Slowakei-Hohe Tatra

Slowakei-Hohe Tatra

 

 

Die Reise geht weiter…

Hohe Tatra, Slowakei 2012

Erster Tag

Montag 04. Juni 2012

Der Wecker klingelt um 7:00 Uhr. Aufstehen. Frühstücken. Einpacken und los. Wir sind gegen 9:00 Uhr zu Hause weggekommen. Das Wetter, ideales Reisewetter. Nicht zu warm und trocken.

Forst, Wrozlaw, Krakow und dann die 43 in Richtung Zdiar, Slowakei. Das waren gut 600 km die sollten in 8 Stunden zu schaffen sein. Als wir in Forst die Grenze passierten standen die härtesten 72 km der gesamten Strecke an. Die Autobahn ist dermaßen schlecht, dass eine ständige Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 und 70 km/h schlimmeres verhinderten. Dieses Rattern auf der Straße werde ich den gesamten Urlaub nicht vergessen.

Hinter Wrozlaw ging es das erste Mal auf die Maut Straße. Eine neue Autobahn, spiegelglatt und bestes Kaliber.Runter ging es dann bei Gliwice. Das waren 150 km beste Straße die man mit eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h passieren konnte. Die Kosten für die Maut betrugen 19 Zloty. Die zweite Maut Straße begann bei Katowice und endete bei Krakow. Hier zahlt man beim Einfahren 9 Zloty und beim Ausfahren 9 Zloty.

Nach Krakow verließen wir die Autobahn. Weiter ging es auf Landstraße durch eine wunderschöne Natur. Schade das ich mich auf das Fahren konzentrieren musste,denn es gab sehr viel interessantes zu sehen.

Gegen 17:00 Uhr sind wir dann in Zdiar angekommen.In genau 8 Stunden Fahrzeit, wie das Navi es voraus gesagt hat. Nun mussten wir noch die Pension finden. Das hat noch einmal eine halbe Stunde gedauert. Denn hier sind die Hausnummern nicht der Reihenfolge vergeben,sondern in unlogischer Reihenfolge verteilt. Warum das so ist habe ich bisher noch nicht heraus gefunden. Armer Postbote. Einmal nach dem Weg fragen, dann haben wir auch diese Hürde genommen. Angekommen, wurden wir freundlich begrüßt und haben unser Zimmer erhalten. Abendbrot gab es gegen 18:00 Uhr, dass aus zwei Gängen bestand. Einer leckeren Vorsuppe und Wildschweinegulasch. Zum Nachtisch haben wir uns noch eine Slowakische Flasche Weißwein gegönnt.

Der Tag war zwar anstrengend, aber letztendlich ist doch besser gelaufen als ich es geahnt hätte. Wir kamen in keinen Stau, das Auto ist heile geblieben und wir haben unsere Bleibe für die nächsten neun Tage gefunden.

Morgen soll es nach Levoca gehen sowie zur Burg Spissky Hrad.(Zipser Burg). Die Berge werden wir am Mittwoch angehen, da es Dienstag stark regnen soll und die Temperaturen sich im Einstelligen Bereich bewegen sollen. Leider hatte ich am ersten Tag keine Gelegenheit Fotos zu machen, das werde ich aber ändern in den nächsten Tagen. Darum möchte ich hier in der ersten Galerie einige Bilder aus unserem Gastort Zdiar zeigen.

Zweiter Tag

Dienstag 05.Juni 2012

7:00 Uhr aufgestanden. Der erste Blick nach draußen war nicht von Begeisterung geprägt. Regen, Regen, Regen. Dicke Nebelschwaden lassen keinen Blick auf die umliegenden Berge zu.9 Grad Celsius herrschten über den gesamten Tag. Ich habe mal gehört, das Wetter ist immer so gut wie die Kleidung die man an hat. Das werden wir heute mal ausprobieren.Erst einmal zum Frühstück und dann kann es losgehen.

Zuerst kauften wir an der Tankstelle eine Vignette. 10 Tage Gültigkeit für 10 Euro. Sicher ist sicher, dachten wir, da wir doch einige Kilometer auf der Autobahn zurücklegen werden. Auf dem Plan stand heute eine Städtetour durch Levoca und einen Abstecher zur Zipser Burgruine, eine der größten in Europa.

Die Fahrt nach Levoca dauerte fast eine Stunde. Es regnete stark, die Straßen waren sehr nass, teilweise drohte Aquaplaning. Dank dem Navi, fanden wir auch gleich einen Parkplatz mitten im Zentrum. Kostenlos. Nun konnte die Tour losgehen. Die Canon holte ich erst gar nicht aus dem Rucksack, dazu regnete es mir zu stark. So musste die kleine Sony mal wieder ran. Levoca (Leutschau) hat ca. 15000 Einwohner. Wegen des gut erhaltenen Stadtkerns wurde sie 2009 in das UNESCO Welterbe aufgenommen. Der Stadtkern begeisterte mich. Die Architektur war ganz nach meinem Geschmack. Es gab recht viele kleine Gassen in denen man viel entdecken konnte. Ich war der Hoffnung, mit der kleinen Kompakten immer eine interessante Perspektive festgehalten zu haben. Bald wurde es auch für die kleine Kamera zu viel Regen. Ich muss sagen, meine Laune nahm von Minute zu Minute immer mehr ab, mit dem Regen war kein Ende in Sicht.

In einer kleinen Gasse hatte man einen weiten Blick, auf einen Berg mit einer Kirche obendrauf. Wie wir erfuhren handelt es sich hier um eine Wallfahrtskirche,der Marianska hora, in der die jährlich Leutschauer Wallfahrt stattfindet. Die Fahrt dorthin war abenteuerlich. Die Straßen wiesen eine starke Steigung auf und waren sehr eng gebaut. Für eventuellen Gegenverkehr müsste man sich dann schnell einen Plan zurecht schneidern, wie man ihn ausweichen könnte. Zum Glück mussten wir das nicht ausprobieren.

Oben an der Kirche angekommen, stellten wir fest,dass wir alleine waren. Kein Mensch war bei diesem Sauwetter ein Abstecher zu diesem Pilgerort wert.Den Fotorucksack nahm ich sicherheitshalber mit, schützte ihn aber mit einer Plane. Draußen musste wieder die kleine Sony ran. Man hatte von der Kirche einen schönen weiten Blick über das Land und den Ort Levoca. Wir schauten uns die Kirch noch von innen an. Dort konnte ich auch das erste Mal meine Canon an den Start bringen. Nun war es schon nach 15:00 Uhr und wir fassten den Entschluss zur Zipser Burg zu fahren. Das waren noch einmal gut 30km, die ohne besondere Vorkommnisse runter gespult wurden.

