Putzig

Pommern im Mai

 

Pommern im Mai

Montag, 3. Mai

Erster Tag

Endlich geht es los, unser gemeinsamer Sommerurlaub. Nun, Sommer ist auch schon wieder geschmeichelt. Es regnet, die Wolken sind dick und grau. Wir wählen die Autobahn in Richtung Berlin, Prenzlau und Stettin. Dann fahren wir auf der Landstraße in Richtung Gdansk. Die Landstraßen in Polen sind stark befahren.

Jeder will der Erste sein, habe ich manchmal den Eindruck. Es wird gedrängelt und gefahrvoll überholt wie auf den Autobahnen in Deutschland. Ständig wechseln die Geschwindigkeiten, mal 90, mal 70, dann wieder 50. Und der Regen hört nicht auf. Der Wind peitscht ihn gegen die Scheiben und rüttelt am Auto. Doch mein Navi funktioniert halbwegs. Ich hatte kurz vor dem Urlaub bei Pearl ein Updatet gemacht. Es ist unglaublich, wie viele Kreisverkehre es dort gibt – in jedem Ort, den wir durchfahren bestimmt drei. Ein Blick in die polnische STVO vor Reisebeginn lohnt sich. So viele Blitzer wie ich an diesem ersten Reisetag gesehen habe, sehe ich bei uns im Laufe eines Monats nicht. Zum Glück ist alles gut gegangen – kein Foto und auch keine Geldstrafe.

Als wir gegen 18:00 Uhr in Kosakowo ankommen, fängt auf einmal an das Navi zu spinnen an: Straßenbau. Mein Rat: Kommt nie in eine wegen eines Feiertag ruhende Straßenbaustelle in unserem Nachbarland. Es ist kaum zu beschreiben: Löcher und Spalten sind nicht zu sehen, es ist überall Wasser. Wir fahren über eine Spalte, vielleicht 30 bis 40 cm breit und tief gefräst. Da hilft nicht mal Schritttempo. „Der Urlaub ist gelaufen“, denke ich. Ich fluche und schimpfe, was das Zeug hält. Auch das Navi versagt. Wir fahren im Kreis. Nur unseren Englischkenntnissen und der Hilfsbereitschaft der Polizei ist es zu verdanken, dass wir noch die richtige Route finden und das Hotel erreichen. Ehe wir tatsächlich da sind, geht es über eine überflutete Straße, auf der das Wasser fast bis zu den Einstiegsleisten reichte. Hätte ich das Auto tiefer legen lassen, müssten wir die Badelatschen aus dem Koffer holen.

Im Hotel empfängt uns freundliches Personal. Das Einchecken geht innerhalb von zwei Minuten von statten. Koffer hoch, auspacken und absacken. Nur noch Ruhe und ein Bier. Das stilvoll eingerichtete Haus mit einer wunderbaren Küche versprüht schon am ersten Tag seinen Charme.

Nun noch ein kleiner Spaziergang, ohne Kamera. Es ist schon dunkel und regnet wieder. Dennoch erkennen wir: Die Landschaft ist ein Traum. Steilküste, Boote, Inseln, viel Wellen und eine klare Luft – all das werde ich versuchen, in meinen Bildern festzuhalten.

Es gibt keine Fotos vom ersten Urlaubstag, doch er war gespickt mit Action und Aufregung. Am Ende klingt er aus in Ruhe und Harmonie. Das ist eigentlich alles, was ein Film braucht. Gemessen an einem Zwei-Stunden-Streifen waren das die ersten zehn Minuten. Wenn es so weitergeht, übertrifft das meine Erwartungen.

Dienstag, 4. Mai

Zweiter Tag

Beim ersten Blick durchs Fenster: Regen. Sollte wieder nichts werden mit dem Fotografieren? Nun gut, erst mal aufstehen, frühstücken und dann einen Plan machen. Jedenfalls kein tolles Licht für Fotos, aber mal sehen, was mit Schirm, Charme und Melone so herauszuholen ist aus der Suppe. Vielleicht reicht es ja für eine Schwarz-Weiß-Serie. Auf in den Kampf.

Wir wollten einen ruhigen Tag verbringen und die nähere Gegend etwas erkunden. Dazu sind wir den ausgeschilderten Weg in Richtung Steilküste gegangen. Sehr interessant, was wir dort sehen: Vom Palast bis zur Kate ist alles vertreten. Auch Baugrundstücke, die verlassen wurden: Dächer abgedeckt, Baumaßnahmen eingestellt und Baustellen geplündert. Am Aussichtspunkt angekommen, führt eine Treppe hinunter zum Strand. Strand ist vielleicht etwas zu viel gesagt, Steinküste trifft eher zu: große Felsstücke bis hin zum kleinsten Stein.

