällig gewesen, nur in den S. Sebastiano ad Catacumbas (Katakomben) hatte sie keine Wirkung. Nun war der Rundgang in den Katakomben auch nicht so aufschlussreich , wie ich es mir erhofft hatte. Auch ist in den Katakomben das Fotografieren streng verboten. Als persönliches Highlight in Rom empfand ich die Touren nach Ostia Antica und zum Cimitero Monumentale Verano. Letzteres ist ein alter Friedhof, der älteste und größte in Rom. Nicht nur der größte in Rom sondern auch der größte den ich je gesehen habe. Ich war von der Anlage unheimlich stark beeindruckt, so stand diese Location zum Anfang und zum Ende der Tour auf unserem (meinem 😉 ) Zettel. Allerdings warnt man hier vor der Tiger-Mücke, welche sich in den Zypressen ansiedelt und für den Menschen gefährlich werden kann. Allerdings habe ich die Warnhinweise erst beim Verlassen des Friedhofes gelesen, so dass ich nicht sagen kann, ob sie mich erwischt hat, oder nicht. Aber da ich noch lebe , gehe ich ganz stark davon aus, dass sie mich nicht erwischt hat. Zu Ostia Antica fehlen mir einfach die Worte, so gewaltig ist die Anlage gewesen. Man hatte ständig den Verdacht, in der nächsten Gasse in ein anderes Jahrhundert zu gelangen. Kopfkino pur. Ostia Antica gehört unbedingt in jeden Touren plan für Rom Touristen. Hier sollte man sich einen ganzen Tag einplanen, da die Anlage von ihren Ausmaßen einfach nur gigantisch groß ist. Als kleine Aufgabe kann man sich stellen, dass Haus von Amor und Psyche zu finden (DOMVS DI AMORE E PSICHE ), denn die Götter sind hier zu Hause. Am Ende des Tages hatte ich dann einen heftigen Sonnenbrand und ich glaube auch, das die Quecksilbersäule an diesem Tag auch über die 40 Grad stieg.

San Lorenzo ist auch ein Universitäts-Viertel. Hier sind die meisten Unis Rom beherbergt. Unter anderem befindet sich hier das Gebäude der Città universitaria La Sapienza, eine von Mussolini errichtete Universitätsstadt, die interessante Berühmtheit erlangte wegen ihrer faschistischen Architektur. Auch hier waren wir um die Mittagszeit herum, ich hoffe die Fotos sind mir halbwegs geglückt.

So, ich möchte auf Einzelheiten jetzt keinen großen Wert legen. Vielleicht ein kleines Fazit ist angebracht. Ich habe sehr viele Fotos gemacht. Zu viele. Ein Tipp an alle die sich auch den August und die Mittagshitze zum Fotografieren aussuchen wollen. Nehmt Speicherkarten mit und schießt die Fotos in RAW, so könnt ihr am Rechner noch Einfluss auf die Belichtungsdaten der Fotos nehmen. Ich könnte mich ärgern, denn ich habe mich für JPG entschieden, wegen den Speicherkarten. Ich hätte mir lieber welche kaufen sollen, als jetzt manchen Belichtungsmatsch noch hinzubiegen. Also, RAW,Speicherkarten und Gegenlichtblenden nicht vergessen. Ansonsten ist Rom eine herrliche Stadt. Sicher kommt es immer auch auf die Sicht des Betrachters an. Aber mir gefällt das Alte, das Bröcklige, die harmonischen Farben von Trastevere und San Lorenzo, die antiken Altertümer, die Pizzerien, Trattorien, die vielen kleinen Lokale in denen man außergewöhnlich gut speisen kann und das Eis. Weniger gefällt mir die Mentalität der Leute, da ist man in Asien besser aufgehoben und der Dreck in dieser Stadt. Einfach furchtbar. Überall wo man hinsieht Dreck, Papier, weggeworfene Zeitungen, Werbungen , Becher , Flaschen, Taschentücher, Sachen, Schuhe, selbst Möbel findet man an allen Ecken. Dabei gibt es so viele Papierkörbe und Container verteilt in dieser Stadt, die Menschen haben nur nicht das Bewusstsein ihren Müll auch zu entsorgen, nein, der fällt ihnen einfach aus der Hand. Das ist das abartigste was mir so in  der letzten Zeit begegnet ist. Aber auch ein großes Plus kann sich Rom einschreiben, es gibt an fast jeder Kreuzung Trinkwassersäulen aus denen pausenlos kühles frisches Trinkwasser sprudelte. So kann man auch mal schnell seine leer gebecherte Mineralwasserflasche auffüllen, ohne sich neue kaufen zu müssen. Man beachte, in der Nähe des Kolosseums kostet die kleine Flasche Wasser 2 Euro, teilweise 2,50 Euro. Das ist schon happig. Für mich ist Rom immer wieder eine Reise wert.

 

Posted on: 9. August 2013olaf