Die Burg sah man schon von weitem in Nebelschwaden eingehüllt.Was für ein mystisches Bild. Langsam bekam ich wegen des Regens schlechte Laune.Sollte mir denn kein Bild mit der Canon vergönnt sein, das tut schon weh, wenn man gerne fotografiert. Also wieder den Kompaktmops mitgenommen und versucht einige interessante Fotos zu schießen. Der Eintritt zur Burg kostete 5 Euro für den erwachsenen Besucher. Die Anlage ist riesengroß. Hier muss man sich viel Zeit einplanen. Mit unserer obligatorischen Stunde war da nicht viel zu machen. Ich habe mir aber geschworen, wenn das Wetter wieder etwas beständiger ist, statten wir der Burg einen zweiten Besuch ab und dann wird auch die Canon zum Einsatz kommen. Nach dem Burgrundgang sind wir wieder nach Zdiar aufgebrochen. Der Rückweg dauerte eine gute Stunde und war bei strömenden Regen und Berufsverkehr kein Zuckerschlecken. Aber die Laune war sowieso schon am Boden.

Angekommen waren wir in Zdiar noch einen Kaffee trinken bevor es kurz danach Abendbrot gab. Wieder eine leckere Vorsuppe gefolgt von einer butterweichen Rinderroulade. Wenn das die slowakische Küche ist dann fange ich sie auch langsam an zu lieben. Den Abend werden wir ruhig ausklingen lassen und unseren morgigen Tagesplan erstellen.

Dritter Tag

Mittwoch 6. Juni 2012

Um 7:30 Uhr war die Nacht dann wieder zu Ende. Beim ersten Blick nach draußen bekam ich wieder ein ungutes Gefühl. Die Berge konnte man nicht einmal im Ansatz erkennen, von Nebelschwaden waren sie eingehüllt. Na das konnte lustig werden heute.

Der Plan sah so aus. Zuerst fahren wir nach Strbske Pleso um den Bergsee Popradske Pleso einen Besuch abzustatten um dann mit dem Sessellift auf den Solisko (1814m) zu fahren. Wir wollten uns auch den Wasserfall Skok ansehen. Danach war noch ein Besuch von Stary Smokovec geplant.

Aber erst einmal ging es zum Frühstück. Danach machten wir uns fertig. Berghose und Wanderschuhe sowie langärmliger Pullover und Windjacke, wir hatten an alles gedacht. Was nicht so richtig in Gang kommen wollte war das Wetter. Wieder nur 9 Grad Celsius und keine Sicht. Egal. Wir fuhren erst einmal los.Als wir aus dem Tal raus waren, fingen auch die Wolken an sich aufzulösen. Welch ein Glücksgefühl. Heute würde ich dann endlich wieder mal Fotos mit der Canon schießen können.Die Straße nach Strbske Pleso führte durch wunderschöne Wälder und Berge. Ständig war man versucht anzuhalten um Fotos zu schießen. Nur wären wir dann nie angekommen.

Als wir da waren, suchten wir uns einen Parkplatz. Wir fanden ein Parkhaus, in dem das Parken ganztägig 5,50 Euro kostete. So war das Auto überdacht und bewacht.

Wir suchten den Sessellift, was nicht besonders schwierig war. Vorbei ging es an zwei Schanzen. Auf der Größeren werden jährlich auch Weltcupspringen abgehalten.Die Karten für den Sessellift kosteten beide zusammen 24 Euro, wobei 4 Euro Pfand für die Chipkarten berechnet wurde. Es herrschte nicht viel Betrieb, so

ging es gleich nach oben. Ein wenig mulmig wurde uns schon, denn es war eine mächtige Höhe in der sich die Gondeln bewegten. Aber es ging alles gut. Eine himmlische Ruhe herrschte dort oben, nur die Vögel zwitscherten. Die Auffahrt dauerte gut 12 Minuten, in denen man komplett abschalten konnte. Oben angekommen, es waren immer noch ca. 9 Grad Celsius, machten wir uns wanderfertig. Von hier konnte man zum Predne Solisko (2093 m) wandern.Vom Schwierigkeitsgrad her war es machbar. Wir gingen den Weg an. Den Kamerarucksack auf dem Rücken und die 500er in der Hand so zogen wir los. Auf einem Dreiviertel der Strecke verließ Kathrin der Mut und ich musste alleine weiter gehen. Es war dann doch anstrengender als ich anfangs dachte. Ich habe es nicht ganz nach oben geschafft. Vielleicht auf 2050 Metern kehrte ich um. Die Kamera war mir mittlerweile auch im Wege, so verstaute ich sie dann im Rucksack. Ohne Kamera in der Hand, ließ es sich einfacher gehen. Oft hielt ich an , kramte die Kamera raus und schoss Fotos. Endlich. Darauf habe ich lange gewartet, ich war wieder in meinem Element. So vergaß ich auch ein wenig die Zeit da oben und auch, dass Kathrin einige Stationen unter mir wartete. Immerhin wehte ein kaltes Lüftchen. Aber sie war gut mit Sachen eingedeckt.

Fertig, Kamera verpacken und ab geht es. Halt. Da hatte ich eine Idee. Ich holte die kleine Sony aus dem Rucksack und wollte den Abstieg filmen. Das tat ich dann auch. Mit nur einer Hand das Gleichgewicht ausbalancieren in der andern die Kamera. So ging es dann abwärts. Für den ersten Teil des Abstiegs, brauchte ich schweißtreibende 8 Minuten. Nach oben war es eine Dreiviertel Stunde.Den zweiten Teil bewältigten wir in 9 Minuten. Nun waren wir wieder am Lift. Wir aßen noch eine Suppe und tranken etwas, dann machten wir uns auf die Rücktour. Auch hier ließ ich die Sony während der Sessellifttour nach unten laufen.

Unten angekommen gaben wir die Chipkarten zurück und gingen zum Auto. Wir liefen dann noch am Bergsee Popradske Pleso vorbei. Warum sollten wir und den nicht einmal genauer ansehen. Da wir noch gut im Tritt waren, entschlossen wir uns den auch noch zu umkreisen. Wundervolle Blicke eröffnete uns der See. Viele habe ich versucht im Foto festzuhalten. Als wir fertig waren und dem Auto so langsam wieder näher kamen, merkten wir, dass die Zeit doch schon arg fortgeschritten war. Stary Smokovec konnten wir heute nicht mehr schaffen. Zeitlich nicht mehr und auch konditionell waren wir nicht mehr auf der Höhe. Ich hoffe das Wetter spielt morgen wieder mit, dann wird es wundervolle Fotos aus einer wundervollen Stadt zu sehen geben.