Ich kann auch gar nicht sagen, wie viele Kilometer wir zurückgelegt haben. Ein Orientierungspunkt ist für mich immer im Fokus die alte Torpedierungsanlage, die aus dem Wasser wie ein Fels in der Brandung herauswächst. Sicher ein Relikt des letzten Weltkrieges, dümpelt die Anlage vor sich hin. Irgendwann geht es dann nicht weiter und wir kehren um. Durch das Teleobjektiv erkenne ich am anderen Ende der Welt ein großes Kreuz, was sich dann als Kreuz aus drei riesigen Stahlankern herausstellt. Der Weg dorthin führt uns am Wasser entlang. Steine suchen, Fossilien finden – und Kathrin bekommt auch ihren Hühnergott, den sie selbst fand. Das Glück ist vollkommen. Ich frage sie: „Sag mal, wie viele Kilometer sind wir denn eigentlich runtergelaufen?“ „Vielleicht anderthalb Kilometer.“ Eigentlich habe ich auch nichts anderes erwartet, obwohl ich schon gefühlte 50 Kilometer in den Beinen hatte. Ich nehme das kommentarlos hin. Ein bisschen fluchen und jammern verschafft mir die nächste Pause.

Unser Weg führt uns am Naturschutzpark bei Mechelinki vorbei in Richtung Rewa. Es ist ein kleiner Ort, sicher nur zum Kitesurfen errichtet. Dort tangieren wir das riesige Kreuz, in meinen Bildern ist das zu sehen – wie auch die Herrlichkeit der Natur. Es ist kaum zu beschreiben, das muss man erleben.

In Rewa angekommen, können wir die Beine endlich in die Ecke stellen. Trotz meiner neuen Wanderschuhe bin ich auf den Sohlen fertig. Was also machen, um die Strecke nicht noch mal zurückzuspazieren? Essen wollten wir erst am Abend und trinken, erst wenn der Transport geklärt ist. Also öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Mit unseren super polnischen Sprachkenntnissen und dem Langenscheidt in der Tasche, übersetzen wir den Busfahrplan. Was heißt wir, die Ehre gebührt Kathrin, die den Busfahrplan übersetzt und uns in einem Sklep auch vor dem Verdursten rettet. Von Rewa nach Mechelinki sind es vier Stationen – noch einen kleinen Fußmarsch rangehängt, sind wir im Hotel.

Dort gibt es erst einmal einen leckeren Hauswein. Ein bisschen lesen und die Bilder auf den Rechner ziehen, dann ist es Zeit für das Abendbrot. Wir entscheiden uns für eine Vorsuppe, Kathrin nimmt ein Beefsteak und ich Pangasiusfilet. Dazu gibt es eine leckere Butelka Merlot, Wein aus Italien. Zum Abrunden des Geschmackserlebnisses entscheide ich mich für einen gemischten Salat mit Schafskäse und Oliven. Das ist der leckerste Schafskäse, den ich je gegessen habe. Diesem Hotel bescheinige ich eine exzellente Küche mit nur frisch zubereiteten Speisen und einer hervorragenden Weinkarte. Sicher bin ich nicht das letzte Mal hingefahren.

Morgen dann soll es nach Gdansk gehen, wie immer ohne Erwartungen.

Mittwoch, 5. Mai 

Dritter Tag

Geplant für diesen Tag ist ein Ausflug nach Gdansk – Danzig. Kein Wecker, kein wecken, doch ich bin um 7 Uhr wach. Der Blick zum Fenster: dunkel, Regen. Wieder hingelegt. 7.30 Uhr, der Blick hinter die Gardine: blauer Himmel, Sonnenschein. Raus aus den Federn und ab zum Frühstücksbuffet. Kamerarucksack geschnappt, Frau mit genommen und los. Bis Gdansk waren es etwa 20 Kilometer. Dass diese lang werden können, das kann ich euch sagen. Ein Verkehr wie ich ihn letztens in Italien gesehen habe: drei Spuren, drei Spuren voll. Wenn die in Cottbus glauben, die haben ein Verkehrsproblem, dann kann ich euch beruhigen, davon sind sie Lichtjahre entfernt. Fahrt nach Gdansk und ihr werdet verstehen, was ich meine.

Das Navi habe ich auf die Mitte der Stadt programmiert, einen Parkplatz am Vormittag zu finden, ist kein Problem. Ab Mittag wird es unmöglich. Die Parkuhr für den gesamten Tag kostet uns 23 Zloty.

Dann geht es endlich los. Der Himmel ist am Vormittag noch nicht so toll, die Sonne gleißend hell. Aufnahmen in der Stadt sind recht schwierig. Besser wird es nach dem Mittag, die Wolken verschwinden und das Licht kommt heraus. Gloria Halleluja, ich kann den Polfilter herausholen.

Unsere Tour führt uns zunächst durch die Altstadt. Eine wunderschöne Stadt mit herrlichen Häusern, mustergültig saniert und gepflegt. Ich hoffe, das kommt in meinen Bildern auch zum Ausdruck. Nach der Altstadt geht es auf die Wasserseite zur Anlegestelle für Linienschiffe und Wassertaxis. Zum Mittag essen wir eine Kleinigkeit in einem historischen Gebäude. Das Personal ist sehr freundlich. Mit Deutsch und etwas Englisch kommen wir auf den Punkt. Die polnische Küche wird wohl immer etwas totgeschwiegen. Ich bin kein Kostverächter und kann nur sagen, exzellent. Nicht nur im Geschmack, sondern auch beim Anrichten der Speisen. Da muss man Vergleichbares in Deutschland lange suchen.