Zum Abendbrot gab es heute wieder eine Suppe, Linsensuppe . Sie hat sehr gut geschmeckt. Dann wurde ein Kartoffelpuffer mit einer Pilz-, Wildschweinfüllung serviert. Wieder hat es sehr gut geschmeckt. In der Gewissheit, in meiner Abhandlung wieder den einen oder andern Punkt vergessen zu haben, wünsche ich eine gute Nacht.

Vierter Tag

Donnerstag, 7. Juni 2012

Wir sind gestern Abend recht zeitig zu Bett gegangen,so dass wir auch gut ausgeschlafen in den neuen Tag gehen konnten. Der erste Blick durchs Fenster zeigte, dass die Bergkuppen wieder eingenebelt waren, aber es war trocken. Also auf zum Frühstück und dann zum Tagesplan.

Gestern waren Berge angesagt, also führten wir das auch heute weiter. Beide litten an Muskelkater, also galt es wieder schnell in Bewegung zu kommen, bevor es schlimmer wurde.

Als erste Tagesetappe ging es nach Stary Smokovec. Dort wollten wir mit der Zahnradbahn auf den 1263 Meter hohen Hrebienok. Wir fanden auf Anhieb einen Parkplatz, der zu unserem Erstaunen auch noch kostenlos war. Die Zahnradbahn war in einem 20 minütigem Fußmarsch zu erreichen. Heute war Fronleichnam. Sicher auch hier ein Feiertag, allerdings bin ich mir nicht sicher.

Auf jeden Fall war eine Menge Fußvolk unterwegs. In erster Linie waren Schulklassen anzutreffen. So bildeten sich an der Zahnradbahn auch längere Schlangen, was mich schon wieder ein wenig in Stimmung versetzte. Kathrin meinte aber, wir wären doch im Urlaub. Ich will ihr mal glauben. Das Ticket für die Zahnradbahn kostete für einen Erwachsenen 7 Euro in beide Richtungen. Die Fahrt nach oben dauerte 15 Minuten. Oben angekommen bot sich wieder ein berauschender Ausblick in die weite Landschaft, den man erst einmal wieder für einige Minuten genießen musste. Fotos hatte ich fast nur mit dem Weitwinkelobjektiv geschossen, der Perspektiven wegen. Aber es gab auch Motive, da war ein Wechsel des Objektives unbedingt von Nöten, manchmal sogar öfters als mir lieb war.

Wir wollte den bequemen Spazierweg zu den Tatra Wasserfällen nehmen welche als meistbesuchte Wasserfälle der Hohen Tatra gelten. Das sah man auch am Besucherandrang. Eine Menge Menschen, vor allem Kinder waren auf dem Weg dorthin. Die Steigung war mäßig, später wurde es dann steiniger. In Anbetracht unseres Muskelkaters verließen uns auf halbem Weg die Kräfte und wir entschlossen umzukehren. Den Rückweg wählten wir dann noch an einem rauschenden Gebirgsbach entlang. Hier habe ich auch wunderschöne Fotos schießen können. Wir gingen wieder zur Bergstation Hrebienok zurück, um mit der Zahnradbahn wieder in das Tal zurück zu fahren. Wir waren so gute zwei Stunden unterwegs.

Unten angekommen, beschlossen wir den wundervollen Ort etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Das planten wir bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Birnentorte. Natürlich stand für mich im Vordergrund, noch einige Fotos für eine Galerie auf meiner Homepage zu schießen.

So sind wir nach dem Kaffee aufgebrochen und für ein Stündchen durch den Ort gepilgert. Wunderschöne alte Häuser konnte man bestaunen, aber auch viel Neues. Nun gibt es aber auch marode Bauten, denen ich dann noch einige interessante Perspektiven abgewinnen konnte.Besonders begeistert hat mich ein altes Kino, welches zur Hälfte schon eingefallen war.

Nun war es fast 16:00 Uhr. Was konnte man also noch unternehmen? Bitte erst mal keine Berge mehr. Es wurden aber wieder Berge. Und was für welche.

Wir fuhren einige Kilometer weiter, nach Tatranska Lominca. Dort gab es eine Kabinenseilbahn die zum zweitgrößten Tatra Gipfel dem Lomnicky stit (2632m) führte. Leider hatten wir bis ganz oben keine ausreichende Zeit mehr. Die letzte Bahn von oben fährt um 17:00 Uhr und es war schon kurz nach Vier. Also wählten wir die Zwischenstation Skalnate Pleso (Steinsee, 1751m). Hier fuhr die letzte Bahn von oben um 19:00 Uhr. Wir hatten also ausreichend Zeit uns dort oben mal umzuschauen.

Die Seilbahn in beide Richtungen kostete 15 Euro pro Erwachsenen. Die Fahrt dauerte gut 20 Minuten. Auch hier wieder ausreichend Zeit in sich zu gehen und mal komplett abzuschalten. Die Beine brauchte man jedenfalls nicht für den Aufweg. Dafür aber wieder als wir oben angekommen waren. Erst einmal wieder einige Minuten die fantastische Aussicht genießen. Ich muss sagen, diese Aussicht schlägt alles anderen um Längen. Zum einen konnte man wieder weit in das Land hineinschauen und zum anderen hatte man einen atemberaubenden Blick auf das Felsmassiv des Lomnicky stit. Was für eine Höhe und was für steile Felswände. Hier ging dann noch eine Kabinenseilbahn hinauf, die ohne Zwischenmasten an einem frei hängenden Kabel geführt wurde. Wer hier noch nicht das Gruseln bekam, der hätte sich anschauen solle wie es aussah als die Kabine im Nebel verschwand. Ich denke, wer hier Höhenangst hat, sollte von dieser Fahrt Abstand nehmen. Leider konnte ich dieses Abenteuer nicht zu Ende führen, aber wir sind noch einige Tage hier, um das nachzuholen. Die komplette Fahrt zum Gipfel kostet für den Erwachsenen 24 Euro.

Auf der Station Skalnate Pleso befindet sich der oben genannte Steinsee, das ist ein sehr klarer Bergsee, in dem sich das Schmelzwasser der Berge sammelt. Außerdem noch ein Observatorium. Wir machten uns auf den Weg den Steinsee zu umrunden. Auf der einen Seite stieg das Gelände an , auf der anderen Seite fiel es wieder ab. Für unsere Beine gab es also wieder jede Menge Arbeit. Auch hier fand man die unterschiedlichsten Perspektiven, die ich versuchte im Foto festzuhalten.

Wir fuhren dann kurz nach 17:00 Uhr wieder hinab und kehrten in unsere Unterkunft zurück. Dort gab es noch Abendbrot, welches wieder aus einer Suppe bestand. Im zweiten Gang folgte dann noch Putenfleisch mit Gemüse und Kartoffelbrei, alles auf slowakischer Art zubereitet. Nun gönnte ich mir noch ein Bierchen und schrieb das erlebte nieder. So war es auch heute wieder ein anstrengender Tag. Ich bin schon gespannt wie stark morgen der Muskelkater fortgeschritten ist.

Morgen haben wir beschlossen, gibt es keine Berge. Morgen ist Burgentag. Wenn es nicht regnet. Dann werden wir auch noch einmal der Zipser Burg einen Besuch abstatten , so das ich mir endlich die Weitwinkelperspektiven raus arbeiten kann, wie ich mir das vorgestellt habe. Dazu aber mehr morgen, heute ist Feierabend.

Fünfter Tag

Freitag 8. Juni 2012

Heute waren wir schon um 7:00 Uhr wach. Das erste Gefühl war Schmerz. Mein linkes Knie war angeschwollen. Das hat die Anstrengungen von gestern nicht so gut verarbeitet. Der Muskelkater war fast weg. Nun erst mal zum Fenster und was soll ich sagen, Sonnenschein. Dann bekam ich von Kathrin die ersten Glückwünsche. Ach ja, ich hatte Geburtstag. Mein Geschenk hatte ich ja schon kurz vor unserer Reise bekommen. Ein Zoom Objektiv von Tamron das SP 70-300mm VC. Toll was?

Ja nun ging es erst einmal zum Frühstück. Dann für den Tag ankleiden und los.

Der erste Teil unserer Reise führte uns in den 60km entfernten Ort Spisske Podhradie. Dieser Ort kann als Vorburgstadt bezeichnet werden, weil man von fast überall her die Spissky Hrad (Zipser Burg) sehen kann. Übermächtig thront sie hoch oben auf einem Berg weithin sichtbar. Das Licht der Sonne zaubert dann auch die unterschiedlichsten Stimmungen.

Spisske Podhradie ist ein charmanter kleiner Ort der geprägt wir durch dicht aneinander gebaute Bürgerhäuser, die mal mehr mal weniger liebevoll saniert waren.Geprägt wird das Ortsbild auch durch die Pfarrkirche der Jungfrau Maria. Diese Kirche findet man direkt am Marktplatz. Leider konnten wir nicht hinein, der Eingang war durch ein schweres Eisengitter versperrt. Diesen Zustand fanden wir hier bei allen Kirchen vor, überall wo man hinkam, waren die Kirchen mit Gittern versperrt.

Bei bestem Sommerwetter drehten wir eine Runde durch die kleine Stadt. Was ich dort an Motiven gefunden habe das könnt ihr in meiner Bildergalerie sehen. Auch schon von weitem zu sehen war die spätromanische Kathedrale des Heiligen Martin.Diese Kathedrale wird von einer Mauer umschlossen, in dessen Inneren sich einige interessante Häuser, unter anderem auch ein Kloster und ein Hotel befanden. Die Kirche hatte an diesem Tag eine Informationsveranstaltung für Kinder organisiert. Es waren sehr viele Schulklassen unterwegs, so war es nicht immer möglich ein Motiv ohne Menschen in den Kasten zu bekommen. Mittlerweile stieg die Quecksilbersäule auf 25 Grad Celsius. So wurde unsere Städtetour zum schweißtreibenden Erlebnis. Wir waren dann noch eine Kleinigkeit trinken , bevor wir uns zur Zipser Burg aufmachten.

10 Minuten Autofahrt bis zur Burg. Der Parkplatz war kostenlos. Wir konnten den Rundgang beginnen. Da wir hier zum Anfang des Urlaubes schon einmal da gewesen waren , kannten wir uns ein wenig mit den Örtlichkeiten aus. So nahmen wir diesmal den steilen unbefestigten Weg nach oben. Was für eine Freude für mein Knie, aber ich habe es ja selbst so gewollt.

Oben legte die Burg ihre gesamte Schönheit offen. Der Himmel im Zusammenspiel mit der Burg ließ in meinem Kopf einige Perspektiven entstehen. Wir gingen erst einmal außen an der Burg entlang, so konnte ich diese Perspektiven fast alle umsetzen. Auch dieser Weg verlangte einige Kondition ab. So waren wir auch glücklich wieder am Eingangsportal der Burg angekommen zu sein.

Die Burg ist von Mai bis Oktober von 9:00-19:00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass erfolgt um 18:00 Uhr.Der Eintritt zur Anlage kostet 5 Euro je Erwachsenen Besucher. Zum Fotografieren braucht man keine Genehmigung, selbst Stative sind kein Problem. So sind wir die Anlage von innen auch noch einmal abgegrast. Den Burginnenhof haben wir das letzte Mal nicht gesehen, da der Regen dies nicht zuließ. Durch den Innenhof wird die Dimension der Burganlage noch um ein Vielfaches erweitert. Ich muss gestehen, solch große Burganlage noch nie vorher gesehen zu haben. Unser Rundgang dauerte insgesamt 2 Stunden. Kathrin ist sogar auf den großen Burgturm gestiegen. Hier habe ich wegen meines Knies passen müssen. Schade. Aber sie hat von oben einige Fotos geschossen die ich dann in der Galerie mit unterbringen werde.

Nach dem Abstieg zum Parkplatz fing es an zu regnen. Es zog sich rundherum zu, so dass wohl ein Unwetter ins Land zog. Wir machten, dass wir ins trockene kamen. Im Auto angelangt planten wir den Rest des Tages.

Wir wollte in das 50km entfernte Kezmarok. Nun war es schon 15:30 Uhr. Die Fahrt dorthin dauerte auch gut 50 Minuten. Wir mussten also damit rechnen , dass Kirchen und Burganlage schon geschlossen haben, wenn wir ankommen.

Wir fanden auf Anhieb einen Parkplatz. Kostenlos. Neben dem Parkplatz fanden wir das beste Haus am Ort. Hier konnte ich mir meinen Wunsch erfüllen ein ordentliches Steak und ein Bierchen zum Geburtstag. Aus einem Bierchen wurden zwei, also musste Kathrin fahren.

Aber erst zog es uns wieder in den Ort. Wir durchstreiften einige Gassen und fanden auch recht schnell den Weg zur Stadtburg. Auch diese Anlage begeisterte mich. Vor dem düsteren Himmel gab es so wunderbare Kontraste. Auch die Häuser in diesem Ort sind einen Blick wert. Wie überall stehen hier alt und neu direkt nebeneinander. Genau das macht den Charme des Ortes aus. Für mich ist Kezmarok eines der schönsten Orte bisher, vielleicht gerade wegen dieser Gegensätze. Hier hat man auch einen Boulevard der durch die alte Innenstadt führt, den rechts und links des Weges herrlich alte Läden schmücken.