Nach dem Mittag geht es mit einem Schiff in Richtung Westerplatte. Für 90 Zloty sind wir mit dabei. Die Fahrt geht durch das Hafengelände und zur angrenzenden Werft. Das ist meine Stunde: Schiffe, Kräne, Anlagen und Docks, was das Herz begehrt. Und auch das Licht spielt mit. An der Westerplatte steigen wir nicht aus. Es ist nur ein riesiger Park und ein großes Denkmal zu sehen. Die ganze Tour dauert rund eine Stunde. Bei schönem Wetter kann ich das nur empfehlen.

Abend begegnen wir uns todesmutig wieder in den unglaublichen polnischen Straßenverkehr. Straßen kann man das streckenweise nicht nennen: Loch an Loch. Auch die Gullydeckel sind schon mal fünf bis zehn Zentimeter tiefer angesiedelt. Wir freuen uns, gesund wieder im Hotel anzukommen. Fazit: Gdansk ist eine überaus sehenswerte Stadt mit freundlichen und höflichen Menschen. Alles hat seine Ordnung, obwohl man die erst verstehen lernen muss.

Donnerstag, 6. Mai 

Vierter Tag

Regen und Wind sind vorhergesagt, doch am Vormittag hält sich das Wetter noch einigermaßen. Auf unserer Route stehen die Orte Puck und Hel.

Puck ist eine kleine Stadt an der Putziger Wiek, daher auch der Name. Früher hieß Puck nämlich Putzig. Es gibt ein riesiges Angebot an Segelsport und Kitesurfing. Als wir ankommen, bläst schon ein mächtiges Windchen. Ich habe den Kitesurfern bei ihren Figuren zugesehen und bin sichtlich begeistert, mit welchen Geschick die Jungs den Sport ausüben.

Eine Jugendgruppe bringt ihre kleinen Segler zu Wasser, ich möchte nicht mal in einem Paddelboot sitzen, geschweige mit diesen Booten zu Wasser gehen. Es ist schon beeindruckend, zu sehen, mit welchem Mut und mit welcher Kraft die Jungen und Mädchen ihren Sport ausüben.

Auch die Kirche ist eine Augenweide, leider ist sie verschlossen. Ich kann sie nur von außen ablichten. Über den Marktplatz mit seinem Altmarktflair, vorbei am restaurierten Rathaus führt uns der Weg wieder zum Auto. Leider gibt es vom Marktplatz und dem Rathaus keine Bilder, es hat angefangen zu regnen.

Anfänglich flachsen wir noch, ob unser Auto denn noch da sei, aber die Leute hier haben wahrlich andere Sachen im Kopf, als Autos zu knacken. Außerdem fahren sie hier Wagen, die sieht man bei uns zu Hause nur selten.

Dann geht es weiter in Richtung Hel. Das ist eine Halbinsel, die sich wie eine Sichel als lang gezogene Zunge in die Ostsee erstreckt. Auf der Straße in Richtung Hel liegt auf der rechten Seite die Putziger Wiek und auf der linken Seite die offene See. Ein grandioses Gefühl, so hinzufahren und den Blick auf interessante Motive zu richten. Doch leider ist unsere Zeit bemessen.

Es ist kaum zu glauben, aber auch hier steht in, vor und nach jedem Ort mindestens ein Blitzer, manchmal sogar auf offener Straße. Einer war in einer Kurve verbaut, also technisch sind uns unsere Nachbar nicht hinterher.

Leider ist auf fast der gesamten Strecke absolutes Halteverbot. Es wird auch gleich mit dem Abschleppen gedroht. Doch wir finden einen Parkplatz, von dem wir uns zur offenen See durchschlagen können. Als wir sie erreichen, bietet sich uns ein traumhafter Anblick voller Naturgewalten und Schönheit. Mittlerweile ist der Wind in Sturm umgeschlagen. Riesenwellen peitschen an den weißen Strand. Vor Kälte kann ich nur zehn Bilder schießen. Die Finger sind eiskalt und können die Kamera kaum noch bedienen. Auf dem Graufilter bildet sich eine weiße, salzhaltige Schicht. Es ist Zeit einzupacken.

In Hel finden wir auch einen Parkplatz: Drei Stunden acht Zloty, das ist günstig.

Wir wollen uns den Leuchtturm Latarnia Morska ansehen, von dem wir schon in unserem Reiseführer gelesen haben. Leider haben sie den genau vor unseren Augen zugemacht. Feierabend, vielleicht auch keine Lust mehr bei dem Sauwetter. Weiter geht es in Richtung Hafen. Dort liegt die Fischfangflotte des Ortes vor Anker. Auch einige Jachten und Segler sind zu sehen.

In Hel gibt es eine Seehundaufzuchtstation. Wir haben nur noch ein Zwei-Zloty-Stück für den Eintritt – alles Automaten und keiner konnte wechseln. Kathrin darf sich als Auserwählte glücklich schätzen, dort einen Blick reinzuwerfen. Es gibt zu dieser Zeit noch keine Jungtiere, so sind auch nur vier Tiere zu sehen. Ich wartete im Regen. Nehmt einem Raucher die Zigaretten weg, dann könnt ihr den Zustand beschreiben, wie es sich anfühlt, einem Fotografen das Licht zu klauen.