Die Zeit verging wie im Fluge.Wir mussten zur Unterkunft zurück, da wir das Abendbrot nicht abgesagt hatte.Es gab Tomatensuppe und panierten Käse mit Pommes und Salat. Auch hier hat die Gastgeberin wieder sehr gut gekocht.

Mittlerweile ist es schon 20:17 Uhr. Das Schreiben ging mir heute nicht so flüssig von der Hand. Aber ich habe es geschafft, nun wird noch ein wenig Geburtstag gefeiert.

Sechster Tag

Samstag 9. Juni 2012

Aufgestanden sind wir heute wie jeden Tag, irgendwie gewöhnt man sich daran. Nach dem Frühstück ging es dran den Tagesplan zu entwerfen. Der Blick nach draußen war nicht so berauschend. Die Berge waren komplett im Nebel eingehüllt, als hätte man sie über Nacht woanders hin gebracht. Ab und an nieselte es. Was also anfangen wenn es wieder droht sehr feucht zu werden.

Zugtag. Kathrin hatte die rettende Idee und ich fand sie gut. So kommen auch mal einige andere Motive auf die Speicherkarte. Das hoffte ich jedenfalls. Was aber ist ein Zugtag? Das ist ganz einfach. Wir wollten die gesamte Strecke der Tatra Bahn abfahren, natürlich wie es sich gehört mit der Tatra Bahn.Das ist eine elektrifizierte Straßenbahn, die die wichtigsten Orte miteinander verbindet.

Wir sind in Tatranska Lomnica gestartet. Nachdem wir einen Parkplatz direkt am Bahnhof gefunden hatten, suchten wir einen Schalter im Bahnhof, an dem wir die Tickets bestellen konnten. Der Parkplatz kostete für den gesamten Tag 5,60 Euro. Das Tagesticket für die Tatra Bahn kostete 4 Euro pro Person. Ich finde für die Leistung die da erbracht wird ist das ein gerechter Preis.

Das Schienennetz der Tatra Bahn erstreckt sich über 50 km. Es verbindet die Orte Tatranska Lomnica, Stary Smokovec, Strbske Pleso, Poprad Tatry, Studeny Potok und wieder zurück zum Ausgangsort.

Unsere erste Tour ging von Tatranska Lomnica nach Strbske Pleso. Diese Strecke ist die längste der einzelnen Etappen gewesen , welche eine Länge von 22 km und etliche Höhenmeter überwindet. Da wir am Anfang der Woche schon in Strbske waren, sparten wir uns den Rundgang. Wir tranken eine Tasse Kaffee für 1,45 Euro im Bahnhofsrestaurant. Der Zeit wegen, nahmen wir die nächste Bahn, von Strebske Pleso nach Poprad. Wir hatten hier nur 20 Minuten Aufenthalt, drum mussten wir den Kaffee etwas schneller trinken.

Da wir das Ticket ja schon in der Tasche hatten konnten wir uns auch gleich einen guten Platz in der noch leeren Bahn sichern.

Die Strecke nach Poprad betrug 13 km. Hier ging es aber meisten bergab, mir kam es auch so vor, als dass die Bahn hier noch einen Zahn zulegen konnte. An den Fenstern rauschten die schönsten Landschaften vorbei. Vom Hochgebirge über einzeln stehende Häuser, bis zu kleinen Ortschaften, es war alles dabei. Natürlich sah man hier auch die riesige Fläche an Waldschäden die der Supersturm im Jahr 2004 angerichtet hat. Man kann solche Schäden gar nicht beschreiben man muss sich selber ein Bild davon machen. Fast die Hälfte der gesamten Waldfläche der Hohen Tatra, hat der Sturm verwüstet. Vielerorts hat man heute immer noch mit der Beseitigung der Schäden zu tun. Der Sturm knickte haushohe Bäume wie Streichhölzer um, was muss hier für eine Naturgewalt gewütet haben.

Kathrin schlug vor, die gesamte Strecke zu probieren, außerdem waren wir noch nicht in Poprad gewesen. Poprad hat keine nennenswerte Altstadt. Das bisschen Altstadtkern wird von einer Kirche, die wieder geschlossen war und ein paar Häusern links und rechts des Boulevards gezeichnet, in denen sich fast nur gastronomische Einrichtungen befanden.

Aber kurz zurück. Wir kamen auf dem Bahnhof in Poprad an. Ein altes Bahnhofsgebäude mit undichtem Dach und vielen scheinheiligen Gesellen im Bahnhof und im Gelände davor. Wer hier mal aussteigen sollte, dem rate ich , nicht unbedingt alles zu zeigen was er hat, das lässt es ihm dann auch behalten. Jedenfalls hatte ich ein mulmiges Gefühl auf dem Weg in die Altstadt.

Wir hatten gut eine Stunde Zeit, bis die nächste Bahn uns zurückbringen sollte zum Ausgangsort. Die Zeit nutzten wir für einen Kaffee und einen Eisbecher. Vom Preis her sehr moderat und von der Qualität der Speisen , besser als erwartet.

Nun mussten wir uns aber beeilen. Wieder an den scheinheiligen Gesellen vorbei und dann den Bahnsteig 2 finden. Das war ein Klacks für meine Frau. Ich tat mich hier schon schwerer.

Bis die Bahn kam vergingen noch fast 15 Minuten, da hatte ich für ein paar Fotos Zeit.

Diese Bahn, von Poprad nach Studeny Potok, legte eine Strecke von 8km zurück. Dann mussten wir wieder aussteigen um umzusteigen. Hier warteten wir wieder gut 20 Minuten bis es weiterging. Zwischenzeitlich fing es leicht zu regnen an.

Dann kam die Bahn. Was für eine Freude für mich, es war die älteste Variante der noch fahrenden Tatra Bahnen. Natürlich ein gefundenes Fressen für mich und meine Kamera.Für die letzten 9 km brauchten wir 13 Minuten, bis wir unseren Ausgangsbahnhof Tatranska Lomnica wieder erreichten.Ihr werdet es nicht glauben was wir hier taten. Wir tranken wieder eine Tasse Kaffee und nahmen ein Stückchen Torte zu uns. Man gönnt sich ja sonst nichts. Alles in allem haben wir mit wenig Kapital einen sehr interessanten Tag verlebt, haben viel abseits der Straßen in der Hohen Tatra erlebt, wir konnten uns endlich auch mal ein ausschweifendes Bild von den damaligen Sturmschäden machen.

Wer in seinem Urlaub Gast in der Hohen Tatra ist und nicht weiß was er an schlechten Tagen unternehmen soll, dem rate ich zu solch einem Zugtag.

Nun ging es zurück in die Pension. Abendessen und dann an den Tagesbericht. Heute gab es Rinderbrühe mit Nudeln und Krautroulade, was alles beides wieder sehr gut geschmeckt hat.

Siebenter Tag

Sonntag, 10. Juni 2012

Heute sind wir erst kurz vor 8:00 Uhr wach geworden. Die Anstrengungen der letzten Tage haben ihren Tribut gezollt. Das Wetter war echt bescheiden. Nebelschwaden hüllten die Berge ein, es blies ein kaltes Lüftchen und es regnete. Alles sprach für einen nicht so tollen Tag.

Erst einmal zum Frühstück. Danach packte ich die Kameraausrüstung. Heute wollte ich Makroaufnahmen machen während einer Wanderung. Wohin es gehen sollte das wussten wir noch nicht.

Mit dem Auto fuhren wir in Richtung Stary Smokovec. Gut 2 km nach dem Abbiegen kommt man an einem Parkplatz vorbei. Den suchten wir uns als Ausgangsort der Wanderung aus. Das Wetter hatte sich auch etwas verbessert. Es regnete wenigstens nicht mehr. Der Parkplatz kostete für den gesamten Tag 5,60 Euro. Das scheint hier ein Einheitspreis zu sein.

Nachdem wir uns wanderfertig gemacht hatten, die Schuhe bis oben geschnürt, schauten wir uns den Plan an, wohin es hier ging. Bela Voda. So hieß die Strecke. Angegeben mit einer Gehzeit von 1 Stunde war das ein guter Start in den Tag.

Der Wanderweg hatte erst einmal nur einen geringen Anstieg. So ließ es sich recht gemütlich gehen. Später wurde er steiler. Und noch später, fing es auch wieder zu regnen an. Da ich die Kamera fest auf meinen Cullmann Stativ befestigt hatte war es ständig ein Krampf bei jedem Schauer die Kamera ab und wieder anzubauen. So entschieden wir uns die Wanderung abzubrechen. Mittlerweile regnete es wolkenbruchartig.

Nun hatte ich bis zu dem Teil der Wanderung schon einige Makros am Wegesrand gemacht, aber ich war noch nicht zufrieden. Nein, ich war wieder wütend auf das Wetter. Aber so ist das nun mal im Hochgebirge, da kommt ein Wetterumschwung recht plötzlich.Sonne pur gibt es in Malle, hier in der Hohen Tatra war Härte angesagt. Teilweise bewegte sich die Temperatur im einstelligen Bereich.

Wir sind dann in die Pension zurückgefahren. Erst einmal trockene Sachen anziehen und dann den Rest des Tages verplanen, denn es war erst Mittag.

Wir entschieden uns dann noch einmal in Richtung Kezmarok zu fahren. An unserem Burgentag haben wir das Örtchen nämlich nicht vollständig geschafft.

In Kezmarok suchten wir uns eine gemütliche Cafeteria in dem wir uns einen Latte Macchiato und einen Eisbecher gönnten.

Danach besuchten wir den Teil der Stadt den wir in der letzte Woche nicht geschafft hatten. Wir sahen uns die neobyzantinische Neue Evangelische Kirche und die hölzerne Artikularkirche an. Leider auch nur von außen. Eigentlich hatten wir gehofft am Sonntag diese Häuser auch einmal von Innen zu sehen, aber weit gefehlt. Unweit dieser Kirchen findet man noch das evangelische Lyzeum, eine der ältesten slowakischen Schulen. Aber auch dieses Gebäude sahen wir nur von außen. Ach übrigens, in der Holzkirche ist das Fotografieren und Filmen streng untersagt. Was wäre das für eine Strafe für mich gewesen.

Nun kam auch der Regen nach Kezmarok, in Begleitung eines starken Gewitters. Die Regenkleidung hing nass in der Pension. So waren wir dem ganzen schutzlos ausgeliefert. Meine Frau hatte bessere Karten, sie hatte einen Schirm.

Wir warteten unter einen Dach das Ende des Unwetters ab, dann setzten wir den Rundgang fort. Die Stadtburg haben wir auch noch mal umrundet. Nach innen zog es mich nicht. Ich hatte auch nur wieder die zirpende Grille meine kleine Sony mit dabei. So machten wir heute mal eher Feierabend.

Wir gingen zum Parkplatz und fuhren nach Zdiar zurück. Die Rückfahrt habe ich gefilmt, so dass auch ihr euch mal ein kleines Bild von der Gegend machen könnt. Das Video wird es später auf Youtube zu sehen geben.

Achter Tag

Montag,11. Juni 2012

In der Nacht zog ein mächtiges Gewitter vorbei. Ich hatte die Holzfensterflügel in unserem Zimmer geöffnet gehabt, als eine Sturmböe sie gegeneinander schlug. Gleich darauf erhellte sich die gesamte Umgebung und ich konnte in tiefster Nacht die Berge sehen. Einige Sekunden donnerte es so gewaltig, dass ich ein mulmiges Gefühl bekam. Fenster zu und versuchen wieder Schlaf zu finden. Aber was war das? Auf dem Balkon unseres Zimmer krachte etwas hin und her. Ich weckte meine Frau und fragte wo denn ihr Schirm sei. Sie sagte, na draußen. In Windeseile die Holztüren geöffnet und den Schirm gerade noch vorm Abflug gerettet. Dann fing es an wolkenbruchartig zu regnen und das tat es bis zum Morgen und über den Tag hinaus bis zum Abend. Regen, Regen, Regen.

Diesmal sind wir erst kurz vor 8:00 Uhr wach geworden. Das lag sicher auch an der Aktion in der Nacht.Es war noch dunkel. Draußen regnete es, nein, es goss. Die gute Laune war so erst einmal dahin. Immerhin hatte ich den Plan heute die verschobenen Makroaufnahmen noch einmal zu versuchen. Nicht aber bei diesem Wetter.So brauchten wir einen neuen Plan.

Erst einmal zum Frühstück und dann werden wir weitersehen. Nach dem Frühstück, wir sprachen kaum ein Wort, machte sich erst richtig das Trübsal breit. Kathrin las und ich surfte etwas im Internet, was sich nicht änderte war das Wetter. Wir saßen so gut zwei Stunden ohne den Versuch aufzunehmen aus dem Tag noch was zu machen. Die Wassermassen liefen die Straße hinab.