Freitag, 7. Mai

Fünfter Tag

Heute hängen die Wolken tief, es regnete und Nebel zieht auf. Die Temperaturen wollen auch nicht über acht Grad klettern. Das ist eigentlich ein Grund, mal länger zu schlafen oder nichts zu tun.

Man muss es nehmen, wie es kommt. Wir entscheiden uns für einen kleinen Abstecher nach Gdynia. Das Aquarium und das Schifffahrtsmuseum stehen auf unserem Plan. Wir entscheiden uns für die umgekehrte Reihenfolge. Und das ist auch gut so, sonst wären die Bilder vom Zerstörer und vom Segelschulschiff ins Wasser gefallen.

Der Eintritt für den Zerstörer kostet acht Zloty pro Person, das Segelschulschiff ebenfalls acht Zloty pro Person zuzüglich acht Zloty für die Fotogenehmigung. Die Preise halten sich in Grenzen, besser noch, sie bewegen sich weit drunter.

Aber alles der Reihe nach. Angefangen haben wir mit einem Abstecher zum großen Friedhof in Kosakowo. Großer Friedhof? Ich kann das nicht beschreiben, aber ich habe noch nie solch eine große Anlage gesehen. Jedes Grab ist geschmückt, ein kunterbuntes Blumenmeer. Ich will nicht zu offen mit dem Fotoapparat herumlaufen, denn ich denke, das stört an solch einem Ort das Persönlichkeitsrecht und vor allem die Ruhe. Ich finde für die Stimmung den Friedhof und den dichten Nebel für einige Fotos passend.

Die Fahrt nach Gdynia ist wie immer ein Chaos. Wir stecken hinzu im Stau und kommen auch am späten Nachmittag nicht vorbei. Man muss höllisch aufpassen: Spurwechsler ohne zu blinken könnten dem netten Autoklempner ein paar schöne Stunden bescheren.

Dank Navi finden wir auch einen sicheren Parkplatz in einem Parkhaus, in einem Einkaufszentrum. Auf dem unteren Parkplatz wäre das Auto gleich gewaschen worden, was bei dem Wetter aber überflüssig ist.

Wir finden die Schiffe auf Anhieb, und das Museum ist von diesen Exponaten auch nicht weit entfernt. Auf dem Zerstörer Blyskawica werden wir von echten Matrosen empfangen. Wir können uns auf dem Schiff frei bewegen. Sehr interessant ist auch die Bilderdokumentation auf den unteren Decks. Dieser Rundgang ist aufschlussreich. Nur für gute Fotos fehlt das Licht, aber entscheidet selber.

Dann geht es direkt auf den Segler, der gleich nebenan festgemacht hat. Er ist schon seit 1982 außer Dienst und wird als Museum betrieben. Im Maschinenraum finden wir einen älteren Maschinisten, der auf dem Schiff als Matrose angeheuert hatte. Er steht uns gern Rede und Antwort. In einem seltsamen Gemisch aus ein wenig Polnisch, Englisch und Deutsch erfahren wir die Geschichte des Schiffes. Dankbar verabschieden wir uns, um unseren Rundgang auf dem Deck des Seglers zu beenden. Auch dort leider kein Licht. Es fängt schon wieder zu nieseln an. Meine Fotoserie ist im Kasten.

Das Aquarium steht noch auf dem Plan. Ein großes Gebäude mit Becken, verteilt über zwei Etagen. Süßwasserfische und Meeresfische gibt es zu sehen, leider ist es wieder sehr dunkel und es reicht nur für eine Handvoll Fotos. Noch nie gesehen habe ich eine zehn Meter lange Anaconda, die hinter Glas zu betrachten ist.

Ein leckeres Pfeffersteak, blutig natürlich, und der Tag findet dann nach diesem schrecklichen Verkehrschaos sein Ende. Jedenfalls fast. Noch sitze ich in der Lobby und schreibe meine Erlebnisse auf, denn zum Laufen habe ich heute keine Lust mehr. Meine Füße haben verdammte Kopfschmerzen. Gute Nacht.

Samstag, 8. Mai 

Sechster Tag

Also, wer denkt, uns gehen die Ideen aus – weit gefehlt. Wir sind in Polen und da gibt es noch so einige unerforschte Ecken für uns.

Einen Plan haben wir heute nicht. Das Wetter ist trocken, aber kalt und der Himmel bedeckt. Es hat zwar nicht geregnet, doch ein schönes Licht gibt es auch nicht. Ich esse doch nun schon jeden Tag meine Teller leer, irgendwann muss das Petrus doch mit schönem Wetter und gutem Licht belohnen.