Egal es musste etwas passieren.Wir hatten eine Idee, wir wollten nach Tatranska Kotlina in die Höhle Belianska Jaskyna. Das ist ein von über 100 Höhlen in der Hohen Tatra, die man für Besucher freigegeben hat. Der Eintritt in die Höhle kostet für den Erwachsenen 7,00 Euro, hin zu kommt die Fotogenehmigung die noch einmal 10 Euro zu Buche schlägt und der Parkplatzwärter nimmt dann auch noch die obligatorischen 5,60 Euro für das Tagesticket.Allerdings darf man in der Höhle kein Stativ und auch keinen Kamerablitz verwenden. Wer dagegen verstößt wird vom Besuch sofort ausgeschlossen. Die Höhle hat laut Reiseführer außer im November und Dezember das ganze Jahr geöffnet von 9:00 – 16:00 Uhr. Am Parkplatz angekommen erfuhren wir vom Pächter, das die Höhle zu sei, geschlossen, closed. So dann ist sogar unser Plan B gescheitert. Also Leute, wenn ihr mal diese Höhle besuchen wollt, sucht euch keinen Montag aus, das hätten die im Reiseführer auch berücksichtigen können.

Es musste schnell ein Plan C reifen. Auf einmal machte es Klick und wir hatten Plan C fertig. Wir wollte versuchen der Regenfront etwas davon zu fahren. So wollten wir den kleinen Ort Spisska Bela besuchen. Dort fanden wir auch gleich einen Parkplatz. Kostenlos. Die Häuser sind hier in dieser Gegend alle irgend wie ähnlich. Farblich wieder sehr üppig gestaltet und auch wieder mehr oder weniger liebevoll restauriert. Spisska Bela ist ein kleines Örtchen mit drei Kirchen, vielen schicken Häuschen und dem Ort mit einem Badesee.Alles in allem ein sehr angenehmer Ort. Wir waren fast durch, da hatte uns die Regenfront wieder eingeholt. Es schüttete was der Himmel hergab.

Unsere Reise ging weiter. Diesmal suchten wir uns den 27 km entfernten Ort Stara Lubovna aus. Dort sollte es eine Burg geben, Hrad Lubovna war ihr Name. Ein Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit, trotz des Regens.Diesmal schafften wir es aber nicht den Regen abzuhängen. Er blieb immer auf Augenhöhe. In Stara Lubovna angekommen, suchten wir den Weg zur Burg und einen Parkplatz. Dieser kostete 1,50 Euro. Wir dachten für eine Stunde , aber es war der Tagespreis. Stara Lubovna ist schon eine etwas größere Stadt, wie wir vom Burghügel sehen konnten. Wie es in der Stadt aussieht, werden wir leider nicht erfahren, wir hatten nur die Burg auf dem Plan.

Was für eine Burg, eine richtige Märchenburg und nicht weiter im Reiseführer erwähnt. Der Aufstieg war steil und wegen des Regens etwas beschwerlich. Die Canon hatte ich im Auto gelassen , ich wollte die Kamera bei diesem Schauerwetter nicht aufs Spiel setzen.

Der Eintritt zur Burg kostete für den Erwachsenen 5 Euro. Fotografieren konnte man hier nach Herzenslust, mit Stativ und Blitz, wenn man das alles zur Verfügung hatte.

Die Burganlage war riesig, der Regen störte bei vielen Perspektiven die ich mit der Kamera versuchte einzufangen. Aber diese Anlage begeisterte mich dermaßen, dass ich der kleinen Kamera alles abverlangte. Im Frühjahr und Sommer hat die Burg täglich von 9:00-18:00 Uhr geöffnet. Im Herbst und Winter reduziert sich die Öffnungszeit von 10:00-16:00 Uhr bzw. 10:00-15:00 Uhr. Es gab sehr viel zu sehen. Einige Burgteile sind auch fachmännisch saniert worden, ein riesiger Saal bekam auch wieder ein Dach. Den Turm konnte man besteigen und auch in die Katakomben unter der Erde konnte man gehen. Leider war ich so nass, dass es mich nicht in die Kellerkälte zog. Nach fast zwei Stunden hatten wir die Burg durchkämmt. Wir machten uns auf den Weg zum Auto. Auf dem Weg nach Zdiar kamen wir in Starkregen. Teilweise konnte man auch mal testen was Aquaplaning war. Die Fahrer dieser Gegend haben immer ein Feindbild, den vor ihm fahrenden Autofahrer. Wenn man nicht selber das eine oder andere mal in eine gefährliche Situation kam, wäre mir das auch egal gewesen. Je schlechter das Wetter wurde um so gefährlicher fuhren diese Irren auf der Straße.

Als wir am Fluss Poprad entlangfuhren, stellten wir fest, dass das Ufer teilweise schon überschwemmt ist. Wenn der Regen so weiter fällt, drohen hier sicherlich Überflutungen. Ein Ort stand komplett unter Wasser, schön war das nicht.

Das ging sogar soweit, dass wir beschlossen haben, wenn morgen der Tag wieder mit Regen beginnt, dann werden wir vorzeitig abreisen. Das wäre schade, denn dann kann ich meine Makros nicht mehr knipsen, darauf habe ich mich doch so gefreut. Darum hatte ich sie mir auch bis zu letzten Moment aufgehoben.

In der Pension, schlüpften wir erst einmal in trockene Kleidung. Es gab auch bald Abendessen. Diesmal eine Rindfleischsuppe mit weißen Bohnen und Kartoffeln, sowie eine Schweineroulade mit Reis und Salatnachtisch. Wenigstens beim Essen klappte alles. Es hat auch wieder wunderbar geschmeckt. Im Moment hat der Regen aufgehört und es ist recht klar. So unsere vorletzte Nacht in der Pension, mal sehen wie das Wetter sich entscheidet.

Feierabend, Gute Nacht.

Neunter Tag

Dienstag, 12. Juni 2012

Wieder sind wir erst kurz vor 8:00 Uhr wach geworden. Die Berge sind im Nebel verhüllt aber es war trocken. Nun war die Stimmung nicht euphorisch, aber wir waren erst einmal froh, dass es nicht regnete.

Frühstücken, umziehen und dann los. Irgend wie ging es heute nicht so recht vorwärts. Wir waren uns auch nicht so richtig einig was für Kleidung angesagt war. Stadttour, Höhle oder Wanderung.

Wir entschieden uns für die Wanderung. So kam ich dann vielleicht noch zu meinen Makros, mal sehen was der Tag so bringt.