Heute geht es zuerst in Richtung Bytow, dort gibt es eine alte Burg zu sehen, leider auch nur bei mittelprächtigem Licht. Danach fehlt uns erst einmal der Faden. Wir sind nun schon im Kaschuben- Land. Also erst einmal wieder ins Auto. In das Navi geben wir Kartuzy ein. Dort soll eine schöne Kirche stehen. Die Odyssee beginnt, unser Navi führt uns über Wege, die ich normalerweise nicht einmal zu Fuß gehen würde: an die 20 Kilometer unbefestigte und unbekannte Straße. In Kartuzy angekommen, habe ich gar keine Lust, die Kirche zu suchen. Ich bin das erste Mal irgendwie bedient. So fahren wir direkt weiter nach Szymbark. Das ist ehre ein Zufall als gewollt. Als wir dort das schiefe Haus besichtigen wollen, stellten wir fest, es ist ja eine Menge los, ein Volksfest. Folklore-Ensembles, Musikanten, Griller, Eisverkäufer, VIPs und eine Menge Fußvolk sind auf den Beinen. Es geht wohl um einen kaschubischen Brauch. Was weiß ich, jedenfalls sind alle fröhlich. Es gibt zu essen und die Musi‘ spielte auf. So lasse ich mich auch ein wenig in das Geschehen ein. Dieser Tag, der doch ein wenig durcheinander begann, hat noch einen Sinn bekommen.

Das schiefe Haus haben wir noch gesehen. Kathrin war drin und sie meint, dass man dort seekrank wird.

Am späten Nachmittag brechen wir auf, um zu unserer Unterkunft zurückzufahren. Eigentlich ein Klacks, aber das Navi meint es wieder zu gut mit uns und führt uns durch Wälder, an Felder und Wiesen vorbei, die ich so mein ganzes Leben nicht zu Gesicht bekommen hätte. Außerdem kommen wir noch an zwei wunderschönen Kirchen vorbei, die, dem Navi sei Dank, mir sonst vielleicht entgangen wären.

Das fehlende Licht hat mich unheimlich genervt, doch am Ende des Tages erwartet uns wieder ein wundervolles Abendessen und eine von mir ausgesuchte Flasche Rotwein, bei der wir für den nächsten Tag wieder unsere Pläne schmieden. Was, das verrate ich noch nicht.

Sonntag, 9. Mai

Siebenter Tag

Nun ist es soweit, wir wollen uns die große Wanderdüne ansehen. Erst einmal fahren wir nach Leba, ein Touristenort an der polnischen Ostsee. Ein wenig vergleichbar mit Prerow. Ein schöner Ort mit einem Hafen, in dem Touristenboote und Fischkutter vor Anker liegen. Hier kann frischer Fisch direkt vom Fischer gekauft werden, ob roh oder geräuchert. Er wird auch ausgenommen und filetiert.

Am Hafen entlang geht es an die See. Von der Mole her bietet sich der Ausblick auf die offene See sowie auf die Strandanlagen. Wir entdecken ein wundervolles Haus, ehemals ein Herrenhaus. Nun wird es für zahlungskräftige Gäste als Kurhotel geführt.

In Leba steht auch eine Abschussrampe der V1-Raketen. Für uns reicht die Zeit diesmal nicht für eine Besichtigung. Die Strände im Bereich Leba sind breit und hell, auch Umkleidekabinen im klassischen Stil findet man hier. Die Gastronomie ist wie überall in der Gegend ausgezeichnet. Ich kann nur empfehlen, Fisch zu essen. Den gibt es frisch zubereitet.

Nach unserem Strandausflug geht es weiter in den Nationalpark. Es gibt viel zu entdecken. Da ist das Museum mit einem Aussichtspunkt, auch die V1-Abschussrampen liegen in dem Bereich. Doch wir wollen auf die Düne. Mit einem Elektrokarren legen wir die sechs Kilometer bis zu dieser interessanten Sehenswürdigkeit zurück. Der Preis pro Nase sind 15 Zloty hin und wieder 15 Zloty zurück – also auch keine Reichtümer. Der Weg führt vorbei an der V1-Abschussrampe, vorbei an Moos bewachsenen Bäumen, die fast schon ein wenig an Urwald erinnern.

Endlich angekommen, ist es zugig und kalt. Es hält uns erst mal nichts. Wir folgen den ausgeschilderten Wegen – und dann ist die Düne da. Leute, ihr könnt euch so etwas gar nicht vorstellen. Ich dachte, ich bin in der Wüste: 50 Meter hoch, Sand und Dünen soweit das Auge reicht. An den Rändern ist zu erkennen, wie sich diese Düne den Weg durch die Vegetation bahnt. All die Bäume wird es wohl bald nicht mehr geben, die Wüste wird wachsen. Es ist unglaublich schwer, die Höhenmeter in dem weichen Sand zu überwinden. Man sinkt ein und will doch immer weiter. Das Auge fängt immer wieder neue Impressionen ein. Das ist für mich eine der stärksten Naturgewalten, die ich je gesehen habe.

Ganz schön fertig mit weiteren Kopfschmerzen in meinen Füßen geht es dann mit dem E-Karren zurück zum Auto.

Auf der Rücktour zum Hotel, wir sind wieder einige neue Bum-Bum Wege gefahren. Gesehen haben wir noch einige Kirchen und auch ein altes Gutshaus, das in den 1990er Jahren saniert wurde und nun als Hotel fungiert. Besonders hat mir das Schulgebäude gefallen, ehemals Zarnowitz, heute Zarnowic. Das Gebäude wurde 1909 errichtet, bei heutigen Sanierungsarbeiten wurde der Schriftzug entdeckt und unter Denkmalschutz gestellt.

Na , mal sehen wohin es morgen geht, bis dahin erst mal eine gute Nacht.

Montag, 10. Mai

Achter Tag

Heute morgen klingelt der Wecker schon um 6.30 Uhr: Fertigmachen und frühstücken, die Sonne lacht und ein strahlend blauer Himmel zeigt sich.

Wir fahren gegen 8 Uhr los in Richtung Gdynia, Gdansk und dann später in Richtung Ketrzyn, zu deutsch Rastenburg. Ziel unserer Reise sind die Bunker der Wolfsschanze.

Je näher wir Gdansk kommen, desto mehr verfinstert sich das Wetter. Fährt man auf der 7 an Gdansk vorbei, kommt man an einem riesigen Werk der petrolchemischen Industrie vorbei. Nur ein kleiner Tipp: Schaltet für diesen Moment auf Innenluft um, es riecht sehr streng nach allem möglichen – etwa so wie damals in Schwarze Pumpe, wenn ihr euch noch erinnern könnt. Für alle anderen ist es auch nicht schlimm, wenn ihr nicht wisst, wie es da riecht. Ihr habt nichts verpasst.

Unsere Fahrt dauert zirka vier Stunden; ständige Geschwindigkeitsbegrenzungen und der ewige Straßenbau lassen ein schnelleres Fortkommen nicht zu.

Es ist gar nicht so einfach, dorthin zu finden, denn die Beschilderung ist sehr schlecht. Wohl dem, der ein Navi hat, das in Polen funktioniert.

Parkplatzgebühren halten sich wie immer in Grenzen. Am Schlagbaum treffen wir ein nettes Pärchen aus Brandenburg, mit dem wir und unseren Fremdenführer teilen, der sich für 50 Zloty anbietet. Also auch hier mehr als moderate Preisgestaltung.

Der Rundgang über das Gelände der Wolfsschanze dauerte gut 1,5 Stunden. Unser Begleiter gibt uns reichlich interessante Fakten zum Bau und dem ganzen Drumherum der Anlage. Er spricht ein sehr gutes Deutsch.

Wer nun glaubt, dass sich die Anlage im guten baulichen Zustand befindet, den muss ich enttäuschen. Die Bunker wurden teilweise gesprengt und sind nur noch teilweise erhalten. Die Natur holt sich zurück, was man ihr einst genommen hat. Es gab herrliche Aussichten auf Moos bewachsene Betonflächen, die teilweise schon futuristisch wirken. Ich hoffe, das kommt in den Bildern auch etwas zum Ausdruck.

Nach der Führung machen wir Kasse, erstehen noch zwei gut recherchierte Prospekte und erfahren ganz nebenbei, dass es in Mamerki, zu deutsch Mauerwald, noch eine Bunkeranlage gibt. Es ist die des Hauptquartiers des Oberkommandos der Heeres (OKH). Die Bunker seien alle in recht unversehrten Zustand und lassen sich auch begehen. Na, da klingelt doch was. Es ist zwar schon fast 15 Uhr, aber auch das Pärchen ist nicht abgeneigt, dieser Anlage noch einen Besuch abzustatten. Mamerki liegt nur 18 km von der Wolfsschanze entfernt.

Dort bekommen wir sogar eine Taschenlampe mit auf den Weg. Dieser Rundgang über die Bunkeranlage ist weiträumiger, was ich später auch an meinen Füßen bemerke. Hier sieht man die großen Betonklötze teilweise noch so, als seien sie erst gestern verlassen worden. Nun ja, das Inventar und die Einbauten sieht man nicht mehr, aber die Kabelkanäle und Schächte sowie teilweise auch Schellen und sogar Fliesen sind zu entdecken. Wer im Dunklen Angst hat, sollte gar nicht erst versuchen, dort hineinzugehen. Nur der Kegel der Taschenlampe erhellt die Umgebung, der Rest versinkt in stockfinsterer Nacht. Ich hätte nie gedacht, dass es noch dunkler als dunkel geht. Außerdem ist es recht feucht und sehr kalt. Mich erstaunt, dass diese Bunkeranlagen nicht unterirdisch, sondern zu ebener Erde aufgebaut waren. Dass man diese Anlage, die ja im Geheimen errichtet wurde, so gut tarnen und verbergen konnte, dass der Feind sie nicht ausspähen konnte.

Die Rückfahrt ist lästig, wegen des starken Regens und der verrückten Autofahrer in diesem Land. So kommen wir erst um Mitternacht wieder im Hotel an.

Dienstag, 11. Mai 

Neunter Tag

Heute lacht die Sonne schon am Vormittag, wir sind aber noch ein wenig fertig von den vergangenen Tagen. Es waren doch einige anstrengende Momente dabei, so dass wir uns entschlossen haben, es heute mal etwas ruhiger anzugehen.

Es ist jetzt 12.45 Uhr und wir werden mal sehen, was noch so geht. Mein dringlichstes Problem ist, erst einmal eine Autowaschanlage zu finden. Der Wagen steht vor Dreck und die Fenster wirken wie Milchglasscheiben.

Bei schönstem Sonnenschein und blauen Himmel besuchen wir dann doch noch einmal Puck. Ich will einfach den Marktplatz mit seinen putzigen Häusern bei günstigem Licht aufnehmen. Ich denke, dass mir das gelungen ist. Nun ist auch ein Bild vom sanierten Rathaus bei. Auch den Fleischerladen, dessen Einrichtungen noch aus alten Zeiten stammt, haben wir gefunden. Leider kann ich jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen, ob er auch auf den Fotos zu sehen ist.