Wir sind zu dem Ausgangspunkt zurückgekehrt, an dem wir am Sonntag wegen des Wetters schon einmal gescheitert sind.Wir waren wieder am Ausgangspunkt zum Bela Voda. Nun kann ich mir auch vorstellen warum das Bela Voda so genannt wird. Durch die vielen Stromschnellen, bekommt das Wasser viel Gischt und so sieht es weiß aus. Was liegt da näher als es danach zu benennen.

Im Fotorucksack war alles drin was ich mit hatte, zu guter Letzt hatte ich das Cullmann Stativ oben auf geschnallt. Im zweiten Rucksack war die Regenkleidung. Nur noch den Parkplatz bezahlen, in dem Fall waren das wieder 5,60 Euro, dann kann es losgehen.

Der erste Teil der Wanderung war mir ja noch im Gedächtnis. Es kam sogar die Sonne raus. Nach 20 Minuten Gehzeit, lief der Schweiß schon in Strömen. Die Schwere des Rucksacks spürte ich immer stärker. Gleich sind wir an dem Punkt angekommen, wo wir am Sonntag abgebrochen hatte.

Es fing an zu regnen. Gerade noch Sonne und fünf Minuten später, Regen. Unfassbar. Ich wurde wütend. Ich kann das Gefühl nicht richtig beschreiben, aber da quält man sich mit dem ganzen Gepäck den Berg hoch in der Hoffnung das alles besser wird, dann fängt es an zu regnen.

Wir waren jetzt genau in Höhe des Wasserlaufs, ich komme jetzt nicht mehr zu den Makros, aber in der Schnelle wollte ich noch ein paar Langzeitaufnahmen vom Bergbach hinbekommen. Dazu bin ich einen abenteuerlichen Abstieg über unbefestigtes Gelände zum Wasser hinunter gestiegen. Es war sehr glatt und man fand wenig Halt, zumal die Last auf dem Rücken noch auf geschnallt war. Ich war fast unten, da war es wieder der Schmerz im Knie. Nun gab es aber kein zurück. Der Regen wurde stärker. Ich suchte mir einen großen Stein auf dem ich ablegen konnte. Holte die Kamera raus , schraubte Adapter und ND Graufilter auf das Objektiv, stelle das Stativ auf und befestigte die Kamera daran.Auf den Felsbrocken war es nass und glatt. Es war gar nicht einfach das Stativ zu positionieren. Aber der Regen regte zur Eile an. Mir fehlte noch der Fernauslöser. Noch einmal über einige Klamotten zurück, in den Fotorucksack und dann zur Kamera zurück. Hoffentlich fällt sie nicht um. Die Wassertropfen liefen das Kameragehäuse hinab. Die Linse vorn war noch trocken, nun noch die Einstellungen suchen und abdrücken. So schoss ich ungefähr 10 Fotos, packte ein und kletterte den Hang wieder hinauf.

Der Regen wurde immer stärker und ich war nass. Hatte zu spät die Regenkleidung zum wechseln herausgeholt. Nun wollte ich sie auch nicht mehr. Wut trieb mich dazu, die Fotosession wieder abzubrechen. Also machten wir uns wieder an den Rückweg. Ich sagte: Ich habe genug, genug, genug. Los zurück , Sachen packen und ab nach Hause.So setzte ich mich auf eine Baumwurzel und wartete bis der Anfall vorüber war. Aber irgend wie wollte der nicht vorüber gehen. So langsam kam ich zur Ruhe. Ich war nass, Kathrin war nass. Die Fotosachen konnte ich noch schützen. Das wichtigste war also noch einsatzfähig. Warum also abbrechen. Nass ist nass. Ich hoffe wir holten uns nicht den Tod. Die Temperatur betrug 14 Grad Celsius. Aber je höher wir gingen um so kälter wurde es.

Aber was soll´s, wir gingen weiter hoch. Mit dem festen Willen dort oben vielleicht eine bessere Schussposition auf das Wasser zu bekommen, trieb mich der Ehrgeiz an. Und was soll ich sagen , nach 10 Minuten war der Regen vorbei und die Sonne ließ sich wieder mal ab und an sehen. Ich bin dann noch einmal einen Abhang hinunter um dem Wasser meine Aufwartung zu machen. Diesmal war es noch glatter. Ich rutschte mit einem Bein in das kalte Wasser. Aber mein Schuh hielt dicht. Keine nassen Füße. Wieder ein paar Fotos aus der Wunsch Perspektive, Hang wieder hoch geklettert und weiter ging es.Wir fanden dann noch eine Holzbrücke die das Tal überspannte. Von hier hatte ich ein exzellentes Schussfeld. An dieser Position hielten wir uns fast eine halbe Stunde auf. Ich habe hier vom Makro über Weitwinkel bis hin zum Teleobjektiv alles benutzt. Zufrieden nahm ich zur Kenntnis, dass es mit den Makros nichts mehr wird, es war zu windig, aber die geschossenen Fotos stimmten mich glücklich.Wir machten uns dann an den Abstieg, vielleicht kann ich noch ein paar Stimmungen einfangen. Daraus wurde aber nichts, denn es fing wieder an zu regnen. Der Niederschlag wurde von Minute zu Minute stärker. So waren wir dann auch wieder froh nach 1,5 Stunden am Auto zu sein.

Trotzdem war ich stolz hier nicht aufgegeben zu haben. Wir haben uns durchgebissen bis es nicht mehr ging. Ich hatte meine Fotos im Kasten und wir waren an einer wunderbaren Luft unterwegs. Auch unsere Kondition hat hier sicher punkten können.

Ich entschied, dass nun Schluss ist mit dem Fotografieren. Das letzte Bild ist im Kasten, der Urlaub auch fast zu Ende. Weil wir immer auf der Jagd nach dem schönsten Foto, nach immer neuen Motiven waren, haben wir eine Menge an Land und Leute gesehen.

Nachdem wir in der Pension unsere Sachen gewechselt hatten, sind wir nach Stary Smokovec gefahren und haben dort einen kleinen Imbiss genommen. So verabschiedeten wir uns dann von dieser Stadt. Zurück in der Unterkunft, packte Kathrin die Sachen, ich schrieb weiter an meiner Geschichte.

Das soll es dann auch gewesen sein. Unser Urlaub ist zu Ende. Morgen geht es wieder nach Hause. Für mich bleibt dann noch die Berichte und die Bilder in die Galerie zu stellen. Das wird sicher noch einige Zeit dauern.

Für heute ist erst einmal Schluss, das war unser Urlaub 2012. Mal sehen wohin die Reise im nächsten Jahr geht. Ich möchte mich verabschieden,macht´s gut und bis denne.

Posted on: 6. Juni 2012olaf