Wir werfen noch einmal einen Blick in den Hafen. Es ist keine Surfer unterwegs – vielleicht zu kalt oder wohl eher zu wenig Wind. Aber die Boote liegen schön verträumt da, so dass es auch wieder zum blauen Himmel schöne Kontraste gibt.

Anschließend fahren wir zum Kap von Rozewie, ehemals Rixhöft. Dort stehen zwei Leuchttürme, von denen einer besteigen werden kann. Der Blick gleitet weit aufs Meer und über das Land. Dieser Leuchtturm ist die Laternia Morska Rozewie. Der Eintritt kostet 6 Zloty pro Person und der Parkplatz ist kostenfrei. Das Schöne an diesem Leuchtturm: Er strahlt in seiner klassischen weiß-roten Bemalung im Sonnenlicht als Kontrastpunkt zum tiefblauen Himmel.

Es gibt hier in diesem Bereich der Ostsee auch eine Steilküste, gar nicht weit von diesem Leuchtturm. Leider habe ich meine Steilküstenschuhe im Hotel gelassen, so dass ich mit den Schnürschuhen zufrieden sein muss.

Die Steilküste ist in dem Örtchen Jastrzebia Gora zu finden, der Abstieg dahin befindet sich ziemlich in der Ortsmitte. An den Straßenränder darf noch kostenfrei geparkt werden.

Der Abstieg erfolgt über einen befestigten Weg, nicht besonders anstrengend. Nach oben ist das ganz anders.

An der offenen See können ausgedehnte Spaziergänge am Strand unternommen werden – immer die grandiose Naturkulisse der Steilküste im Blick. Sicher gab es dort auch einige Erdrutsche in der doch recht feuchten Zeit. Deshalb kann es nicht schaden, immer einen Blick nach oben zu richten, ob noch alles festsitzt.

Zum Ausklang des Tages essen wir in einer urigen kaschubischen Gaststätte: deutsche Karte und der Kellner spricht etwas deutsch und englisch. Das Essen ist ausgezeichnet. Mit Vorspeisen und Hauptgericht sowie frisch gepressten Obstsäften bezahlen wir 104 Zloty – und das ist schon gehobenes Niveau. Was moderat für uns aussieht, das wird sicher für Einheimische etwas anders sein.

Inzwischen ist es schon 20 Uhr, die Sonne ist fast weg und die Temperatur sinkt auf 7 Grad plus, gefühlte 0 Grad. Ja wir sind im Mai, der Sommer lässt auf sich warten.

Mittwoch, 12.Mai 

Zehnter Tag

Unser zehnter Tag steht ganz im Zeichen der Ritter und Könige. Auf unserem Tourenplan stehen zwei Sehenswürdigkeiten in Malbork und in Frombork. Die Entfernung von unserem Hotel beträgt zirka 60 km, eigentlich nichts Aufregendes. Aber abseits der großen Straßen kann man für 5 km schon mal gut eine halbe Stunde einplanen. Diese sogenannten weißen Straßen sind auch insofern sehr tückisch, weil sie größtenteils schlaglochbehaftet und voller Geröll sind. Da kann ein entgegenkommendes Fahrzeug schon mal arg in die Feuerlinie geraten. Die umherfliegenden Steine machen sich insbesondere auf Windschutzscheiben nicht so toll. Ich habe überhaupt auf polnischen Straßen den Verdacht, dass gut 80 Prozent der Autofahrer ihr Gehirn in das Handschuhfach verstauen, wenn sie die Autotür schließen. Italien ist schon verrückt, aber abseits der großen Straßen ist Polen noch verrückter.

Angekommen in Malbork, prägt die Marienburg das Bild. Stativ eingepackt und los. Der Parkplatz befindet sich fast direkt am Geschehen. Es ist also keine anstrengende Fußarbeit von Nöten. Zum Fotografieren entscheide ich mich diesmal für das Weitwinkel in Kombination mit dem Stativ. Ich mache eine Belichtungsreihe von der Burg, die ich dann später zu HDR-Bildern zusammenfüge. Der Eintritt zur Anlage ist das erste Mal heftig ausgefallen. Und vergesst nicht, eine Fotogenehmigung zu kaufen. Das erspart später eventuell Laufereien. Der Eintritt zur Burg beträgt 35 Zloty und die Fotogenehmigung 15 Zloty je Person. Das ist erst einmal nicht vergleichbar mit anderen Eintrittsgeldern, aber sie müssen das Kulturgut auch erhalten. Vom Staat gibt es keine Mittel, also muss man das über die Eintrittsgelder regeln. Ich denke, das geht so in Ordnung.

Mein Eindruck von der gesamten Anlage, eine der größten Burgen die ich überhaupt zu Gesicht bekam: Sie ist in einem unglaublich gut erhaltenen und sanierten Zustand. Man sieht sehr viel, die Tore stehen offen, auch kann man dort mit Stativ fotografieren, was sonst in solchen Anlagen untersagt ist. Teilweise war das Objekt eingerüstet. Es ist zu sehen, dass etwas geschieht. Malbork kann ich nur empfehlen.

Dann geht es weiter nach Frombork, ehemals Frauenburg. Hier sieht man schon von weitem die Kathedrale, in der Nikolaus Kopernikus im 16. Jahrhundert als Domherr wirkte. Hier ist es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Am Hafen gibt es einen großen Platz, aber der ist nicht bewacht und ein ganzes Stückchen weg. Der Eintritt zur Anlage kostete wieder nur 6 Zloty. Ich denke, mit dem großen Hauptsponsor Kirche irgendwie verständlich. Es ist eine großartige Anlage, die über eine Holzbrücke betreten wird. In der Kirche wird mir das Fotografieren mit Stativ untersagt. Da ich mich wieder für Belichtungsreihen entschieden habe, ist fast mein Projekt gefährdet. Aber ich habe noch den Fotorucksack: den zum guten alten Bohnensack ausstaffiert, geht es auch so.

In der Kirche sind gerade umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Gang gewesen. Die Wände des Kirchenschiffes wurden farblich erneuert. Das geschah teilweise mit Brot und viel Fingerspitzengefühl.

In einem Teil der Domanlage befindet sich auch ein Planetarium, das damals Kopernikus schon zu Forschungszwecken betrieb. Über eine steile Treppe geht es auf die Aussichtsplatzform, auf der bei schönem Wetter Kaliningrad zu sehen sein soll. Das ist ungefähr 30 km entfernt.

Leider haben wir kein schönes Wetter, darum fällt für uns der Aufstieg ins Wasser. Wer das Planetarium und die Aussicht genießen möchte, bitte gleich ein Ticket an der Kasse lösen. Später gibt es sonst Laufereien.

Unser Urlaub neigt sich nun dem Ende entgegen, viel Zeit bleibt nicht mehr. Wir haben sehr viel gesehen und viele freundliche Leute getroffen.

Donnerstag, 13.Mai

Elfter Tag

An den Beinen merken wir, dass wir viel unterwegs waren. So werden wir die Touren auch langsam einstellen.

Zum Abtrainieren haben wir noch einmal zwei Städte auf dem Plan, die nicht so weit entfernt sind, aber auch unbedingt in das Thema passen. Das sind Wejherowo und Lebork.

In Wejherowo gibt es eine Stiftskirche, eine Klosterkirche, ein schönes Rathaus mit einem herrlichen Glockenspiel und einen liebevoll gestalteten Marktplatz mit viel Grün und Sitzgelegenheiten. Mein Tipp: Gegenüber dem Rathaus, in einem kleinen, niedlichen blauen Haus gibt es den besten Kaffee und Kuchen der gesamten Gegen. Wenn ihr mal dort vorbeikommt, Kaffee trinken nicht vergessen!

Das Wetter ist nicht unser bester Freund. Das Licht fehlt, aber ich habe einige Fotos im Kasten und hoffe, sie kommen auch noch gut rüber.

Parkplätze sind im Altstadtgebiet rar, aber mit etwas Suchen kann es klappen. Es gibt eine schöne, von alten Häusern gesäumte Einkaufsstraße mit vielen Schuhläden.

Mit etwas Glück haben wir diesen Ort im Trockenen geschafft. Es geht auf nach Lebork. Lebork, zu deutsch Lauenburg, ist eine kleine Stadt in Pommern. Noch Neuland, wollten wir uns auch diese Stadt ansehen. Den Parkplatz finden wir auf Anhieb. Nur das Wetter macht nicht die beste Figur. Da wir genau im Zentrum parken, machen wir uns mit der Umgebung vertraut. Wir gehen eine schöne Einkaufsstraße entlang, die auch hier von alten, liebevoll sanierten Häusern geprägt ist. Was mag das für ein Bild geben, wenn die Sonne lacht und der Himmel blau strahlt, was für Kontraste, die mir leider versagt bleiben.

Wir sehen noch die Kirche St. Jacob, leider nur von außen, und Teile der alten Stadtmauer, die saniert wird. Dann fängt es schon an zu regnen und mit der Fotografiererei ist es vorbei. Schade, eigentlich zu kurz unser Aufenthalt in diesem Ort.

Nun noch in das Hotel zurück: Wir freuen uns auf das leckere Abendessen.

Freitag , 14.Mai

Zwölfter Tag

Das Wetter ist für heute nicht so prächtig angesagt, aber am Vormittag ist es noch trocken. Ich habe eine Idee. Wir ziehen mit Kamera und Stativ los, um einige Makros einzufangen. Die will ich dann als Hintergrundbild für eure Rechner zum Download anbieten – natürlich kostenlos. Das ist die Idee. Das Meer ist ruhig, was fehlt, ist die Sonne. Doch so lange es nicht regnet, ist mir das auch egal. Dann muss ich halt bei der Bearbeitung der Bilder wieder etwas Gas geben, damit man das nicht merkt. Drei Stunden sind wir unterwegs, schmuddelig wie kleine Kinder, die im Buddelkasten spielen, aber ich habe meine Fotos im Kasten.

Unser letztes Abendbrot, noch einen gemütlichen Abend und die letzte Nacht. Die Sachen sind gepackt, nun geht es wieder heim.